Ex-Mistreiter melden sich zu Wort

Zu Schumis 50. Geburtstag: Viele Weggefährten senden emotionale Botschaften - „Alles andere ist egal“

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Sebastian Vettel und Michael Schumacher zu Formel-1-Zeiten (2012). 

Michael Schumacher wird 50 Jahre alt. Dazu gratulieren auch Ex-Teamkollegen und Mitstreiter herzlich und schicken teils sehr emotionale Botschaften.

Toto Wolff über Michael Schumacher:

Auch Michael Schumachers letzter Formel-1-Rennstall Mercedes hat den Rekordweltmeister anlässlich seines 50. Geburtstages für seine Verdienste gewürdigt. „Als Fahrer hat Michael die Formel 1 mit seinem Auge fürs Detail und seinem technischen Verständnis zu einem völlig neuen Level geführt“, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff am Donnerstag. „Er hat alles mit großer Entschlossenheit getan, von den Debriefs (Nachbesprechungen) mit seinen Ingenieuren bis hin zum Fitness-Training. Und er war immer auf der Suche nach neuen Wegen, um seine Leistung auf der Strecke zu verbessern.“

Schumacher wurde siebenmal Weltmeister und gewann 91 Grand Prix. Nach elf Jahren bei Ferrari beendete der Kerpener Ende 2006 seine Karriere, gab von 2010 bis 2012 aber nochmal ein Comeback bei Mercedes. „Michael hatte einen enormen Einfluss auf die Formel 1“, sagte Wolff über Schumacher, der 1990 in das Juniorprogramm von Mercedes aufgenommen wurde. „Er hat nicht nur einen unglaublichen Rekord aufgestellt - einen Rekord, der bis heute ungebrochen ist - sondern den Sport auch für immer verändert.“

Toto Wolff war bei Mercedes der Sportchef von Michael Schumacher.

Schumacher leistete in seinen drei Formel-1-Jahren beim heutigen Weltmeister-Rennstall Mercedes wichtige Aufbauarbeit. „Michael ist einer der Gründungsväter unseres Erfolgs in den vergangenen fünf Jahren“, lobte Wolff. „Er hat eine entscheidende Rolle gespielt, als wir wieder in die Formel 1 eingestiegen sind, und ist eine der Personen, die das Fundament für unseren Erfolg in den Folgejahren gelegt haben.“

Jean Todt über Michael Schumacher:

Jean Todt sieht seine Freundschaft zu Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher als ein „großes Geschenk an“. Das sagte der Präsident des Automobilweltverbandes FIA und Wegbegleiter des Ex-Piloten in einem Interview der Zeitung „Die Welt“ vor dem 50. Geburtstag von Schumacher an diesem Donnerstag.

Schumacher kämpfe gegen sein schreckliches Schicksal an, betonte der 72 Jahre alte Franzose. „Seine Familie kämpft genauso, und natürlich kann unsere Beziehung oder besser Freundschaft nicht mehr so sein, wie sie einmal war. Eben weil wir nicht mehr dieselbe Kommunikation haben wie früher“, sagte Todt. Er besuche Schumacher aber mindestens jeden Monat.

Wenn er Schumacher besuche, fühle er sich nicht hilflos, betonte Todt auch. „Am Ende helfen ihm aber nur positive Gedanken“, sagte er. „Ich und seine ganze Familie reagieren trotz der Umstände im mentalen Sinne positiv.“ Schumacher hatte sich bei seinem Sturz in den französischen Alpen ein schweres Schädel-Hirn-Traum zugezogen.

Felipe Massa über Michael Schumacher:

Michael Schumachers letzter Ferrari-Teamkollege Felipe Massa hat den Formel-1-Rekordweltmeister als seinen Mentor gewürdigt. „Er war mein Lehrmeister, mein Lehrer“, sagte Massa der Deutschen Presse-Agentur vor dem 50. Geburtstag Schumachers am Donnerstag. Der Brasilianer wurde 2003 Testfahrer bei Ferrari und war dann 2006 in Schumachers letztem Jahr bei der Scuderia sein Teamkollege. Der mittlerweile aus der Formel 1 zurückgetretene Massa bezeichnete die Zeit an der Seite des siebenmaligen Weltmeisters als „großartige Erfahrung“. Schumacher sei ein „kompletter Fahrer“ gewesen, von dem er sich habe viel abschauen können.

Sebastian Vettel über Michael Schumacher:

„Als ich von Michaels Unfall in Méribel erfahren habe, war ich zutiefst schockiert. Natürlich schießen einem in so einem Moment auch Erinnerungen mit ihm durch den Kopf. Unser erstes Treffen zum Beispiel. Das war 1997 in Kerpen auf Michaels Heim- Kartbahn. Er hat beim Finale des NRW-Pokals die Trophäen überreicht. Da war er schon Weltmeister mit Benetton und ich hatte gewonnen. Und es kam, wie es kommen musste. Als er vor mir stand, wusste ich nicht, was ich sagen sollte.

Sebastian Vettel und Michael Schumacher zu Formel-1-Zeiten (2012). 

Natürlich habe ich früher immer zu ihm aufgesehen. Ich war voller Ehrfurcht, denn er war ja derjenige, der da im Fernsehen die Rennen gewinnt und alle wegfegt. Er hat uns alle inspiriert. Deshalb hätte es ohne ihn meine Karriere so wohl nicht gegeben. Was ich besonders an ihm bewundert habe: Michael hat nie sein Ziel aus den Augen verloren. Er hatte immer den Hunger und wollte sich stets verbessern. Wie er besonders bei Ferrari sein eigenes, extrem starkes Team aufgebaut hat, das hat mich fasziniert. Die Arbeit und Leidenschaft, die er da reingesteckt hat, wie er das ganze Team immer wieder motiviert hat – das war der Vorteil, den er seinen Konkurrenten gegenüber hatte. Ab und zu habe ich mir auch einen Rat bei ihm geholt. An ein Beispiel kann ich mich noch gut erinnern. Ich stand vor meinem ersten Formel-1-Test und hatte die Frage, wie ich mich fit machen kann. Da hat er mir den Tipp gegeben zu schwimmen. Das kräftigt die Muskeln und ist gut für die Kondition. Und es hat geholfen. Ich hoffe jetzt, dass es ihm so schnell wie möglich wieder besser geht, und wünsche seiner Familie ganz viel Kraft.“

Mika Häkkinen über Michael Schumacher:

Mika Häkkinen galt auf der Rennstrecke als größter Rivale von Michael Schumacher. Schon in der Formel 3 1989 zeichnete sich ab, dass die beiden die Formel 1 in künftigen Jahren beherrschen könnten. Ihre Duelle wurden legendär. Mika Häkkinen kann sich besonders in Michael Schumachers Situation hineinversetzen. Nach einem schweren Trainingsunfall 1995 in Adelaide erlitt er einen Schädelbruch. Er schwebte eine Woche lang in Lebensgefahr und lange war nicht klar, ob er wieder fahren könnte. Der Finne erholte sich aber schnell von seiner schweren Kopfverletzung und gewann 1998 und 1999 gegen Michael Schumacher die WM.

Hier ist, was Häkkinen sagt:

„Es ist alles sehr tragisch. Meine Gedanken sind bei seiner Familie. Und meinem alten Rivalen wünsche ich dass, er so schnell wie möglich vollständig gesund wird. Jetzt muss er den gleichen Kämpfergeist zeigen, den er auch auf der Rennstrecke hatte. Dann wird er den härtesten Kampf seines Lebens auch gewinnen. Gib bitte nicht auf, Michael! Lasse uns später gemeinsam zu den Formel-1-Rennen fahren – wenn mein Sohn Hugo und Dein Sohn Mick gegeneinander fahren. Dann hätten wir wieder das Duell Häkkinen gegen Schumacher!“

Heinz-Harald Frentzen über Michael Schumacher:

Heinz-Harald Frentzen startete zusammen mit Michael Schumacher und dem Österreicher Karl Wendlinger 1990 im legendären Sauber-Mercedes-Juniorteam. Das Ziel von Sauber und Mercedes war damals, alle drei Junioren durch eine perfekte „Rennfahrerausbildung“ (Testfahrten, Rennen und Trainingslager) in circa 750 PS starken „Silberpfeil-Sportwagen“, die ein ähnliches Fahrverhalten wie die damaligen Formel-1-Autos hatten, in die Königsklasse zu führen. Das Vorhaben gelang: Schumacher wurde sieben Mal Weltmeister, Frentzen wurde 1997 Vizechampion und gewann drei Rennen. Wendlinger war auch auf einem guten Weg – doch ein schwerer Unfall in Monaco 1994 beendete seine Formel-1-Karriere. Er erholte sich zwar wieder von seinen schweren Kopfverletzungen, doch ein Comebackversuch 1995 scheiterte. Er war im Rennwagen nicht mehr der „Alte“.

Heinz-Harald-Frentzen (rechts) war schon zu Jugendzeiten mit Michael Schumacher befreundet.

Das sagt Frentzen:

„Ich bin betroffen und meine Gedanken sind bei Michael und seiner Familie. Wichtig ist jetzt, dass Michael wieder ganz gesund wird. Alles andere ist egal. Man sollte die Ärzte in Ruhe arbeiten lassen und sie und die Angehörigen in Ruhe Beistand leisten lassen. Durch den Unfall von meinem Rennfahrerfreund Marcel Tiemann weiß ich, dass man viel Geduld braucht und die Ärzte nur schwer Prognosen bei Kopfverletzungen dieser Art abgeben können. Marcel, der nach einem Startcrash bei einem GT-Rennen in Imola ebenfalls mit Gehirnblutungen wochenlang im Koma lag, joggt heute wieder und ist im Prinzip wieder der alte. Das Gleiche hoffe ich jetzt für Michael. Er war, ist und wird immer ein Wettbewerbstyp sein, der bei allem immer ans Limit geht. So kenne ich ihn. Ob das früher beim Billardspielen war, beim Rennfahren, beim Fahren mit dem Motorrad oder beim Skifahren. Diese Eigenschaft ist fest in seiner DNA verankert. Michael,werde bald wieder gesund!“

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