Monaco als etwas andere Herausforderung

„Mick wird Karriere machen“: Mercedes-Boss fährt auf Schumi jr. ab und vergisst auch Vater Michael nicht

Mick Schumacher sitzt mit Maske und Cap hinter einem Mikrofon auf einem Stuhl
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Nicht nur in Monaco unter besonderer Beobachtung: Mick Schumacher hat auch Mercedes-Boss Toto Wolff auf sich aufmerksam gemacht.

Mick Schumacher hat dem berühmten Namen in der Formel 1 bislang alle Ehre gemacht. Auch bei Mercedes werden die Vorstellungen des Haas-Piloten sehr genau verfolgt.

München - An seinem fünften Rennwochenende in der Formel 1 wartet auf Mick Schumacher die wirkliche Feuertaufe. Denn die rund 1000 PS starken Boliden zwischen den Leitplanken durch das Kurvengeschlängel von Monaco zu manövrieren, ist quasi die ultimative Aufgabe für die Piloten. Wie schwierig das sein kann, musste der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher bereits erfahren: Gleich zweimal war im Freien Training vorzeitig Schluss, weil er mit seinem Haas in der Wand landete.

Der Kurs bietet aber auch ungeahnte Chancen. Denn nirgendwo sonst kann fahrerisches Können technische Defizite des Fahrzeugs in ähnlichem Maße wettmachen. So mancher Pilot sorgte hier bereits mit eigentlich deutlich unterlegenem Material für Furore. Beispiel gefällig? Sebastian Vettel steuerte seinen Toro Rosso 2018 im Fürstentum auf Platz fünf.

Mick Schumacher in Monaco: Mercedes-Boss Wolff lobt auch die Eltern

Mick Schumacher kennt den Kurs, der keinerlei Fehler verzeiht, bereits aus seinem ersten Formel-2-Jahr. Damals blieben ihm die Plätze 13 und elf. Mick und Monaco - das scheint also noch keine Liebesbeziehung zu sein. Umso mehr könnten ihm lobende Worte vor dem Wiedersehen mit Sainte Devote, Mirabeau und Rascasse - und wie die Kurven alle heißen - einen Schub geben.

Motivation kann der 22-Jährige aus den Einlassungen von Toto Wolff auf jeden Fall ziehen. Denn der Teamchef von Mercedes drückte im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung seine Bewunderung für Schumi jr. aus. „Ich halte viel von Mick“, betonte der Österreicher: „Er ist eine sehr positive Persönlichkeit, intelligent, die Eltern haben alles richtig gemacht.“ Daumen hoch also auch für Michael und Corinna.

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Mick Schumacher in Monaco: „Wird in der Formel 1 Karriere machen“

Nach den bisherigen Eindrücken - der amtierende F2-Champion hatte im Rookie-Duell mit Teamkollege Nikita Mazepin durchweg die Nase vorn - sieht Wolff eine rosige Zukunft: „Man sollte ihm Zeit und Ruhe lassen. Aber das, was ich gesehen habe in den ersten Rennen, sagt mir, dass Mick in der Formel 1 Karriere machen wird.“

Das Wort des gebürtigen Wieners hat Gewicht. Seit 2013 ist er als Nachfolger von Norbert Haug Motorsportchef von Mercedes. Im darauffolgenden Jahr begann - auch dank der Rückkehr zu den Turbo-Motoren - die bis heute anhaltende Dominanz der Silberpfeile, die alle Fahrer- und Konstrukteurstitel abräumten.

Als Michael Schumacher sein Comeback gab und von 2010 bis 2012 für das Team fuhr, schien diese Serie noch Utopie zu sein. Vielleicht wird in einigen Jahren wieder ein Schumacher für den einzigen deutschen Rennstall ins Lenkrad greifen. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg - aber die Entscheider um Wolff scheinen Deutschlands künftige Motorsport-Hoffnung sehr genau zu verfolgen. (mg)

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