1. tz
  2. Sport
  3. Formel 1

Porsche-Boss schwärmt von Formel 1: „In einer Liga mit Fußball-WM und Olympia“

Erstellt:

Von: Marcus Giebel

Kommentare

Es wäre eine Überraschung, sollte das Porsche-Comeback in der Formel 1 noch platzen. Der Chef des Autobauers nennt mehrere Gründe für den Einstieg.

München - In der Formel 1 dreht sich alles um Geschwindigkeit. Doch auf die Tube gedrückt wird nur auf der Rennstrecke. Zum Leidwesen von Porsche und Audi, die beide in den Startlöchern stehen, um ihren Einstieg in die Königsklasse des Motorsports zu verkünden. Noch werden sie ausgebremst, denn Voraussetzung für das Go ist die Verabschiedung des neuen Motoren-Reglements, das ab 2026 greifen soll.

Dann wollen die beiden deutschen Autobauer Serien-Weltmeister Mercedes Konkurrenz machen. Aber offiziell kann dieser Plan eben erst werden, wenn die F1-Rahmenbedingungen stehen. Lange Zeit sah der Zeitplan der Serie vor, das Regelwerk, an dem seit mittlerweile zwei Jahren gefeilt wird, am 29. Juni dem FIA-Weltrat vorzulegen, wie Auto, Motor und Sport berichtet.

Doch nun sei dem Bericht zufolge klar: Bis zu diesem Datum gebe es kein Grünes Licht. Folglich hoffe die FIA darauf, bezüglich der Verhandlungen nun im Juli die schwarz-weiß-karierte Flagge schwenken zu können. Garantiert ist das jedoch nicht. Zweifel an den Einstiegsplänen soll es aber weder bei Porsche noch bei Audi geben.

Das Porsche-Zeichen auf einem großen Schild
Will sich in der Formel 1 zurückmelden: Porsche sieht mehrere Gründe für ein Comeback in der Königsklasse des Motorsports. © Marijan Murat/dpa

Porsche vor F1-Einstieg: „Über 1,5 Milliarden Menschen haben Formel 1 verfolgt“

Wie sehr die Stuttgarter auf die Formel 1 abfahren, machte Porsche-Vorstandschef Oliver Blume in der FAZ deutlich. „Im vergangenen Jahr haben über 1,5 Milliarden Fernsehzuschauer die Formel 1 verfolgt“, nennt er einen der wichtigsten Gründe für das anvisierte Engagement. Hinzu komme: In den digitalen Kanälen sei es „die Sportart, die am stärksten an Interesse gewinnt“. Da steckt also noch eine Menge Potenzial.

Für Blume ist die weltumspannende Rennserie ohnehin längst ganz oben angekommen. In seinen Augen „spielt die Formel 1 in einer Liga mit der UEFA Champions League, den Olympischen Spielen oder der Fußballweltmeisterschaft“. Bei diesen Aussichten kann sich die Edelmarke offenbar durchaus noch etwas gedulden.

Porsche beliefert wohl Red Bull: „Wollen uns mit starkem Partner engagieren“

Auch wenn die Chefetage gleich klarstellt: Dabei sein ist für Porsche beileibe nicht alles. „Wenn wir uns in der Königsklasse des Rennsports engagieren, dann mit einem starken Partner“, betont Finanzvorstand Lutz Meschke in der FAZ. Hinter den Kulissen soll längst beschlossen sein, dass der Konzern aus Zuffenhausen bei Red Bull um Weltmeister Max Verstappen einsteigt und damit mit den benachbarten Silberpfeilen um Siege und Titel streiten will.

Aber erst einmal braucht es eben das neue Regelwerk, das Hybrid-Motoren mit 100 Prozent nachhaltigem Kraftstoff vorschreiben soll. Demnach liefert der Verbrenner im Aggregat nur noch 50 Prozent der Leistung, die andere Hälfte ist elektrisch. Sehr zur Freude von Porsche. „Wir begrüßen den Entwurf des Reglements“, stellt Blume klar.

Porsche und die Formel 1: Einstiegschance dank des neuen Motoren-Reglements

Noch müssen aber die Artikel exakt ausformuliert werden, um auch das kleinste Schlupfloch zu stopfen. Denn die Vergangenheit hat immer wieder bewiesen, dass die Rennställe besonders kreativ darin sind, die Regeln zu ihrem Vorteil auszulegen ohne sie wirklich zu brechen.

Erst das neue Regelwerk biete laut Blume die Einstiegschance, was nur alle zehn Jahre der Fall sei. Immerhin starten so alle bei Null - unabhängig davon, wie lange der jeweilige Konzern bereits in der Formel 1 Gas gibt.

Die enorme Popularität und der klimafreundlichere Antrieb sind also zwei wichtige Gründe für Porsche, um nach 35 Jahren in die Formel 1 zurückzukehren. Ein dritter ist die Kostenobergrenze. Das verfügbare Budget sinkt seit vergangenem Jahr von Saison zu Saison, was die Ausgaben überschaubar erscheinen lässt. Blume jedenfalls ist „zuversichtlich, dass es profitabel“ sein könne. Dann wäre das Comeback eine Win-win-Situation - auch ohne Rennsiege. (mg)

Auch interessant

Kommentare