Verhandlung in Hamburg

Überraschende Wende im Schumacher-Prozess: Gesundheit doch Thema

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Michael Schumacher.

Hamburg - Im Prozess der Familie von Michael Schumacher gegen die Zeitschrift „Bunte“ kam es zu einer großen Überraschung. Offenbar geht es doch um die Gesundheit des Ex-Formel-1-Weltmeisters.

Mit einer Behauptung der Zeitschrift Bunte fing es an. Diese hatte in ihrer Geschichte „Weihnachtswunder“ vom Dezember 2015 getitelt: „Michael Schumacher - Er kann wieder gehen“.

Tanja May, stellvertretende Chefredakteurin der Zeitschrift "Bunte".

Die Zeitschrift berief sich dabei auf einen ihren Angaben zufolge glaubwürdigen Informanten und blieb bei der Darstellung - selbst, als Schumachers Anwalt Felix Damm im Oktober 2016 mit einem klaren Dementi an die Öffentlichkeit trat: „Herr Schumacher kann nicht laufen.“ Mit dem Zusatz: Auch nicht mithilfe seiner Therapeuten. 

Stellvertretende Chefredakteurin der „Bunten“ als Zeugin geladen

Da die Zeitschrift also auf ihrer Version der Geschichte beharrte, zog die Familie Schumacher wegen Falschmeldung vor Gericht und klagte auf Schadensersatz. 

Tanja May (2.v.l.), stellvertretende Chefredakteurin der Zeitschrift "Bunte", ihr Anwalt Stefan Söder (l.) und die Anwälte des Klägers, Felix Damm (r.) und Diana Ettig.

Wie der Express nun berichtet, wurde am Freitag, dem zweiten Verhandlungstag des Prozesses, die stellvertretende Chefredakteurin der Bunten, Tanja May, als Zeugin vorgeladen. Der Express beruft sich dabei auf einen Gerichtssprecher und schreibt, es sei offiziell lediglich darum gegangen, zu klären, ob die Redakteurin der Schumacher-Geschichte ihrer journalistischen Sorgfaltspflicht nachgekommen sei.

Öffentlichkeit ausgeschlossen: „Es geht um den Gesundheitszustand des Patienten“

Der Gesundheitszustand Schumachers sei dabei explizit ausgeklammert gewesen. Doch dann kam es anders: Kurz nach 14 Uhr habe die zuständige Richterin die Personalien der Zeugin aufgenommen und dann erklärt: „Die Öffentlichkeit wird von der Verhandlung ausgeschlossen.“ 

Eine Justizbeamtin hängt ein Schild mit der Aufschrift „Die Öffentlichkeit ist ausgeschlossen“ auf. 

Begründung: „Es geht um den Gesundheitszustand des Patienten.“ Und zu diesem werde die Bunte-Redakteurin viel zu sagen haben - was das war, blieb somit hinter verschlossenen Türen. Laut Express ist auch eine Pressemitteilung über den Verlauf der Verhandlungen am Freitag nicht mehr zu erwarten.

Dass aus dem Prozess Details zu Michael Schumachers Gesundheitszustand durchsickern, ist unwahrscheinlich, wenngleich nicht ausgeschlossen.

Schumacher-Informationspolitik auch von Ex-Manager Weber kritisiert

Schumacher-Managerin Sabine Kehm hatte die Verschwiegenheit der Familie bezüglich des Ex-Formel-1-Fahrers im März 2016 noch so begründet: „Jeder Satz ist doch der Auslöser für neue Nachfragen, jedes Wort ist Fanal für weitere Informationen. Es wäre nie Ruhe.“

Die Verschwiegenheit dürfte in diesem Falle aber eher weitere Spekulationen anheizen. Selbst Schumachers ehemaliger Manager Willi Weber hatte die Informationspolitik der Familie zuletzt harsch kritisiert. „Aber ich beiße da auf Granit, mein Rat wird nicht mehr gehört“, so Weber.

Wie der Express berichtet, teilte das Hamburger Landgericht am Freitagabend mit, dass die Verkündung des Urteils für den 7. April geplant sei. Wegen der Berichterstattung fordert Schumachers Familie eine Entschädigungszahlung von mindestens 100.000 Euro vom Blatt.

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