tz-Expertenkolumne

Rosberg: Darum ist Shanghai so speziell

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Nico Rosberg erklärt, was beim Kurs in Shanghai besonders ist.

Shanghai - In seiner tz-Expertenkolumne schreibt Vize-Weltmeister Nico Rosberg über das Formel-1-Rennen am kommenden Wochenende in Shanghai. Er erklärt, was an diesem Kurs so speziell ist.

Der Große Preis von China in Schanghai zählt zu meinen Lieblingsrennen. Kein Wunder, hier habe ich 2012 meinen ersten Grand-Prix-Sieg geholt. Damit verbinde ich natürlich viele schöne Erinnerungen. Die chinesischen Fans sind großartig, wirklich sehr begeisterungsfähig. Meine Ingenieure haben mir schon von einigen lustigen Erlebnissen in China berichtet. Einige von ihnen mögen es, die chinesische Küche auszuprobieren. Was sie dort schon alles gegessen haben, ist unglaublich.

Zu den Merkmalen des Schanghai International Circuit gehören sehr langgezogene Kurven, die es in dieser Form nur hier gibt. Die ersten Strecken in Australien und Malaysia haben vor allem die Hinterreifen beansprucht, in Schanghai werden durch die einzigartigen Kurven die Vorderreifen mehr belastet. Darauf müssen wir bei der Abstimmung des Silberpfeils achten und uns anpassen.

Die Schlüsselstellen:

Kurve 1: Eine höchst anspruchsvolle Kurve, weil sie zum Ausgang hin immer enger wird. Man kann hier viel Zeit gewinnen, aber bei einem Fehler auch schon entscheidende Zeit verlieren.

Kurve 7: Denn Fahrern macht sie mit am meisten Spaß, weil man mit einem gut abgestimmten Auto so richtig „durchfliegen“ kann. Man fährt sie im sechsten Gang fast voll, die Geschwindigkeit beträgt um die 250 km/h. Das heißt, die seitlichen Fliehkräfte sind hier extrem hoch. Bis zu 4G (das Vierfache des Körpergewichts) wirken seitlich auf den Fahrer.

Kurven 11, 12 und 13: Sie gehören zusammen. Man muss die enge Kurve sehr gut erwischen, um den Rhythmus zu haben, damit man am Ende am Ausgang von Kurve 13 optimale Beschleunigung auf die extrem lange Gerade hat.

Kurve 14: Die beste Gelegenheit zum Überholen. Man bremst vor der Haarnadel von 320 km/h auf 65 km/h herunter, fährt sie im ersten Gang. Wer in der engen Rechts-Kehre auf der Außenbahn ist, hat in der folgenden Linkskurve auf Start-Ziel die bessere Linie, um vorne zu bleiben.

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