1. tz
  2. Sport
  3. Formel 1

Mick Schumachers Zukunft für das Jahr 2023: Sechs Optionen bleiben - Fahrer-Kumpel wirbt für Wechsel

Erstellt:

Von: Marcus Giebel

Kommentare

Mick Schumacher muss weiterhin Argumente für seinen zweiten Vertrag in der Formel 1 liefern. Er könnte zu einem der Gewinner des Fahrermarkts werden. Oder leer ausgehen.

München - Die beste Nachricht für Mick Schumacher nach dem punktlosen Wochenende in Spa-Francorchamps war wohl diese: An den Tagen in Belgien wurde kein weiteres Cockpit für die Formel-1-Saison 2023 fix vergeben. Somit bleiben sechs Optionen für den Sohn von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher.

Kurz vor der Sommerpause hatte der 23-Jährige zwei Rückschläge bei seinen Zukunftsplanungen einstecken müssen. So hatte Aston Martin überraschend schnell nach der Verkündung des Karriereendes von Sebastian Vettel den freien Posten an Fernando Alonso vergeben - nicht nur der Heppenheimer hatte sich „Schumi jr.“ als seinen Nachfolger gewünscht. Und dann hatte dessen aktueller Arbeitgeber Haas quasi als Reaktion auf die weggefallene Alternative des eigenen Piloten die bereits angekündigten Vertragsgespräche auf unbestimmte Zeit verschoben.

Mick Schumacher und der Vertrag: Auch McLaren sucht wieder nach einem Piloten

Seither war klar: Im Spätsommer fährt Schumacher mehr denn je um seine Formel-1-Karriere. Sechs Cockpits sind seit dem Aus von Daniel Ricciardo bei McLaren noch zu vergeben, denn neben Aston Martin haben nur die drei Topteams Red Bull, Ferrari und Mercedes ihre Fahrerpaarungen für die nächste Saison schon verkündet. Die übrigen sechs Rennställe - neben Haas und McLaren also auch AlphaTauri, Alpine, Alfa Romeo und Williams - haben jeweils noch einen Platz frei.

Doch wie groß sind die Chancen für den Formel-2-Champion der Saison 2020 auf die verfügbaren Pilotensitze? Immerhin befindet sich mit Ricciardo ein sehr namhafter Racer auf Jobsuche. Zudem scheint der bisherige Alpine-Testfahrer Oscar Piastri besonders begehrt zu sein. Die Franzosen hatten seine Beförderung zum Alonso-Nachfolger bereits verkündet, ehe der Australier selbst öffentlich dementierte. Mutmaßlich will er lieber bei McLaren seinem Landsmann Ricciardo nachfolgen.

Mick Schumacher (l.) und Esteban Ocon diskutieren
Gespräch unter Freunden: Mick Schumacher (l.) und Esteban Ocon verstehen sich blendend. © IMAGO / PanoramiC

Mick Schumacher in der Formel 1: Experte sieht Cockpit für Saison 2023 „nicht in Stein gemeißelt“

Hier haben wohl die Richter das letzte Wort. Ist die Entscheidung gefallen, kann wohl auch Schumacher klarer sehen, wo seine Reise hingeht. Christian Nimmervoll, Chefredakteur von MotorsportTotal.com, bleibt dabei im Sky-Gespräch vorsichtig: „Es ist nicht in Stein gemeißelt, dass Mick Schumacher nächstes Jahr Formel 1 fährt.“ Seinen Informationen zufolge stünden bei Haas auch Ricciardo, Antonio Giovinazzi und Nyck de Vries auf dem Zettel.

„Er muss Kevin Magnussen konstant schlagen, so dass es der Normalzustand ist, dass er drei Zehntel vor Magnussen ist. Das ist ihm bisher nicht gelungen“, nennt Nimmervoll Schumachers Aufgaben für die nächsten Rennen. Womöglich könnte der US-Rennstall schon in Zandvoort oder Monza die Karten auf den Tisch legen - wenn Teambesitzer Gene Haas vor Ort sein soll.

Mick Schumachers Zukunft: Haas-Teamchef Steiner hat „keine Eile“

Teamchef Günther Steiner attestierte seinem jungen Fahrer zwar „einen sehr guten Job“ bei den Rennen in Kanada, Österreich und Großbritannien, hofft aber im selben Atemzug auf Konstanz. Der für klare Worte bekannte Südtiroler setzt eher auf den Faktor Zeit: „Wir wollen jetzt nicht etwas beschließen, was wir in zwei Monaten bedauern. Es gibt keine Eile.“ Trotz seiner Führungsposition mutmaßt er sogar, die Entscheidung werde „vielleicht sogar getroffen, ohne dass ich überhaupt gefragt werde“.

Wenn Esteban Ocon gefragt werden würde, wäre die Sache derweil klar. „Ich habe der Team-Leitung gesagt, dass ich am liebsten mit Mick Schumacher fahren würde. Wir sind befreundet, ich halte eine Menge von ihm“, verriet der Franzose, der weiter für Alpine Gas geben wird. Mit diesem Cockpitwechsel könnte sich auch Sky-Experte Timo Glock anfreunden: „Wenn er einen Sprung machen kann, zu einem Team wie Alpine, dann wäre das natürlich optimal für ihn, um den nächsten Schritt zu machen.“

Bei AlphaTauri und Alfa Romeo kämpfen derweil Yuki Tsunoda und Guanyu Zhou um ihren Verbleib. Gleiches gilt für Nicholas Latifi bei Williams. Glock unkt hinsichtlich des Traditionsrennstalls: „Mein Gefühl sagt mir, dass es für Mick Richtung Williams gehen könnte. Aber es ist natürlich schwierig zu sagen.“

Mick Schumacher sitzt in einem Auto
Wohin führt sein Weg? Mick Schumacher hat noch keinen Vertrag für die Saison 2023. © IMAGO / Beautiful Sports

Mick Schumacher und Ferrari: Zusammenarbeit wird laut Bericht beendet

Derweil berichtet das Portal motorsport.com, dass Schumachers Zusammenarbeit mit Ferrari nach der Saison beendet werde. Die Scuderia hatte das Talent in der Driver Academy gefördert und ihm auch zum Sprung zu Haas verholfen - die Boliden werden von Motoren-Power aus Maranello angetrieben. Dem Bericht zufolge sei im Fahrerlager bereits bekannt, dass auch Schumacher und das US-Team getrennte Wege gehen würden.

Womöglich ergibt sich die Chance zum Aufstieg zu einem konstant schnelleren Team. Oder es läuft auf einen Rennstall hinaus, der sich noch schwerer tut, in die Punkteränge vorzustoßen. Nicht auszuschließen ist aber auch, dass Schumacher sogar mit leeren Händen dasteht. Und die erste Formel-1-Saison ohne deutsche Fahrer seit 1981 bevorsteht. (mg)

Auch interessant

Kommentare