Weltmeister-Sohn in besonderer Lage

Mick Schumacher: Zukunft in der Formel 1 soll bereits geklärt sein - alles hängt an Ferrari

Mick Schumacher beugt sich über sein Fahrzeug
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Interessierter Blick: Mick Schumacher hat in dieser Saison vor allem mit seinem Fahrzeug und seinem Teamkollegen zu kämpfen.

Wie gut ist Mick Schumacher wirklich? Diese Frage lässt sich in seiner ersten Formel-1-Saison wegen des schwächelnden Fahrzeugs nicht beantworten. Die Saison 2022 könnte da eher Aufschluss geben.

München - Zu den vielen Traditionen von Ferrari zählt auch, dass Fahrerverpflichtungen gerne in Monza offiziell verkündet werden. Beim Heimrennen auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke, die an diesem Wochenende zum 71. Mal Gastgeber der Formel 1 ist. Nun hat die Scuderia ihr Piloten-Duo Charles Leclerc und Carlos Sainz jr. für die Saison 2022 längst bestätigt.

Dennoch dürften viele Ferraristi gespannt auf die Besetzung der wenigen noch offenen Cockpits im Fahrerfeld schauen. Denn mit Alfa Romeo und Haas haben die beiden Ferrari-Kundenteams noch jeweils einen freien Platz zu vergeben. Das Schweizer Team hat bislang Valtteri Bottas nach dessen Abschied von Mercedes unter Vertrag genommen, bei den US-Amerikanern bleibt Nikita Mazepin an Bord. Der Russe profitiert freilich davon, dass sein Vater das Sagen beim Hauptsponsor des Teams hat.

Mick Schumacher: Rookie-Jahr bei Haas geprägt von Zweikämpfen mit Kollege Mazepin

Offen ist noch die Zukunft von Mick Schumacher, der sich als amtierender Formel-2-Champion bereits im vergangenen Jahr leise Hoffnungen auf einen Vertrag bei Alfa Romeo machen durfte. Letztlich landete der Sohn von Michael Schumacher bei Haas, wo er immer wieder in Scharmützel mit Teamkollege Mazepin getrieben wird. Denn mehr als Zweikämpfe mit dem russischen Rookie sind angesichts des unterlegenen Boliden nicht drin.

Da Schumi jr. von Ferrari gefördert wird, fällt eine Entscheidung über seine Zukunft nur über Maranello. Und die soll längst feststehen. Wie die Bild berichtet, werde der 22-Jährige bei Haas bleiben. Zwar sei noch nichts unterschrieben und die Verhandlungen mit der Scuderia als Federführer würden noch laufen. Doch es bestehe von allen Seiten Einigkeit.

So viel Abstand haben sie auf der Strecke nicht immer zueinander: Nikita Mazepin (l.) und Mick Schumacher kämpfen in dieser F1-Saison mit stumpfen Waffen.

Mick Schumacher: „Sind in den finalen Schritten mit dem Team“

Darauf ließen auch die jüngsten Aussagen aller Parteien schließen. „Ich glaube, dass wir in den finalen Schritten sind mit dem Team“, erklärte Schumacher in Monza. Bei Haas-Teamchef Günther Steiner klang das so: „Alles geht in die richtige Richtung.“ Der Südtiroler hatte bereits im Juli durchblicken lassen, warum es bei seinem jungen Fahrer mit dem großen Namen etwas länger dauere: „Mit drei Parteien ist es immer schwieriger, als unkompliziert zwischen zwei Parteien einen Vertrag zu machen.“

Auch Ferrari-Teamchef Mattia Binotto hatte im Interview mit RTL und ntv zuletzt eine Vertragsverlängerung angedeutet: „In seinem zweiten Jahr wird Haas wahrscheinlich toll für ihn sein, weil er dann die Gelegenheit haben wird, zu zeigen, wie gut er in der F1 ist. Wir wissen, dass er ein guter Fahrer ist.“ Zugleich skizzierte er auch die Chancen auf einen Aufstieg zu den Roten, bei denen Sainz jr. bis Ende 2022 gebunden ist.

Video: Mick würde alles aufgeben, um wieder mit seinem Vater sprechen zu können

Mick Schumacher: Alfa Romeo muss Fahrerpaarung nicht mehr mit Ferrari abstimmen

Für Schumacher liegen Gegenwart und nahe Zukunft also bei Haas. Hieße auch: kein kleiner Aufstieg vom aktuell chancenlosen Schlusslicht der Teamwertung zum Vorletzten, der zuletzt leicht im Aufwind zu sein schien. Alfa Romeo darf ohnehin erstmals seit der Saison 2017 wieder frei über seine Fahrerpaarung entscheiden, braucht kein Okay mehr von Ferrari, das erst Leclerc und zuletzt Antonio Giovinazzi bei den Eidgenossen parkte.

Die Kräfteverhältnisse zwischen den beiden Teams könnten sich im kommenden Jahr sowieso umkehren. Denn die Karten werden ja gewissermaßen neu gemischt. Ein umfassend überarbeitetes Reglement weckt Hoffnungen auf mehr Chancengleichhheit.

Mick Schumacher: Haas peilt für die Saison 2022 Fahrten in die Punkteränge an

So soll Haas nach Bild-Informationen Besuche in den Punkterängen anstreben. Zum Vergleich: In dieser Saison schafften es die beiden Piloten zusammen erst dreimal in die Top15. Und zwar in Monaco, wo Überholen kaum möglich ist und auch langsamere Fahrzeuge mit der besseren Strategie weiter vorne landen können, sowie in Ungarn, wo nur 13 Autos in die Wertung kamen.

So fällt es natürlich schwer, Eigenwerbung auf der Strecke zu betreiben. Auch wenn man den Namen eines Rekordweltmeisters trägt. Der nicht nur bei Ferrari die Herzen höher schlagen lässt. (mg)

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