1. tz
  2. Sport
  3. Formel 1

Michael Schumacher: Treuer Formel-1-Weggefährte mit überraschender Aussage

Erstellt:

Von: Christoph Klaucke

Kommentare

Michael Schumacher und sein früherer Ferrari-Teamchef Jean Todt kennen sich bestens.
Michael Schumacher und sein früherer Ferrari-Teamchef Jean Todt kennen sich bestens. © Imago

Michael Schumacher gilt als einer der besten Rennfahrer in der Geschichte der Formel 1. Sein früherer Teamchef Jean Todt überrascht nun mit einer Aussage.

München - Michael Schumacher ist mit sieben WM-Titeln Rekordweltmeister der Formel 1 - gemeinsam mit Lewis Hamilton, der in dieser Saison nach dem nächsten Triumph greift. Schumi prägte ab Mitte der Neunziger Jahre mehr als ein Jahrzehnt eine Ära in der Königsklasse des Motorsports. Von 2000 bis 2004 siegte der Kerpener im roten Ferrari fünf Mal am Stück.

Ist Schumacher der größte Fahrer in der Geschichte der Formel 1? Sein damaliger Ferrari-Teamchef Jean Todt, der den abgeschotteten Schumacher auch heute noch regelmäßig besucht, gibt eine überraschende Antwort auf diese Frage.

Michael Schumacher: Ex-Ferrari-Teamchef Jean Todt hat bei „größtem Fahrer der Formel 1“ überraschende Antwort parat

„Nein. Ich habe ihn nie als den größten Fahrer der Geschichte betrachtet, denn ich denke, das ist sehr schwer zu sagen“, stellte Todt im Interview mit dem französischen TV-Sender Canal+ klar. Wie? Schumacher nicht der beste Fahrer aller Zeiten? Schumi-Fans aus aller Welt dürften brüskiert sein. Doch Todt ordnet seine Meinung ein und liefert eine plausible Erklärung.

„Die Formel 1 feierte vor nicht allzu langer Zeit ihr 70-jähriges Bestehen. Ich denke, es gibt bessere Fahrer in verschiedenen Epochen. Wir erinnern uns an Fangio, er war der beste Fahrer seiner Zeit. Michael war der beste Fahrer seiner Zeit. Aber es gab auch Jim Clark, der der beste Fahrer seiner Zeit war. Heute können wir sagen, dass Hamilton der beste Fahrer seiner Zeit ist“, meinte der 75-jährige Todt.

Oft könne man „für einen Zeitraum von zehn Jahren sagen, dass es einen Fahrer gibt, der sich hervorgetan hat.“ Man könne dann „zwar versuchen, das anhand der Titel zu quantifizieren, aber zu Fangios Zeiten gab es acht Grands Prix pro Jahr“, sagte der FIA-Präsident. Damals konnte man laut Todt während des Rennens aber das Auto wechseln oder das Auto seines Teamkollegen nehmen. „Das Punktesystem war anders. Die Dinge sind anders, deshalb glaube ich nicht, dass man sie vergleichen kann. Aber das ist in jedem Sport so.“

Video: Mick Schumacher und Sebastian Vettel machen gemeinsame Sache

Michael Schumacher: Jean Todt erinnert an Formel-1-Rivalität mit Mika Häkkinen

Todt hebt bei all den Erfolgen von Schumacher jedoch auch die menschlichen Stärken seines früheren Schützlings hervor. Um die Jahrtausendwende tobte ein erbitterter Kampf um die WM-Krone zwischen Schumi im Ferrari und Mika Häkkinen im McLaren. Der Finne schnappte sich die Titel 1998 und 1999, im neuen Jahrtausend war Schumacher dann nicht mehr zu stoppen und feierte fünf Weltmeisterschaften in Folge. Häkkinen beendete nach der Saison 2001 seine Formel-1-Karriere.

„Ich glaube, sie mochten sich“, sagte der damalige Ferrari-Teamchef Todt über die Rivalität. „Mika Häkkinen ist jemand, den ich regelmäßig treffe und den ich sehr schätze, weil er ein extrem ehrlicher, loyaler Mensch ist.“ Er sei mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben, was auch sehr wichtig sei, denn oft mache einen der Erfolg ein bisschen verrückt, weiß Todt. „Das war bei ihm nicht der Fall. Das war auch bei Michael nicht der Fall. Das sind Eigenschaften, die besonders erfreulich sind.“

Schumachers Sohn Mick hat von seinem Vater diese Eigenschaften vermutlich mitbekommen und tritt nun in große Fußstapfen. Sein Teamchef traut dem Filius sogar den WM-Titel zu. (ck)

Auch interessant

Kommentare