Wissenswertes aus der Formel 1

Safety Car (Formel 1): Ein Deutscher fährt es seit 20 Jahren – Aston Martin neu dabei, Mercedes in Rot

Aston Martin jetzt auch als Safety Car in der Formel 1
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Das neue Safty Car der Formel 1, ein Aston Martin Vantage

Wenn es in der Formel 1 zu einem Unfall, einem Defekt oder zu gefährlichem Wetter wie Starkregen kommt, sorgt das Safety Car für Sicherheit. Es bremst die Fahrer auf eine sicherere Geschwindigkeit herunter und gibt das Rennen erst wieder frei, wenn die Gefahr auf der Strecke gebannt ist.

Paris – Seit 1993 gehört das Safety Car fest zu Rennen in der Formel 1. Zum ersten Mal kam dieser besondere „Sicherheitswagen“ im Jahr 1973 beim Grand Prix von Kanada zum Einsatz. Damals war der Fahrer der Einheimische Eppie Wietzes. Heute hat das Safety Car einen festen Fahrer, der wie die Rennfahrer zu jedem Kurs anreist und seine Aufgabe erfüllt.

Safety Car in der Formel 1: Die Modifikation der Autos

Das Safety Car ist kein normales Serienmodell. So stellt beispielsweise Mercedes-Benz seit 1996 das Sicherheitsauto in der Formel 1. Dabei setzt die Marke auf das in jeder Saison aktuelle Modell, das der Werkstuner AMG-Mercedes im Programm hat. Obwohl es sich hier bereits um ein im Vergleich zum Serienmodell deutlich aufgewertetes Auto handelt, erhält ein Safety Car noch weitere Modifikationen:

  • speziell auf Formel-1-Kurse abgestimmtes Fahrwerk
  • verbesserte Bremsanlage
  • Tuning der Motorleistung
  • Sportsitze vorn (die hinteren Sitze fehlen)
  • Licht-Signalanlage auf dem Dach sowie Blitzlichtanlagen in den Front- und Heckscheinwerfern
  • Funkanlagen digital und analog

In den ersten Jahren stellten verschiedene Hersteller der Formel 1 das Safety Car:

  • 1993: Fiat mit dem Modell Tempra
  • 1994: Opel mit einem Vectra 4x4 und Honda Prelude
  • 1995: Porsche mit einem 911 GT2
  • 1996: Renault mit einem Renault Clio Williams und Mercedes-Benz mit dem Modell C 36 AMG

Von 1996 bis 2020 stellte Mercedes-Benz als alleinige Marke das Safety Car und das Medical Car für medizinische Notfälle. Seit 2021 ist auch ein Aston Martin Vantage dabei. Die beiden Hersteller setzen ihre Autos abwechselnd als Safety Car bei den Großen Preisen ein.

Formel 1: Regelungen zum Safety Car

Wann und wie lange das Safety Car in der Formel 1 zum Einsatz kommt, entscheidet die Rennleitung. Bei einer Gefahrensituation zum Beispiel nach einem Unfall setzt sich das Safety Car vor den Führenden. Die eingeschalteten gelben Blinklichter signalisieren Überholverbot. Der Fahrer des Sicherheitswagens bremst den Führenden auf eine sichere Geschwindigkeit herunter, das Rennen gilt als neutralisiert. Gelbe Fahnen machen die Fahrer auf der Strecke auf diese Situation aufmerksam. Die anderen Fahrer holen auf und fahren in gleichbleibender Reihenfolge hinter dem Safety Car und dem Ersten her.

Der Einsatz des Safety Car kann ein Rennen stark beeinflussen. Zwar verändert sich während der Neutralisation nicht die Reihenfolge der Fahrzeuge, aber ein weit auseinandergezogenes Feld rückt wieder enger zusammen. Nach der Freigabe ergeben sich Chancen zum Überholen.

Kann sich der Fahrer mit dem Safety Car nicht direkt vor dem das Feld Anführenden einreihen, signalisiert er den Fahrern mit einem grünen Blinklicht, dass diese überholen dürfen. Erst wenn der Führende hinter dem Sicherheitswagen auftaucht, wechselt der Fahrer auf das gelbe Licht. Ab jetzt gilt Überholverbot und das Rennen ist neutralisiert.

Formel 1 Safety Car – der Fahrer

Während zu Beginn verschiedene Fahrer – oft Einheimische – das Safety Car fuhren, sitzt seit dem Jahr 2000 der Deutsche Bernd Mayländer am Steuer. Der 1971 geborene Waiblinger war bis 2004 selbst ein erfolgreicher Rennfahrer. Sein Beifahrer in der Formel 1 ist Richard Darker, der seit 2008 als Technischer Assistent bei der Fédération Internationale de l‘Automobile arbeitet. Mayländer engagiert sich auch für Kinder und unterstützt die Aktion „Safety Cars für Safety Kids“.

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