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Schumi, ich kann dich verstehen!

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Mika Häkkinen kann den Rückzug von Michael Schumacher aus der Formel 1 verstehen. © dpa

München - In seiner tz-Experten-Kolumne zeigt Ex-Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen Verständnis für den Rückzug von Redkordchampion Michael Schumacher.

Es ist schade, dass Michael (vorläufig?) endgültig aufhört, aber ich kann ihn voll verstehen. Leere Batterien? Das kenne ich nur zu gut.

Ich mochte mich bei meinem Rücktritt 2001 auch nicht mehr motivieren, denn der Druck, besonders im Duell mit Schumacher, war so stark. In Spa beim legendären Überholmanöver musste ich das erste Mal über eine Grenze gehen, über die ich nicht gehen wollte. Wenn du bei über 300 aufs Gras fahren musst, ist das ­Limit ganz einfach überschritten.

Ich hatte mit Michael tolle Rennen, Spa war nur eines davon. Es hat aber nie Kollisionen gegeben. Ich würde nicht sagen, dass es ein ­Gentlemen-Rennfahren war. Aber wir haben uns gegenseitig respektiert, da gab es keine schmutzigen Tricks. Daher habe ich viele schöne Erinnerungen an Michael.

Die Formel-1-Weltmeister seit 1969

Wir sind uns schon früh begegnet und da hat sich herauskristallisiert, dass wir beide Konkurrenten in der Formel 1 werden können. Eines der ersten Duelle gab’s beim Prestige-Rennen in Macao am Ende der Formel-3-Saison. Ich gewann den ersten der beiden Läufe vor Michael und brauchte im zweiten Rennen nur knapp hinter ihm zu fahren, um die Gesamtwertung zu gewinnen. Und was machte ich? Ich wollte ihn dummerweise überholen, es gab eine Kollision, ich war draußen, er gewann.

Dass Michael sich entschlossen hat, nach seinem Rücktritt 2006 ein Comeback zu starten, ist bewundernswert. Die Fragen, die ich mit „Nein“ beantwortet habe, beantwortete er Ende 2009 mit „Ja!“. Kann ich das noch? Will ich das noch? Er machte immer noch einen guten Job.

Er ist eben ein super Fahrer!

Mika Häkkinen, Ex-Formel-1-Weltmeister

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