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Kai Ebel spricht Klartext über Verhältnis zu Michael Schumacher - „Mir wäre das unangenehm“

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Von: Felix Durach

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Kai Ebel (r.) im Interview mit Michael Schumacher
Ein gewohntes Bild: Kai Ebel (r.) im Interview mit Michael Schumacher. © Sven Simon/imago-images

Kai Ebel berichtete über Jahrzehnten hinweg über Michael Schumacher in der Formel 1. Als Freund würde der Reporter die Sportikone jedoch nicht bezeichnen.

Köln - Für deutsche TV-Zuschauer gehört er zur Formel 1 wie Michael Schumacher und Niki Lauda: Kai Ebel brachte zwischen 1992 und 2021 Eindrücke von der Königsklasse des Motorsports direkt in die Wohnzimmer der Bundesrepublik. In seiner Zeit als Boxenreporter für RTL sorgte der 57-Jährige mit seinen Interviews ebenso wie mit seinen extravaganten Outfits für Aufsehen. Dabei begleitete der Reporter auch den Aufstieg von Michael Schumacher zu einer deutschen Sportikone aus nächster Nähe mit und war regelmäßig neben dem siebenfachen Weltmeister am Mikrofon zu sehen.

Formel 1: Reporter-Legende Kai Ebel über Schumacher - „Es heißt oft, ich sei ein Freund von ihm“

Wie Ebel nun in einem Interview mit der Zeit erzählte, nimmt Schumacher auch knapp acht Jahre nach seinem schweren Skiunfall immer noch einen Platz in seinem Leben ein. „Ich tippe mal, an etwa 350 von 365 Tagen im Jahr“, antwortete der 57-Jährige auf die Frage, wie oft er auch heute noch nach dem Ausnahme-Rennfahrer gefragt werde. Nähere Informationen über den Gesundheitszustand von Schumacher habe Ebel jedoch ebenso nicht und gab an: „Ich habe ihn nicht besucht und deswegen wäre es unseriös, mehr zu sagen, als das, was offiziell verkündet wurde.“

Auch wenn Ebel und Schumacher beruflich über Jahrzehnte hinweg quasi an jedem Wochenende miteinander zu tun hatte, wahrt der RTL-Reporter doch eine professionelle Distanz zum siebenfachen Weltmeister. „Es heißt oft, ich sei ein Freund von ihm. Bei Michael wollen sich viele mit diesem Prädikat schmücken, aber mir wäre das unangenehm“, so der 57-Jährige. Er verstehe zwar, dass viele TV-Zuschauer ihn mit Schumacher verbinden würde, da er oft mit der Formel-1-Ikone zu sehen war, würde jedoch nicht von einer engeren Beziehung sprechen.

Michael Schumacher: Ebel über gemeinsame Zeit - der Raubtierdompteur und der Clown

„Wir hatte ein sehr gutes Verhältnis, das von gegenseitigem Respekt geprägt war. Aber ein Freund ist etwas anderes“, so Ebel und setzt mit Blick auf den Rennzirkus Formel 1 nach: „Wir haben zu selben Zeit im selben Zirkus gearbeitet. Der eine war der mit den Raubtieren und der anderer war der Clown.“

Dennoch erinnert sich der Reporter immer wieder gerne an die 90er Jahre, als Schumacher nun RTL die Formel 1 in Deutschland zum Volkssport gemacht haben. „Auf den Hochzeiten des Schumi-Hypes haben dann plötzlich nicht wenige ihren Jahresurlaub nicht mehr auf Mallorca verbracht, sondern für 14 Tage am Hockenheimring campiert“, erinnert sich Ebel. Verhältnisse, die es heutzutage nicht mehr gibt. Zum einen fehlt der Formel 1 ein deutscher Fahrer bei einem Top-Team, zum anderen gastiert der Rennzirkus in dieser Saison nicht einmal mehr in Deutschland. Und zum dritten hat RTL einen Großteil der Übertragungsrechte an den Pay-TV-Sender Sky verloren.

An diesem Wochenende macht die Formel 1 in Mexiko halt. Dann werden sich Max Verstappen und Lewis Hamilton einen weiteren Kampf um den Titel liefern. Dann geht mit Michael Schumachers Sohn Mick wieder ein Fahrer an den Start, in den viele deutsche Motorsportfans für die Zukunft große Hoffnungen setzen. (fd)

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