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Nach Beleidigung im Live-TV: Kommentator nach Formel-1-Rennen gefeuert

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Von: Antonio José Riether

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Am Rande des Grand-Prix-Rennens in Spielberg gab es eine Entlassung bei einem TV-Sender, nachdem ein Kommentator einen Piloten live beleidigt hatte.

Spielberg - Beim Großen Preis von Österreich gab es mehrere Erfolgsgeschichten, so sicherte sich Ferrari-Pilot Charles Leclerc den Sieg, während Mick Schumacher erneut WM-Punkte holte. Neben den Berichten zu den sportlichen Gewinnern des Tages gab es allerdings die eine oder andere negative Schlagzeile. Grund dafür waren etwa Eklats innerhalb des Publikums, doch auch bei einem Fernsehsender flogen hinter den Kulissen die Fetzen – mit schweren Folgen.

Formel 1: Saison 2022
Absolvierte Rennwochenenden: 11
Nächster Grand Prix: Frankreich (22. - 24. Juli)
Führender der Fahrerwertung: Max Verstappen (208 Punkte)
Rekord-Weltmeister: Lewis Hamilton, Michael Schumacher (je 7 Titel)

Formel 1: Kommentator nach Spielberg-Rennen suspendiert - er beleidigte einen Piloten im Live-TV

Auf der Strecke war beim Rennen in der Steiermark am Sonntag einiges geboten, jedoch überschatteten unschöne Vorfälle auf der Tribüne die Geschehnisse beim elften Rennwochenende des Jahres. Unter den mehr als 300.000 Fans waren mehreren Medien- und Zuschauerberichten zufolge auch einige Personen, die mit sexistischen, rassistischen und homophoben Kommentaren auf sich aufmerksam machten. Außerdem bejubelten niederländische Fans den Unfall von Lewis Hamilton beim Training am Freitag. Ein Kommentator des belgischen Fernsehens ließ sich offenbar von der negativen Stimmung in Spielberg anstecken.

Zweiergespann bei Aston Martin: Sebastian Vettel und sein Teamkollege Lance Stroll (l.).
Zweiergespann bei Aston Martin: Sebastian Vettel und sein Teamkollege Lance Stroll (l.). © Antonin Vincent/imago

Die beiden Aston-Martin-Piloten Sebastian Vettel und Lance Stroll machten am Sonntag keine wirklich gute Figur. Der Deutsche landete auf dem 17. Platz, sein Teamkollege schloss das Rennen auf dem 13. Rang ab. Während des Rennens ließ ein Fernsehkommentator des belgischen Senders RTBF einen heftigen Spruch in Richtung des Vettel-Kollegen los und bezeichnete diesen wortwörtlich als „Autisten“.

Formel 1: Senna-Biograf leistet sich verbalen Bock gegen Vettel-Kollegen und wird entlassen

Konkret handelte es sich bei dem Kommentator um den französischen Sportjournalisten Lionel Froissart, der großen Teilen des Formel-1-Publikums als Biograf des verunglückten ehemaligen Piloten Ayrton Senna bekannt ist. Sein belgischer Kollege Gaëtan Vigneron, der sich in seiner Heimat auch als Fußballkommentator einen Namen machte, grätschte sofort dazwischen und meinte noch während der Übertragung: „Das ist zu heftig. Damit gehst du zu weit.“ Übeltäter Froissart erwiderte jedoch: „Es ist die Wahrheit.“

Die verbale Entgleisung blieb nicht ohne Konsequenzen für Froissart. Der 64-Jährige wurde umgehend vom Sender suspendiert, dieser verbreitete im Nachgang eine Mitteilung zum Vorfall. „RTBF verurteilt aufs Schärfste die Worte, die sein Berater Lionel Froissart am Sonntag, dem 10. Juli, während des Großen Preises von Österreich ausgestrahlt hat“, schrieb der TV-Kanal. Außerdem kündigte RTBF an, eine interne Untersuchung durchzuführen und bis auf weiteres nicht „mit dem betreffenden Berater“ zusammenzuarbeiten.

Auch in Deutschland wurde einst ein Sportkommentator aufgrund unpassender Bemerkungen bei Sky entlassen, jedoch war seine Aussage im Vergleich zu Froissarts Beleidigung noch recht harmlos. (ajr)

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