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Neuer Ärger: Hört Mercedes auf?

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Mercedes-GP-Aufsichtsratschef Niki Lauda mit Teamchef Ross Brawn
Mercedes-GP-Aufsichtsratschef Niki Lauda mit Teamchef Ross Brawn © picture alliance / dpa

Stuttgart - Jetzt wird’s eng. Die leise Hoffnung von Mercedes-F1-Aufsichtsrat Niki Lauda, dass es nie zum Prozess kommen würde, hat sich nicht erfüllt. Für Mercedes könnte es schlimm kommen.

Jetzt wird’s eng für Mercedes. Die leise Hoffnung von Mercedes-F1-Aufsichtsrat Niki Lauda, seinem Motorsportchef und Landsmann Toto Wolff sowie Teamchef Ross Brawn, dass es nie zum Prozess kommen würde, hat sich nicht erfüllt. Der Druck auf FIA-Präsident Jean Todt, die Angelegenheit keinesfalls unter den Teppich zu kehren, war zu groß. Er hat den Fall an ein FIA-Gericht, das am 20. Juni über das Schicksal von Mercedes entscheiden muss, weitergegeben.

Für Mercedes könnte es schlimm kommen. Die tz erfuhr, dass die Richter auch §151c des internationalen „Sporting Codes“ im Visier haben. Demnach kann ein Team bestraft werden, wenn es dem Ruf des Sports schadet. Eine hohe Geldstrafe, Punktabzüge, eine Rennsperre und sogar der Ausschluss aus der Konstrukteurs-WM sind möglich.

Letzteres wäre besonders bitter, weil Mercedes dann nicht an den F1-Einnahmen partizipieren würde. Geschätzte 40 Millionen Euro weniger in der Kasse für 2014, das würde auch einem Weltkonzern wie Mercedes nicht gefallen. Zudem ist Nico Rosbergs Monaco-Sieg in Gefahr. Red Bull und Ferrari haben auch gegen die Fahrer beim Monaco-GP Protest eingelegt.

Heiße Grid Girls in der Formel 1

So oder so, der Imageschaden für Mercedes ist schon jetzt immens. Seit die beiden Österreicher Lauda und Wolff bei Mercedes das Sagen haben, spielt der Ehrenkodex keine Rolle mehr. Deshalb werden die Gegner des Formel-1-Projekts im Konzern immer stärker, sie fordern schon lange den Ausstieg aus der Formel 1 und nennen VW als gutes Beispiel. Die Wolfsburger haben es geschafft, Nummer eins weltweit der Automobilbauer zu werden, ohne in der Formel 1 engagiert gewesen zu sein. Besonders der Filz und die Vetternwirtschaft, mit der Lauda und Wolff mit dem Segen von Konzernchef Dieter Zetsche und Finanzchef Bodo Uebber das Formel-1-Geschäft betreiben, stoßen Daimler-Aufsichtsratsboss Manfred Bischoff und dessen Stellvertreter, Betriebsratschef Erich Klemm, immer mehr auf.

Sollte Mercedes des „Betrugs“ überführt werden, könnten nicht nur Köpfe rollen, sondern auch das Formel-1-Projekt eingestellt werden. Das Team würde verkauft und in Zukunft nur noch Motoren geliefert werden. Dafür bräuchte man aber weder einen Niki Lauda noch einen Toto Wolff.

Ralf Bach

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