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McLaren schimpft auf Schumis Fahrstil

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Michael Schumacher wehrte sich lange gegen die Angriffe von Lewis Hamilton. © dpa

Monza - McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh hat Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher für seine Fahrweise gegen Lewis Hamilton beim Großen Preis von Italien kritisiert.

„Jemand hat ihn (Hamilton, d. Red.) an einer Stelle ziemlich aggressiv von der Strecke abgedrängt“, sagte Whitmarsh, der Schumachers Abwehraktionen als „ziemlich hart“ bezeichnete: „Das eine Manöver, als er Lewis auf den Rasen abgedrängt hat, war höllisch furchteinflößend.“

Das sind Schumis Rituale und Glücksbringer

Schumacher hatte sich auf Rang drei liegend rundenlang der Angriffe von Hamilton erwehren müssen. Die Rennleitung verwarnte den Mercedes-Piloten, Mercedes-Teamchef Ross Brawn wies Schumacher über Funk an, Hamilton mehr Platz zu lassen. Der Brite hatte sich in Runde 13 erstmals an Schumacher vorbeigeschoben, doch Schumacher konterte wenige hundert Meter später erfolgreich. Drei Runden später kam Hamilton bei der nächsten Attacke aufs Gras. Button nutzte die Chance und zog an ihm und kurz darauf auch an Schumacher vorbei. In Runde 27 fand Hamilton dann doch den Weg vorbei an Schumacher auf Rang vier.

Doch der Formel-1-Altstar wird für seine Fahrweise nicht nur kritisiert, sondern auch gelobt.

Nach vielen mittelmäßigen Rennen und von einem Publikum beflügelt, das ihn wie einst liebt, hat Schumacher den Schumi neu entdeckt. Er ist schnell und zäh, vielleicht eine Spur zu entschlossen, wenn es um den Kampf gegen Hamilton geht. Endlich hat man den Schumacher der alten Zeiten gesehen“, schrieb am Montag Tuttosport. „Der Veteran duelliert sich mit Hamilton. Jetzt weiß er, dass er mit den Jungen Schritt halten kann“, kommentierte Corriere della Sera.

Große Worte für den siebenmaligen Champion und früheren Ferrari-Star fand auch Corriere dello Sport: „Schumacher hat keinen Pakt mit dem Teufel abgeschlossen, um sich in Monza zu behaupten, denn der Teufel ist er selber. In Monza hat er sein Bestes gezeigt. Die Geschichte des Kaisers, der zurücktritt, zurückkehrt und wieder der Beste sein will, scheint ernst zu werden.“

„Hamilton ist jemand, der als hart bekannt ist, meine Reputation ist ähnlich. Ich nenne das jetzt mal Racing“, sagte Schumacher, der am Ende des Rennens hinter Hamilton Fünfter geworden war: „Natürlich dehnt man das Mögliche bis an die Grenzen aus. Das ist meine Berufung, dafür bin ich hier.“

Auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug hatte seinen Spaß an dem langen Kampf zwischen Schumacher und den beiden McLaren-Mercedes-Piloten Hamilton und Jenson Button. „Das war eine dreiviertel Stunde lang Mercedes-TV“, sagte der Schwabe: „Das war die hohe Schule des Rennfahrens.“ Mit dem noch nicht „allerbesten Handwerkszeug“ solche Leistungen zu zeigen wie Schumacher, sei „sehr wertvoll“, meinte Haug.

SID

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