Nach Reifen-Desaster: Tests in Silverstone erlaubt

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Felipe Massa war nur einer unter vielen, dem in Silverstone der Reifen platzte - und der Kragen

London - Die FIA hat in einer ad-hoc-Aktion die Nachwuchsfahrer-Tests für alle Piloten freigegeben. Regeln sollen geändert werden. Nur eines soll sich nie wiederholen: Der Reifen-Alptraum von Silverstone.

Der Automobilweltverband hat aus dem gefährlichen Reifen-Alptraum von Silverstoneerste Konsequenzen gezogen und die kommenden Nachwuchsfahrer-Tests für alle Piloten freigegeben. Das teilte FIA-Präsident Jean Todt am Montagabend in einer Presseerklärung mit. Um die Lage so schnell wie möglich zu beruhigen, sollen sogar zwei Regeln geändert werden.

„Unsere Priorität ist, die Sicherheit für alle in der Formel 1 zu gewährleisten und wir glauben, dass die Vorfälle in Silverstone ernsthafte Sicherheitsbedenken für die Fahrer bedeuten“, sagte Todt, nachdem es beim Großen Preis von Großbritannien am Vortag zu vier Reifenplatzern im Rennen gekommen war.

Die Nachwuchsfahrer-Tests finden vom 17. bis 19. Juli ebenfalls auf dem Traditionskurs in England statt. Die Tests könnten zudem um einen Tag verlängert werden, teilte die FIA zudem mit. Der deutsche MercedesAMG-Rennstall wird nicht daran teilnehmen.

Das Team um den Silverstone-Sieger Nico Rosberg war wegen eines Privattests für Exklusiv-Ausrüster Pirelli Mitte Mai von den sogenannten „Young-Driver-Tests“ ausgeschlossen worden. Die Silberpfeile hätten nun im „Interesse des Sports“ akzeptiert, weiterhin nicht bei den Zusatzfahrten auf die Strecke zu gehen, obwohl die Nachwuchsfahrer-Tests nun für alle Piloten offen sind.

Um dies alles zu ermöglichen, soll umgehend der entsprechende Artikel im Sport-Regelwerk umgeschrieben werden. Des Weiteren soll auch der Paragraf in den Technik-Statuten geändert werden, wonach eine Änderung der Reifenspezifikationen noch der einstimmigen Zustimmung aller Teams bedarf. „Dies wird es uns erlauben, die notwendigen Aktionen zu unternehmen, um die Sicherheit zu gewährleisten“, hieß es in der FIA-Mitteilung.

Die Formel 1 2013: Alle Fahrer und ihre Autos

RED BULL RACING © Mark Thompson/Red Bull Racing
Dreifach-Weltmeister Sebastian Vettel (Heppenheim) fährt 2013 weiter im Red Bull, der Vertrag läuft bis 2014. © dpa
Teamkollege Mark Webber (Australien) hat noch einmal um ein Jahr verlängert. © Getty
MCLAREN © dpa
Für Lewis Hamilton fährt der 22 Jahre alte Mexikaner Sergio Perez. © ap
Routinier und Ex-Weltmeister Jenson Button (England) wird gefragt sein, er ist langfristig bis 2014 an den Rennstall gebunden. © Getty
FERRARI © dpa
Fernando Alonso (Spanien) wird den nächsten Angriff auf Vettel unternehmen. Er hat einen Vertrag bis 2016. © Getty
Felipe Massa (Brasilien) darf 2013 auch noch mal ran. © Getty
MERCEDES © dpa
Lewis Hamilton (England) statt Michael Schumacher. Der Brite ist vorerst drei Jahre an die Silberpfeile gebunden. © Getty
Nico Rosberg (Wiesbaden) bleibt, er hat einen Vertrag bis 2013. © Getty
LOTUS © dpa
Kimi Räikkönen (Finnland) wird als WM-Dritter 2012 noch mehr wollen. © dpa
Romain Grosjean (Frankreich) darf trotz seiner wiederholten Auftritte als Crashpilot wohl bleiben, ist aber noch nicht bestätigt. © dpa
WILLIAMS © Getty
Pastor Maldonado (Venezuela), Sieger in Barcelona, bleibt. Er bringt auch noch Geld aus Venezuela mit. © Getty
Bruno Senna ist raus, Testpilot Valtteri Bottas (Finnland) steigt zum Stammfahrer auf. © getty
FORCE INDIA © Sahara Force India
Paul Di Resta (Großbritannien) bleibt © getty
Adrian Sutil kriegt das zweite Cockpit © dpa
SAUBER © dpa
Die Schweizer treten mit einer neuen Paarung an. Nico Hülkenberg (Emmerich) wechselt von Force India zu Sauber. © dpa
Neben Nico Hülkenberg darf der 21-jährige Deübtant Esteban Gutierrez (Mexiko) ran. © dpa
TORRO ROSSO © dpa
Daniel Ricciardo (Australien) © getty
Jean-Eric Vergne (Frankreich) © getty
MARUSSIA © dpa
Hier ist alles neu! Timo Glock ist weg, für ihn ist Jules Bianchi da © Getty
Sein Kollege: Max Chilton © Getty
CATERHAM © dpa
Charles Pic (Frankreich), bisher Marussia, heuert bei dem anglo-malaysischen Team an. © getty
Giedo van der Garde ist sein Kollege © Getty

Unterdessen habe man Pirelli um eine Rückversicherung gebeten, dass sich die Ereignisse von Silverstone nicht noch mal wiederholen würden beim kommenden Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring. Am Sonntag in Silverstone waren gleich zu Beginn des Rennen jeweils drei linke Hinterreifen förmlich explodiert. Gegen Ende erwischte es einen weiteren Fahrer. Die Piloten sprachen nachher ungewohnt offen über große Sorgen um die eigene Sicherheit und schlossen sogar einen Boykott unter diesen Voraussetzungen nicht aus. Bei Pirelli wurde am Montag unter Hochdruck nach den Ursachen für die Reifenplatzer gesucht.

dpa

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