1. tz
  2. Sport
  3. Formel 1

"Titanic" verhöhnt Schumi: Niki Lauda außer sich

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Florian Weiß

Kommentare

null
Kleines Foto: Mit diesem Cover sorgt das Satire-Magazin "Titanic" für Wirbel. Große Foto: In diesem Krankenhaus in Grenoble wird der schwer verunglückte Michael Schumacher behandelt. © dpa/Titanic

München - Die Satire-Zeitschrift "Titanic" hat mit dem Cover ihrer aktuellen Ausgabe für Wirbel gesorgt. Darauf wird ein Foto von Niki Lauda gezeigt, das den verunglückten Michael Schumacher darstellen soll.

Satire soll lustig sein, zur Erheiterung beitragen oder auch Dinge kritisieren. Die Berichterstattung des Satire-Magazins "Titanic" zog bereits einige Strafanzeigen und Unterlassungsklagen von zumeist prominenten Opfer nach sich. Jetzt deutet sich der nächste Skandal an. Das Opfer heißt diesmal Niki Lauda.

Auslöser des Wirbels ist das Cover der Febraur-Ausgabe des "Titanic"-Magazins. Darauf zu sehen ist ein Porträt des österreichischen Ex-Piloten Niki Lauda mit der Schlagzeile: "Erstes Foto nach dem Unfall: So schlimm erwischte es Schumi".

Zur Erinnerung: Niki Lauda erlitt bei einem schweren Unfall 1976 am Nürburgring beim Großen Preis von Deutschland schwere Verbrennungen im Gesicht. Seither trägt der heute 64-Jährige stets eine Kappe, die seine verbrannte Kopfhaut bedeckt. Der geborene Wiener ist fassungslos über diese Berichterstattung: "Das Cover ist eine bodenlose Frechheit, absolut indiskutabel und völlig pietätlos", sagte Lauda gegenüber dem österreichischen Blatt "Heute". "Wer bitte druckt so einen Schwachsinn?"

Michael Schumaher liegt nach einem schweren Ski-Unfall seit Ende Dezember im Krankenhaus im französischen Grenoble und wird aktuell aus dem künstlichen Koma geholt. Bei dem Unfall erlitt er schwere Kopf- und Hirnverletzungen. Wann und ob der Rekord-Weltmeister der Formel 1 wieder ganz gesund wird, steht in den Sternen.

Michael Schumacher: Bilder seiner Karriere

Satirische Presseerklärung des "Titanic"-Magazins

Auf Laudas empörte Reaktion reagierte das "Titanic"-Magazin mittlerweile mit einer Presseerklärung, die von Chefredakteur Tim Wolff verfasst wurde: "Die Kritik von Herrn Lauda macht uns betroffen. Immerhin gelang es uns, als erstes Boulevardmedium noch vor 'Bild', 'Bunte' und der 'Tagesschau' ein Foto des verunfallten Nationalhelden Michael Schumacher zu veröffentlichen."

Das klingt wie Hohn, doch es geht noch weiter: "Wir haben unter Einhaltung der üblichen journalistischen Moralstandards einen Investigativ-Reporter als Krankenschwester verkleidet und in die Grenobler Klinik geschickt. Sollte es dabei zu einer tragischen Verwechslung mit einem anderen prominenten Crashpiloten gekommen sein, bedauern wir das ein bisschen."

Das letzte Wort in dieser Debatte ist definitiv noch nicht gesprochen...

Florian Weiß

Auch interessant

Kommentare