Frostige Weihnachten!

Die neue Ferrari-Führung kehrt mit eisernem Besen

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Ferrari-Boss Marchionne (r.), Teamchef Arrivabene: Keine warmen Worte…

Maranello - Vielleicht wären Namensschilder ganz hilfreich bei der Scuderia Ferrari. „Hallo, ich bin Sebastian Vettel“ könnte zum Beispiel darauf stehen, denn der viermalige Weltmeister ist eines von unzähligen neuen Gesichtern in Maranello.

Der Umbruch ist so groß, dass er wertvolle Zeit gekostet hat – der neue Präsident fand bei der Ferrari-Weihnachtsfeier daher mahnende Worte. „Gott baut leider keine Rennwagen, und wir haben jetzt schon Verspätung beim Bau unseres neuen Autos“, sagte Sergio Marchionne, Chef bei Fiat und Ferrari. All das sei aber nötig gewesen, um die Marke zu neuen Erfolgen zu führen: „Die vorherige Teamführung hat strategische Entscheidungen gefällt, mit denen ich nicht übereinstimmte. Deshalb laufen wir schon einem Rückstand hinterher.“

Vom Fahrer bis zum Präsidenten, vom Testpiloten bis zum Chefingenieur, alles ist neu bei der Scuderia, denn alles soll besser werden bei der Jagd auf Mercedes. Als bislang letzten Neuzugang bestätigte Marchionne am Montag die Verpflichtung von ­Jock Clear. Der Engländer soll den kürzlich entlassenen Chefingenieur Pat Fry ersetzen, und er kommt mit besten Empfehlungen: Clear war bis zuletzt Renningenieur bei Mercedes, zuständig für Weltmeister Lewis Hamilton.

Neben zahlreichen neuen Technikern, einem neuen Fahrer und Präsidenten hat die Scuderia auch einen neuen Teamchef. Maurizio Arrivabene soll den Neubeginn organisieren und Vettel die lahmende Scuderia wieder zum Erfolg führen – wie einst sein großes Vorbild Michael Schumacher.

Ferrari-Boss Sergio Marchionne: „Vettel hat denabsoluten Willen, für und mit dem Team zu arbeiten.“

Kein Geringerer als der Rekordweltmeister habe dem jetzigen Teamchef einmal erzählt, dass Vettel eine ähnliche Rolle bei Ferrari zuzutrauen wäre, sagt Arrivabene. Doch er mahnt auch zur Geduld, aus sieben Jahren ohne Fahrertitel sollen endlich die richtigen Lehren gezogen werden. „Ich bin nicht Merlin, der Zauberer“, sagt der Nachfolger von Marco Mattiacci: „Ich glaube an Teamwork, nicht an den Erfolg Einzelner.“

Deshalb, so versicherte Arrivabene im Gespräch mit Sport Bild, bestehe das Team auch keinesfalls nur aus Sebastian Vettel. „Es siegt keine Einzelperson“, sagte der 57-Jährige: „Ferrari besteht aus einem ganzen Team, und das müssen auch die Fahrer respektieren.“ Vettel habe das aber bereits verinnerlicht: Wir dürfen nicht ergessen, dass er ein viermaliger Weltmeister ist und den absoluten Willen hat, für und mit dem Team zu arbeiten.“

Davon ist auch Marchionne überzeugt. „Sebastian Vettel ist nicht naiv, bevor er seinen Vertrag unterschrieben hat, kannte er die Lage bei uns“, sagte der Ferrari-Boss zu La Repubblica. Vettels Job sei es, „die Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft zu schaffen. Wenn ein Rennstall drei Teamchefs in einem Jahr wechselt, bedeutet das, dass etwas nicht funktioniert. Daran müssen wir etwas ändern.“ Vermutlich wird Vettel sein Namensschild nicht allzu lange brauchen.

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