Technischer Chef in der Formel 1

Ross Brawn: Der Formel-1-Sportchef war an allen WM-Titeln von Michael Schumacher beteiligt

Formel-1-Sportchef Ross Brawn während der Testfahrten vor der neuen Saison der Formel 1 auf der Rennstrecke Circuit de Barcelona-Catalunya in der Nähe von Barcelona
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Ross Brawn hat mit seinen Teams zahlreiche Siege in der Formel 1 erzielt

Ross Brawn verhalf im Laufe seiner langen Karriere als technischer Direktor in der Formel 1 verschiedenen Teams zu acht Weltmeistertiteln.

  • Ross Brawn arbeitete über Jahrzehnte als technischer Teamchef in der Formel 1.
  • Als Teamchef des Benetton-Teams und anschließend des Ferrari-Rennstalls unterstützte er Michael Schumacher bei zahlreichen Rennen.
  • Heute hat Ross Brawn die Funktion des Formel-1-Sportdirektors inne.

Mogyorod – Am 16. August 1998 leistete Ross Brawn einen wesentlichen Beitrag zum Sieg von Michael Schumacher beim Formel-1-Rennen auf dem ungarischen Hungaroring: Er wies den deutschen Piloten an, innerhalb von 18 Runden einen Vorsprung von mindestens 20 Sekunden herauszufahren, um seine Führungsposition nach dem Boxenstopp zu halten. Derartige taktische Anweisungen brachten Ross Brawn den Spitznamen „Superhirn“ ein.

Ross Brawn: Herkunft und Ausbildung

Ross Brawn kam am 23. November 1954 im britischen Ashton-under-Lyne in Greater Manchester zur Welt. Schon als Heranwachsender interessiert er sich für den Motorsport und verfolgte Rennen im Belle-Vue-Stadium. Brawn absolvierte eine Ausbildung zum Ingenieur im britischen Atomic Energy Research Establishment.

Ross Brawn: Der Anfang seiner Karriere im Motorrennsport

1976 nahm Ross Brawn seine Tätigkeit bei March Engineering, einem britischen Rennauto-Konstrukteur für die Formel 1, auf. Kurze Zeit später wechselte er als Mechaniker in das Rennteam dieses Unternehmens. In den folgenden Jahrzehnten seiner Karriere arbeitete Brawn für die folgenden Rennteams:

  • Williams (ab 1978)
  • Haas Lola (1985/86)
  • Arrows (1986-1989)
  • Jaguars Sportscar Racing (1989-1991)

Ross Brawn: Technischer Teamchef bei Benetton

Ross Brawn wurde 1991 zum technischen Direktor des Benetton Racing Teams ernannt. Dort begann seine Zusammenarbeit mit Michael Schumacher. Für Benetton gewann Brawn als Teamchef gemeinsam mit dem deutschen Rennfahrer die Fahrerweltmeisterschaften 1994 und 1995 sowie die Konstrukteursweltmeisterschaft 1995 in der Formel 1.

Ross Brawn: Technischer Teamchef bei Ferrari

Michael Schumacher verließ Benetton für das Ferrari-Team 1995, Ross Brawn folgte ihm ein Jahr später. Als technischer Direktor des Rennstalls führte er umfassende Neuerungen ein und schuf damit die Voraussetzungen für die Siege von Ferrari in den folgenden Jahren: Michael Schumacher wurde von 2000 bis 2004 in fünf aufeinanderfolgenden Jahren Formel-1-Fahrerweltmeister. Darüber hinaus errang Ferrari sechsmal hintereinander von 1999 bis 2004 den Titel als Formel-1-Konstrukteurweltmeister. Neben Brawns Leistungen als Ingenieur trugen dazu auch entscheidend seine strategische Rennplanung und technischen Anweisungen während der Rennen bei.

Ross Brawn: Weitere Stationen seiner Karriere in der Formel 1

Ross Brawn beendete seine berufliche Tätigkeit bei Ferrari 2006 und wurde ein Jahr später Teamchef bei Honda Racing F1. 2009 übernahm Brawn den Rennstall im Rahmen eines Management-Buy-outs und benannte ihn in Brawn GP Formula One Team um. Mit den Fahrern Rubens Barichello und Jenson Button wurde Brawn Weltmeister. Noch im selben Jahr verkaufte der Brite seine Anteile mehrheitlich an Mercedes, blieb aber Teamchef. Mit dem Mercedes-Rennteam erzielte Brawn unter anderem diese Erfolge:

  • Chinese Grand Prix als erstes gewonnenes Formel-1-Rennen am 15. April 2012 (Fahrer Nico Rosberg)
  • Grand Prix von Monaco 2013 (Fahrer Nico Rosberg)
  • Hungarian Grand Prix 2013 (Fahrer Lewis Hamilton)

Michael Schumacher fuhr im Mercedes-Team, konnte jedoch an seine früheren Erfolge nicht anknüpfen, er beendete seine aktive Laufbahn 2012.

Ross Brawn: Ernennung zum Formel-1-Sportdirektor

Nach dem Saisonende 2013 verließ Button das Mercedes GP-Team und erklärte im folgenden Jahr seine Karriere für beendet. Damit waren zwischenzeitliche Spekulationen um einen möglichen Wechsel von Brawn zu McLaren gegenstandslos geworden.

Im Frühjahr 2016 machte der technische Teamchef des Red Bull Racing Teams, Christian Horner, den Vorschlag, Ross Brawn zum Formel-1-Sportdirektor zu ernennen. Im Januar des Folgejahres wurde dies umgesetzt. In seiner neuen Funktion übernahm er unter anderem die Aufgabe, als von den Teams unabhängige Instanz das Regelwerk der Formel 1 zu gestalten und dessen Einhaltung zu überwachen.

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