Vom Co-Piloten zum Sportdirektor

Jean Todt: Der FIA-Präsident und Ex-Teamchef holte Michael Schumacher einst zu Ferrari

Jean Todt, Präsident des Welt-Automobilverbands FIA, kommt ins Fahrerlager
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Jean Todt ist seit 2009 FIA-Präsident

Jean Todt etablierte Peugeot als erfolgreichen Rennstall im Rallye-Sport und verhalf Ferrari zu mehreren Weltmeistertiteln in der Formel 1.

  • Jean Todts Karriere begann im Rallye-Sport.
  • Später führte er das Ferrari-Team in der Formel 1.
  • Seit vielen Jahren arbeitet Todt als FIA-Präsident.

New York – Am 29. April 2015 ernannten die Vereinten Nationen Jean Todt zum UN-Sondergesandten für Verkehrssicherheit. In Ausübung dieses Amtes setzt sich der FIA-Präsident für eine Verbesserung des Schutzes von Verkehrsteilnehmern ein, insbesondere der besonders gefährdeten Fußgänger und Radfahrer.

Jean Todt: Herkunft und Ausbildung

Jean Todt kam am 25. Februar 1946 im kleinen französischen Ort Pierrefort als Sohn polnischer Einwanderer zur Welt. Der spätere Formel-1-Experte absolvierte nach dem Abitur die Pariser Eliteschule EDC Paris Business School. Schon als Heranwachsender war Todt vom Motor- beziehungsweise Rallye-Sport begeistert und nahm an ersten Rennen im Mini-Cooper seiner Eltern teil.

Jean Todt: Beginn seiner Karriere im Rennsport

Im Jahre 1966 begann Jean Todt seine Laufbahn im professionellen Rallye-Sport, zunächst als Beifahrer beziehungsweise Co-Pilot in Rennen um die Weltmeisterschaft. Dabei war seiner eigenen Aussage nach der mit 32 Jahren auf dem Hockenheimring tödlich verunglückte Rennfahrer James Clark sein Vorbild. Darüber hinaus orientierte sich Todt an Daniel Sexton Gurney, der in den 60er-Jahren als Konstrukteur und Fahrer in der Formel 1 zahlreiche Erfolge erzielte.

Jean Todt arbeitete als Co-Pilot unter anderem mit den folgenden Rennfahrern zusammen:

  • Guy Chasseuil
  • Rauno Aaltonen
  • Ove Anderson
  • Jean-Pierre Nicolas
  • Hannu Mikkola

Als Beifahrer erwarb Jean Todt umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiet der Organisation und strategischen Planung im Motorsport.

Jean Todt: Karriere als Sportmanager für den Peugeot-Konzern

1981 beendete Jean Todt seine Laufbahn als Co-Pilot, um sich anschließend auf die Tätigkeit als Organisator im Rallye-Sport zu konzentrieren. Im selben Jahr wurde er zum Renndirektor von Peugeot ernannt. Der französische Automobilkonzern hatte Anfang der 80er-Jahre mit massiven wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Todt gelang es dennoch, den Rennstall Peugeot Talbot Sport zu gründen. Ein wichtiger Meilenstein seiner Karriere war die Mitwirkung bei der Konzeption der folgenden Rennautos:

  • Peugeot 205 turbo 16
  • Peugeot 405 turbo 16
  • Peugeot 905

Mit diesen Fahrzeugen gewann Peugeot 1985 sowie 1986 den Weltmeistertitel in der Konstruktion.

Jean Todt organisierte für Peugeot Talbot Sport auch das Team für die Rallye Paris – Dakar. Mit diesem gewann er von 1987 bis 1990 vier Mal hintereinander diesen bedeutenden Wettkampf des internationalen Rallye-Sports.

Jean Todt: Tätigkeit als Sportdirektor bei Ferrari

Im Jahre 1993 verließ Jean Todt den Peugeot-Konzern, um für den Ferrari-Rennstall zu arbeiten. Er wurde zu dessen General Manager ernannt und leitete ein Team von rund 400 Technikern. Ferrari befand sich damals in einer lang anhaltenden Krise: Das Rennteam hatte seit 1979 keinen Formel-1-Weltmeistertitel mehr gewonnen. Bereits ein Jahr später wurde Gerhard Berger Sieger des auf dem Hockenheimring ausgetragenen German Grand Prix. Ende 1995 warb Todt Michael Schumacher für die Scuderia Ferrari an. Dies war der Beginn einer sehr erfolgreichen Zusammenarbeit und einer engen persönlichen Freundschaft der beiden Männer. Michael Schumacher gewann für Ferrari den Weltmeistertitel in der Formel 1 in den fünf aufeinanderfolgenden Jahren von 2000 bis einschließlich 2004. Nach dem Rückzug von Michael Schumacher aus dem Motorsport 2006 gab Todt seine Position als Sportdirektor bei Ferrari auf und übernahm zunächst eine beratende Funktion, bis er 2009 vollständig aus dem Konzern ausschied.

Jean Todt: Weitere Funktionen und Privatleben

Im Oktober 2009 gewann Jean Todt die Wahl zum Vorsitzenden der FIA (Federation international de l‘Automobile). Als FIA-Präsident organisiert Todt neben den Formel-1-Weltmeisterschaften weitere internationale Wettbewerbe im Motorsport.

Der Franzose engagiert sich in verschiedenen wohltätigen Organisationen.

Todt wurde 1977 Vater eines Sohns, Nicolas. Seit 2004 ist Jean Todt mit der malaysischen Schauspielerin Michelle Yeoh liiert.

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