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Neue Cockpit-Chance für Mick? „Müsste auf jeder Liste stehen von Teams mit freiem Platz“

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Von: Marcus Giebel

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Mick Schumacher trägt Teamkleidung
Wohin führt sein Weg? Mick Schumacher sucht noch ein Cockpit für seine dritte Saison in der Formel 1. © IMAGO / Marco Canoniero

Mick Schumacher kämpft in der zweiten Saisonhälfte der Formel-1-WM 2022 nicht nur um Punkte, sondern auch um ein Cockpit für das nächste Jahr. Ein Teamchef scheint ein besonders großer Fan zu sein.

München - Fünf Cockpits sind für die Formel-1-Saison 2023 noch zu vergeben. Und weiter droht das erste Jahr seit 1981 ohne deutschen Stammfahrer in der Königsklasse. Die besten Aussichten, um dies zu verhindern, besitzt angesichts des anstehenden Karriereendes von Sebastian Vettel dessen Kumpel Mick Schumacher.

Dessen Verhandlungsposition hat sich nach zuletzt zwei enttäuschenden Rennwochenenden nach der Sommerpause und dem nach seiner Vertragsauflösung bei McLaren neu auf den Markt gekommenen Daniel Ricciardo nicht unbedingt verbessert. Aber seine Duftmarke hat der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher nach anderthalb Jahren in der Formel 1 längst hinterlassen.

Mick Schumacher zu Williams? Lobende Worte von Teamchef Capito

Das sieht auch Jost Capito so. Der Teamchef von Williams hat neben Alex Albon noch einen Platz zu vergeben. Im Sky-Interview am Rande des Italien-GPs in Monza sagte der 63-jährige Siegerländer auf die Frage, ob auch „Schumi jr.“ als Fahrer des Traditionsteams infrage kommen würde: „Na klar. Ich glaube, der Mick ist sehr schnell und ein guter Typ. Er müsste auf jeder Liste stehen von den Teams, die noch einen Sitz frei haben.“

Zumindest bei AlphaTauri wurde ihm jedoch die Tür von Helmut Marko bereits zugeschlagen. Der Motorsportberater von Red Bull - der italienische Rennstall zählt zum Imperium des Getränkekonzerns - betonte zuletzt im tz-Interview: „Solange Mick Schumacher im Förderungsprogramm von Ferrari ist, werden wir uns nicht mit ihm beschäftigen.“ Bei Sky hatte der Österreicher zudem gesagt: „Wir haben unser eigenes Programm und natürlich ziehen wir unsere eigenen Leute vor.“

Jost Capito in Teamkleidung
Holt er Mick Schumacher zu Williams? Teamchef Jost Capito hält viel von seinem Landsmann. © IMAGO / NurPhoto

Mick Schumacher und Ferrari: Binotto will erst später Saisonbilanz ziehen

Fraglich bleibt jedoch, ob die Scuderia die Zusammenarbeit mit dem 23-Jährigen überhaupt fortsetzen wird. Zuletzt gab es Meldungen, wonach bereits beschlossen sei, ab 2023 getrennte Wege zu gehen. Wodurch Schumacher womöglich erst für Williams interessant werden könnte, denn das Team setzt auf Mercedes-Power.

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto lässt sich aber noch nicht in die Karten schauen. Der selbst unter Druck geratene Italiener sagte in Monza: „Wir werden uns in ein paar Rennen zusammensetzen, eine Saisonbilanz ziehen - auch mit Haas - und entscheiden, was das Beste für die Zukunft ist.“ Allerdings wird gemunkelt, dass die US-Amerikaner künftig freier entscheiden können, wen sie in ihre Autos setzen - auch wenn das Team als Ferrari-Kunde an den Start geht.

Video: Ferrari-Teamchef Mattia Binotto will Zukunft von Mick Schumacher klären

Mick Schumacher und Haas: Teamchef Steiner bemängelt die fehlende Konstanz

Wie Binotto will auch Haas-Teamchef Günther Steiner nichts überstürzen und weiß sich angesichts des Aufwärtstrends im Vergleich zur Vorsaison in einer guten Verhandlungsposition mit Interessenten. In einem Interview mit Speedweek betonte der Südtiroler noch einmal, dass alles offen sein: „Ich sage ehrlich, wir wissen nicht, ob Mick bleiben wird oder nicht.“

Seine Kritik am Formel-2-Champion des Jahres 2020: „Er hat in Kanada, England und Österreich sehr gute Rennen geliefert. Ihm fehlt aber die Konstanz, er müsste öfters starke Leistungen bringen.“ Die Chance dazu will Steiner Schumacher aber geben: „Wir haben es in der Fahrerfrage nicht eilig und Mick hat noch Chancen zu zeigen, was er kann.“

Mick Schumacher zu Audi? Nach Einstieg bei Sauber kündigt Alfa Romeo Abschied an

Obwohl Mick-Freund Esteban Ocon öffentlich für ein Engagement als sein Teamkollege bei Alpine wirbt, scheint Alfa Romeo die dritte und letzte aussichtsreiche Option zu sein. Hier ist bislang nur Valtteri Bottas für das kommende Jahr bestätigt. Bei dem früheren Sauber-Rennstall steht mit Audi eine deutsche Automarke vor dem Einstieg, die Italiener kündigten jüngst ihren Abschied zum Ende des Jahrs 2023 an.

So mehren sich die Gerüchte, die Ingolstädter würden den Weg für einen deutschen Piloten im Team öffnen. Für Sauber griffen in der Vergangenheit mit Heinz-Harald Frentzen, Nick Heidfeld, Adrian Sutil, Nico Hülkenberg und dem heutigen Formel-E-Piloten Pascal Wehrlein schon diverse Fahrer aus der Bundesrepublik ins Steuer.

Es bieten sich für Schumacher also noch reichlich Möglichkeiten, die Serie der deutschen Starter in der Formel 1 fortzuführen. Für Spannung auch abseits der Rennstrecke ist in den kommenden Wochen gesorgt. (mg)

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