Lieber tot als Kai Ebel!

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Kai Ebel ist für RTL in den Boxengassen dieser Welt unterwegs

München - In seiner Polemik der Woche kämpft tz-Kolumnist Jörg Heinrich gegen einen Ausstieg des Bezahlsenders Sky aus der Formel-1-Berichterstattung. Denn die Konkurrenz ist ihm zuwider.

Das wird ein Spektakel: Der zunehmend verzweifelte Verfasser dieser Zeilen plant, sich nächste Woche nackt vor der Zentrale des Bezahlsenders Sky in Unterföhring anzuketten, in unbefristeten Hungerstreik zu treten und sich einmal pro Stunde mit einer neunschwänzigen Katze selbst zu geißeln.

Die Aktion soll andauern, bis der Tod durch Verhungern (eher unwahrscheinlich), Erfrieren oder massiven Blutverlust eintritt. Oder bis Sky-Vorstand Carsten Schmidt endlich der auf einem selbst gemalten Transparent gestellten Forderung nachgibt: „Lieber tot als Kai Ebel!“

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Denn dieser Schmidt plant das „Stuttgart 21 des Fernsehens“ – den Ausstieg von Sky aus der Formel 1. 2011 wäre Vettel dann nur noch im kölschen Jecken-Sender RTL zu sehen, mit PS-Clown Kai Ebel (der Mario Barth auf Rädern), mit Heiko Waßer (der Willy Millowitsch der Grand-Prix-Pisten). Und mit ständigen „Boxenstopps in Köln“, immer wenn’s spannend wird. Ein Albtraum für wahre Fans!

Mal ehrlich: Ich schaue seit Monza 1976 (also quasi pränatal) Formel 1, erst jahrzehntelang mit Heinz Prüller, dem reinkarnierten Jochen Rindt. Und dann gut 250 Rennen lang mit dem genialen Duo Jacques Schulz und Marc Surer auf DF1, Premiere, Sky (oder wie immer der Laden zwischendurch hieß).

Man hat uns ORF 1 genommen, man hat uns Rindt und Prüller genommen – und jetzt auch noch Schulz, Surer und die göttliche Tanja Bauer? Die deutschen Atomkraftwerke dürfen weiterlaufen, aber Jacques Schulz wird abgeschaltet? Verkehrte Welt! Kommen Sie zur Vernunft, Schmidt! Jedes Mal wenn ich im Spanien-Urlaub gezwungen bin, die Ballermann-Formel-1 auf RTL anzuschauen, dem 1. FC Köln des Fernsehens, wird mir ganz schwurbelig im Kopf.

Wenn Waßer (völlig zurecht aufrichtig verachtet von seinem tapferen Co-Kommentator Danner) allein schon „Hamiltön“ und „Vettöl“ und „MäcLaaaren“ sagt (mit rheinischem L), klingt das nach Poldi und Millowitsch-Theater. Ja, ich bin Waßer-Hasser! Und Kasper Ebel, der motorisierte Silbereisen – man mag gar nicht dran denken, wenn seine Hemden 2011 auch noch in HD zu sehen sind!

Wie herrlich dagegen die fast werbefreie Formel 1 auf Sky! Arno Schulz, der sich vor lauter Verehrung für den großen Formel-1-Franzosen Jacques Laffite in Jacques Schulz umgetauft hat, liebt seinen Motorsport noch mehr als der Franz den Fußball.

Marc Surer (fachlich) und Tanja Bauer (fachlich, optisch) sind ein Genuss. Bloß Moderator Peter Lauterbach ist eine Landplage, aber man kann nicht alles haben. Bittschön, Herr Schmidt: Verhökern Sie den Lauterbach an RTL, dann wird’s billiger, dafür gibt’s Jacques und Marc auch 2011, und zwar in echtem HD. Dann belästigen wir Sie auch nicht mehr nackt vor Ihrem Bürofenster.

Keep racing, Sky!

Jörg Heinrich

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