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Formel-1-Knall: Deutscher Autoriese vor Einstieg in die Königsklasse - mit gleich zwei Teams?

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Von: Tom Offinger

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Das eingehüllte Formel-1-Auto von Alpha Tauri
Ist die Formel 1 bald um zwei Teams reicher? © IMAGO / GEPA pictures

Deutsche Teams haben in der Formel 1 lange Tradition. Mit dem VW-Konzern plant nun ein weiterer Automobilriese seinen Einstieg in die Rennserie.

München/Wolfsburg - Mercedes, Red Bull und Ferrari - seit Jahren bestimmen erfolgreiche Marken das Geschehen in der Formel 1. Besonders die beiden erstgenannten können auf eine unglaubliche Dominanz zurückblicken: Seit 2010 kommt der Weltmeister der Königsklasse des Motorsports aus einem der beiden Teams. Doch die alteingesessenen Rennställe könnten bald mächtige Konkurrenz bekommen: Nach Informationen der F.A.Z. plant der VW-Konzern seinen Einstieg in die populäre Rennserie.

Audi und Porsche in der Formel 1? Gespräche laufen bereits

Demnach will VW nicht selbst den Hut in den Ring werfen, sondern mit seinen Marken Audi und Porsche an den Start gehen. Ab 2026 sollen die Motoren der Rennserie halb elektrisch und CO2-Neutral sein, sodass besonders der Nachhaltigkeitsaspekt in den Überlegungen des Wolfsburger Automobilkonzerns eine Rolle spielen soll. Wie die F.A.Z. weiterberichtet, wollen Audi und Porsche nicht etwa nur „einfache“ Motorlieferanten sein, sondern bestenfalls eigene Rennställe an den Start bringen.

Vorgespräche sollen bereits aufgenommen worden sein, Audi bemühe sich wohl vor allem um einen potenziellen Kauf des traditionsreichen McLaren-Teams. Die Verhandlungen mit Eigentümer Mumtalakat, dem Staatsfonds des Königreichs Bahrain, verliefen versprechend, heißt es weiter. Demnächst plane man, McLaren-Chef Paul Walsh ein entsprechendes Kaufangebot zu unterbreiten. Sportwagenhersteller Porsche führe hingegen intensive Gespräche mit Red Bull, dem Rennstall des aktuellen Weltmeisters Max Verstappen.

VW-Boss Herbert Diess: Lob für die Formel 1, Kritik für Formel E

Eine endgültige Entscheidung könnte vielleicht schon in den kommenden Wochen fallen: Ende Februar soll der Aufsichtsrat von VW zusammenkommen und über das Projekt beraten. Auch von Seiten der Formel 1 würde man einen Einstieg der Wolfsburger begrüßen, heißt es. Formel-1-Chef Stefano Domenicali verspricht sich lukrative Erlöse aus TV-Verträgen, wenn zwei weitere bekannte Marken in den Zirkus einsteigen würden. Unter vorgehaltener Hand soll auch VW-Konzernchef Herbert Diess die Formel-1-Pläne unterstützen. Im Sommer 2020 lobte der 53-Jährige die Rennserie auf LinkedIn und kritisierte gleichzeitig die ambitionierte und voll-elektrische Formel E.

„Die Formel 1 wird CO2-neutral, indem sie synthetische Kraftstoffe nutzen wird“, so Diess vor knapp zwei Jahren. „Sie ist viel aufregender, spaßiger, mehr Rennsport und ein besserer Technik-Wettkampf als die Formel E, die in Stadtzentren ein paar Runden im Spielmodus dreht.

Formel 1: Umweltfreundlicher und bald auch kostengünstiger?

Bei der Entwicklung des Antriebsstrangs wollen Audi und Porsche zusammenarbeiten, diesen aber unter verschiedenen Namen anderen Teams anbieten. Vor allem soll es den Marken darum gehen, die große Bühne der Rennserie zu nutzen, um ihre Motorentechnik einem weltweiten Publikum vorzustellen. Der Konzern könnte die bekannten Marken hingegen dazu nutzen, um die Transformation der ganzen VW-Gruppe in Richtung Elektromobilität voranzutreiben, besonders ab 2026.

Ein weiterer Aspekt der für einen Einstieg spreche, wäre die fortschreitende Deckelung der immense Kosten, die die Rennserie verursacht. In der abgelaufenen Saison durften die Teams nur 145 Millionen Dollar (ausgenommen Gehälter für Fahrer und Teamchefs) investieren, dieser Betrag soll in den kommenden Jahr weiter sinken. Auch die Entwicklung des Antriebsstrangs soll finanziell gedeckelt werden. (to)

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