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Ex-Formel-1-Champion soll Lewis Hamilton übel beschimpft haben - Rekordweltmeister reagiert

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Von: Antonio José Riether

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Der ehemalige Formel-1-Pilot Nelson Piquet sorgte mit abfälligen und möglicherweise rassistischen Aussagen gegen Lewis Hamilton für Wirbel.

London - Am Dienstagmittag veröffentlichte die Formel 1 ein Statement, in dem sich die Rennserie gegen jegliche Form von Diskriminierung und Rassismus ausspricht. Zwar verzichteten die Verantwortlichen darauf, die Botschaft in einen Kontext zu stellen, aus dem Nichts kam sie jedoch keineswegs. Auslöser des Statements war eine Aussage des dreifachen Formel-1-Weltmeisters Nelson Piquet, der Brasilianer hatte sich wohl rassistisch gegenüber Rekord-Titelträger Lewis Hamilton geäußert.

Dreifacher Formel-1-Champion Nelson Piquet sorgt mit abwertender Bezeichnung für Wirbel

Bei den Aussagen handelt es sich um einen Ausschnitt aus einem brasilianischen Podcast aus dem vergangenen November. Dabei sprach der 69-Jährige eigentlich über den Unfall zwischen Hamilton und seinem Herausforderer Max Verstappen in Silverstone im Juli, bei dem sich der Brite einen zwischenzeitlichen Vorteil verschafft hatte. „Der ‚Neguinho‘ stellte das Auto ab und ging“, meinte Piquet beiläufig und ohne Hamilton beim Namen zu nennen – nun fällt ihm dieser Satz vor die Füße.

Die Verniedlichungsform des brasilianisch-portugiesischen Wortes für „negro“, also der eigentliche Begriff für „Schwarzer“, geht in der Übersetzung in etwa in die Richtung des deutschen „Negerlein“. Da das Wort im Brasilianischen auch ohne rassistische Konnotation verwendet werden kann, ist dies jedoch nicht mit dem tatsächlichen Ausdruck des N-Worts vergleichbar. Im Kontext kann die Aussage aber durchaus als abfällig verstanden werden.

Formel 1, FIA und Mercedes positionieren sich gegen Rassismus - Konsequenzen für Piquet?

Der Clip kursierte nun wieder im Netz, besonders auf Twitter wurde er massenhaft geteilt. Die Kritik ließ darum nicht lange auf sich warten, die Formel 1, Rennställe wie Hamiltons Mercedes-Team und sogar der Automobilverband FIA sahen sich dazu gezwungen, Stellungnahmen zu veröffentlichen.

Nelson Piquet sorgte mit seinen Aussagen für Ärger.
Nelson Piquet sorgte mit seinen Aussagen für Ärger. © Janos Marjai/dpa

„Diskriminierende oder rassistische Sprache ist in jeglicher Form inakzeptabel und hat keinen Anteil an der Gesellschaft. Lewis ist ein unglaublicher Botschafter für unseren Sport und verdient Respekt“, schrieben die Verantwortlichen der Rennserie. Hamiltons „unermüdlicher Einsatz für Vielfalt und Inklusion“ sei „vielen eine Lehre und etwas, dem wir uns in der Formel 1 verschrieben haben“. „Wir sprechen gegenüber Lewis Hamilton unsere Solidarität aus und unterstützen seinen Einsatz für Gleichheit, Diversität und Inklusion im Motorsport“, hieß es in der FIA-Mitteilung.

Lewis Hamilton reagiert und bezeichnet auf Piquet-Aussage als „Archaische Denkweise“

Noch ist unklar, ob es neben den Statements auch Konsequenzen für Piquet geben wird. Der Ex-Rennfahrer äußerte sich bislang nicht zu der verbalen Entgleisung. Hamilton meldete sich am Dienstagmittag auf Twitter und schrieb: „Es ist mehr als Sprache. Diese archaischen Denkweisen müssen sich ändern und haben in unserem Sport keinen Platz. Ich war mein ganzes Leben lang von diesen Einstellungen umgeben und zielte darauf ab. Es war viel Zeit zum Lernen. Zeit zum Handeln ist gekommen“. (ajr)

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