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Die Frau, die Schumi den Rücken freihält

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Grenoble - Seit 18 Jahren hält Corinna ihrem Mann Michael Schumacher den Rücken frei. Jetzt muss die 44-Jährige um sein Leben bangen und bleibt wie immer stark - zumindest nach außen hin.

Der schlimmste Alptraum ist für Corinna Schumacher (44) wahr geworden – ausgerechnet im Jahr nach seinem endgültigen Formel-1-Rücktritt. Der geliebte Ehemann liegt im Koma. Und Corinna wacht natürlich mit den Kindern Gina Maria (16) und Mick (14) an Michaels Krankenbett. Auch Schumis große Stütze kämpft den größten Kampf ihres Lebens.

Wie hält sie das aus? Nach außen hin stark wie immer. „Wir möchten uns beim Ärzteteam bedanken, von dem wir wissen, dass es alles tut, um Michael zu helfen“, sagt Corinna. „Außerdem danken wir den vielen Menschen aus der ganzen Welt, die ihr Mitgefühl ausgedrückt und beste Wünsche für Michaels Genesung übermittelt haben.“

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Gleichzeitig bittet Corinna darum, auf Nachfragen bei Angehörigen und Freunden zu verzichten. Die tz, die zuvor Schumis Vater Rolf (68) und den Kerpener Freund Heribert Füngeling (49) erreicht hatte, respektiert ihren Wunsch.

Schumacher: "Corinna ist die Liebe meines Lebens"

Es ist so tragisch. 18 Jahre lang raste Schumi in der Formel 1 und riskierte alle zwei Wochen sein Leben. Corinna bangte an der Strecke oder vor dem Fernseher, gönnte ihm aber seine Leidenschaft. 2006 war er als Ferrari-Rekordmann abgetreten. Doch nach drei Jahre Unruhestand und einem beinahe tödlichen Motorrad-Crash 2009 in Cartagena kehrte im Mercedes zurück. Auch da gab ihm Corinna Grünes Licht: „Dass stellt zugegebenermaßen unser Familienlieben sehr unerwartet auf den Kopf. Aber als er mir von Ross Brawns Anruf erzählte, habe ich sofort gespürt, dass da dieses Feuer wieder in ihm brennt, das ich so gut kenne.“

Schumi war ihr dankbar: „Corinna ist die Liebe meines Lebens. Sie hielt mir all die Jahre zuhause den Rücken frei.“ Als Dankeschön schenkte er ihr 2005 zum 10. Hochzeitstag die CS-Ranch im Schweizer Ort Givrins nahe ihrem Wohnort Gland. Auch sein Versprechen, für sie nach seinem Rücktritt den „Turniertrottel“ zu machen, löste er ein: „So nennt man Leute, die bei Reitturnieren den Stall ausmisten und den Lkw fahren. Habe ich gemacht.“ Corinna hätte ihn gerne mehr im Sattel gesehen als wieder im Formel-1-Cockpit. Aber als er vor einem Jahr seinen Helm endgültig an den Nagel hängte, dachte sie die Angst um ihn hinter sich lassen zu können. Doch ihr Michael blieb auch auf den anderen Pisten (Motorrad, Ski) ein Heißsporn. Jetzt betet Corinna für ein weiteres Wunder.

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Managerin Sabine Kehm. © dpa

Familie bei. Sabine Kehm, Managerin des Rennfahrers, ist ebenfalls in Grenoble vor Ort, bangt mit den Angehörigen. Und sie versucht, die Fragen der Öffentlichkeit so gut es in dieser schweren Zeit geht, zu beantworten und gleichzeitig die Betroffenen abzuschirmen. „Wir bitten um Verständnis, dass wir über seinen Gesundheitszustand keine fortlaufenden Informationen abgeben können“, sagte die Managerin nach der Einlieferung des Motorsportstars und versuchte die Spekulationen so in Grenzen zu halten. Zuvor hatte Kehm den Unfall offiziell bestätigt, wollte aber keine genauen Details bekannt geben. Auch zu Schumis Entdecker und Ex-Manager Willi Weber, der nicht vor Ort sein kann, hält Kehm derzeit ­engen Kontakt. Die beiden ­telefonieren in diesen Tagen mehrmals täglich und hoffen gemeinsam auf ein gutes Ende.

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