Reifenlieferant der Formel 1

Formel-1-Reifen von Pirelli: Das bedeuten die Farben

Pirelli Reifen stehen beim Großen Preis von Spanien
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Die verschiedenen Farben bei Pirelli-Reifen stehen für unterschiedliche Eigenschaften

Pirelli Formel-1-Reifen sind in verschiedenen Härtegraden und mit unterschiedlichen Profilen erhältlich. Jeder Reifentyp ist durch eine eigene Farbe leicht zu erkennen.

Silverstone – Am 13. Mai 1950 wurde das erste Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft und damit des Vorläufers der heutigen Formel 1 ausgetragen. In dieser ersten Saison starteten mit Alfa Romeo, Ferrari und Maserati ausschließlich italienische Rennställe beziehungsweise Fabrikate. Schon damals stattete Pirelli die Rennautos mit Reifen aus.

Pirelli Formel-1-Reifen: Die Geschichte des Rennausstatters

Bereits seit über sieben Jahrzehnten stellt das italienische Unternehmen Pirelli mit Sitz in Mailand Hochleistungsreifen her, die in der Formel 1 eingesetzt werden. Pirelli liefert seit 2011 Einheitsreifen für die Formel 1. Die Einführung der gleichen Reifen für alle Rennställe diente der Vereinheitlichung der Rennbedingungen. Zuvor fungierte in den Jahren von 2007 bis 2010 der Pirelli-Konkurrent Bridgestone als alleiniger Lieferant von Formel-1-Reifen, um sich danach vollständig aus der Königsklasse des Motorrennsports zurückzuziehen.

Seit 2020 wurde die Vereinheitlichung der Reifen weiter vorangetrieben: Pirelli stellt, in Übereinstimmung mit dem Reglement, jedem Team für ein Rennen den gleichen Satz an Reifen zur Verfügung. In jeder Saison werden die Pirelli Formel-1-Reifen modifiziert.

Pirelli Formel-1-Reifen: Farben und Material von Slicks

Durch die Auswahl und gegebenenfalls den Wechsel der Reifen beeinflussen die Rennställe die Erfolgsaussichten ihrer Fahrer in erheblichem Umfang.

Bei den Pirelli Formel-1-Reifen sind grundsätzlich Modelle mit und ohne Profil (Slicks) zu unterscheiden. Slicks eignen sich ausschließlich für optimale Fahrbedingungen bei trockenem Wetter. Im Jahr 2020 führte Pirelli bei seinen Formel-1-Reifen eine Neuerung ein, indem der italienische Reifenfabrikant das Farb- beziehungsweise Kennzeichnungssystem änderte.

Seit der Saison bietet Pirelli fünf Slick-Reifen in nur noch drei Farben je Rennen an. Dabei stehen die verschiedenen Farben für diese Eigenschaften:

  • Weiß: hart
  • Gelb: mittelhart
  • Rot: weich

Je nach unterschiedlichem Material beziehungsweise entsprechend der jeweiligen Mischung kennzeichnet Pirelli die Formel-1-Reifen mit einem numerischen Code. Dabei steht C1 für die härteste und C5 für die weichste Mischung. Anders als bei Reifen für Straßenfahrzeuge wird bei der Produktion von modernen Rennreifen ausschließlich synthetisch erzeugter Kautschuk verwendet.

Pirelli Formel-1-Reifen: Farben der Profil-Reifen

Bei den Profil-Reifen unterscheidet Pirelli zwischen blau und grün gekennzeichneten Varianten. Bei den blauen Pirelli Formel-1-Reifen handelt es sich um Varianten der Kategorie Wet, die bei starkem Regen und stehendem Wasser auf der Fahrstrecke aufgezogen werden. Dagegen werden die grünen Profilreifen als Intermediates bezeichnet, die für eine lediglich feuchte Fahrbahn infrage kommen. Weiche Slick-Reifen weisen die geringste Haltbarkeit auf und bieten nur wenig Grip. Dafür ermöglichen sie das Fahren von extrem hohen Geschwindigkeiten. Profil-Reifen sind durch entgegengesetzte Eigenschaften gekennzeichnet.

Pirelli Formel-1-Reifen: Die Kosten und das Gewicht

Experten gehen davon aus, dass ein Formel-1-Reifen von Pirelli mindestens 1.500 Euro kostet. Für einen kompletten Satz Pirelli Formel-1-Reifen fallen dementsprechend Kosten von 6.000 Euro oder mehr an.

Ein Formel-1-Reifen von Pirelli wiegt rund zehn Kilogramm.

Pirelli Formel-1-Reifen: Ausblick

Ursprünglich hatten die Verantwortlichen geplant, bereits 2020 Testläufe für neue Formel-1-Reifen von Pirelli durchzuführen. Coronabedingt wurde dieses Vorhaben um ein Jahr verschoben. Bei diesem Projekt geht es um die Erprobung von neuartigen Reifen für Felgen mit einem Durchmesser von 18 statt wie bisher 13 Zoll. Diese Regeländerung soll zur Saison 2022 verbindlich eingeführt werden. Damit folgt die Formel 1 der Formel 2. Obwohl die Testläufe eine erhebliche Zusatzbelastung für die Rennställe bedeuten, haben sich neun der zehn in der Saison 2021 startenden Teams dazu bereit erklärt. Die Testfahrten der neuen Pirelli Formel-1-Reifen sollen unmittelbar nach den angesetzten Rennen durchgeführt werden.

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