Nach schwerem Ski-Unfall

Schumachers Zustand verschlechtert

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Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister ist fünf Tage vor seinem 45. Geburtstag im französischen Meribel beim Skilaufen schwer gestürzt.

Méribel - Michael Schumacher hat sich beim Skifahren schwer am Kopf verletzt. Nach Medienberichten geht es um Leben und Tod. Die Sorge um den Formel-1-Rekordweltmeister ist groß.

Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher ist knapp fünf Jahre nach seinem schweren Motorradunfall beim Skifahren in Frankreich verunglückt. Er verletzte sich lebensgefährlich am Kopf, wie Medien am Sonntagabend aus Grenoble berichteten.

Nach stundenlangem Bangen um den Gesundheitszustand von Michael Schumacher nahm die Sorge um den verunglückten Schumi dramatische Züge an. Dem TV-Sender BFMTV zufolge erlitt er fünf Tage vor seinem 45. Geburtstag bei seinem Sturz auf Skiern eine Hirnblutung. Zuvor hatte die französische Regionalzeitung „Le Dauphiné Libéré“ berichtet, der Gesundheitszustand Schumachers habe sich verschlechtert, die Prognose sei inzwischen ernsthaft.

Klinik gibt keine Infos heraus

Vom Krankenhaus selbst gab es indes keine Informationen über den Zustand des zweifachen Familienvaters. Eine weitere Stellungnahme von Schumachers Management blieb zunächst ebenfalls aus.

Um 11.07 Uhr am Sonntagmorgen war Schumacher verunglückt, als er zwischen zwei markierten Pisten im Skigebiet in Méribel unterwegs war. Er trug zwar einen Helm, doch zog er sich offenbar ernste Verletzungen bei seinem Sturz mit dem Kopf auf einen Felsen zu. Klinikdirektor Jean-Marc Grenier bestätigte am frühen Sonntagabend lediglich, dass sich Schumacher am Kopf verletzt habe.

Schumachers Managerin Sabine Kehm betonte in einem ersten Statement: „Wir bitten um Verständnis, dass wir über seinen Gesundheitszustand keine fortlaufenden Informationen abgeben können.“

Vor dem Krankenhaus in Grenoble wurden umgehend Absperrungen aufgebaut, immer mehr Fans des siebenmaligen Weltmeisters waren im Verlauf des Tages dorthin geströmt.

Schumacher in Spezialklinik verlegt

Schumacher war dort nach Angaben von Grenier gegen 13.00 Uhr eingeliefert worden. Er wurde im Traumazentrum der CHU-Klinik am Nachmittag eingehend untersucht. Später traf unter großem Polizeiaufgebot Professor Gérard Saillant ein - er hat Schumacher schon nach seinem schwersten Formel-1-Unfall vor etwa 14 Jahren operiert.

Unmittelbar nach dem Ski-Unfall am Sonntag soll Schumacher nach Angaben von Christophe Gernigon-Lecomte, Chef der Skistation Méribel, an Ort und Stelle notfallmäßig versorgt worden sein. Mit dem Rettungshubschrauber wurde er zuerst ins Krankenhaus von Moûtiers geflogen, von da kam der zweifache Familienvater nach Grenoble.

Laut französischen Medien soll Schumacher beim Skifahren unter anderem mit seinem 14-jährigen Sohn unterwegs gewesen sein. Seine Managerin bestätigte lediglich, dass der ehemalige Rennfahrer nicht allein gewesen sei.

Auch in der Formel-1-Szene wuchs die Sorge am Sonntag immer mehr. „Ich hoffe, Michael Schumacher geht es schnell besser“, twitterte Pilot und Landsmann Adrian Sutil. „Nur das beste, alter Freund“, twitterte Schumachers Kumpel, Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski.

Genesungswünsche via Twitter

Felipe Massa, einst Schumachers treuer Gehilfe bei Ferrari, schickte via Twitter Genesungswünsche: „Ich bete für dich, mein Bruder!“, schrieb der Brasilianer: „Ich hoffe, Du erholst dich schnell!! Gott segne dich, Michael.“ Massa postete daneben ein Bild, das ihn verschwitzt nach einem Rennen in den Armen von Schumacher zeigt, den er immer als seinen Professor bezeichnet.

Seit einem Jahr fährt Schumacher nicht mehr in der Formel 1. Der Kerpener, der in der Schweiz am Genfer See mit seiner Familie lebt, ist aber sportlich nach wie vor aktiv - und nicht selten sind seine Leidenschaften mit einem gewissen Risiko verbunden. Auch Fallschirmspringen und Motorradfahren zählen zu den großen Passionen des 91-maligen Grand-Prix-Gewinners.

Mit einem Rennmotorrad war Schumacher im Februar 2009 im spanischen Cartagena schwer verunglückt - damals wurde erst im Nachhinein deutlich, wie heftig der Unfall war. Schumacher hatte eine Fraktur im Bereich der Schädelbasis und eine in der Halswirbelsäule erlitten. Er verletzte sich zudem einen Halswirbel und eine Rippe.

Schwerster Formel-1-Unfall war 1999

Im selben Jahr hatte Schumacher ein Comeback in der Formel 1 absagen müssen. „Die Unfallfolgen waren die schwersten, die Michael in seiner Karriere zu tragen hatte“, sagte damals sein behandelnder Arzt Johannes Peil, Chef der Sportklinik in Bad Nauheim, als Schumacher das Aus für die Rückkehr-Pläne zu Ferrari mitteilte.

2010 kam Schumacher dann allerdings wieder zurück in die Königsklasse des Motorsports. Drei Jahre fuhr der siebenmalige Weltmeister für den deutschen Werksrennstall Mercedes. Für den deutschen Autobauer ist Schumacher weiterhin als Botschafter tätig.

Seinen schwersten Unfall in der Formel 1 hatte Schumacher 1999 erlebt. Damals war er im Ferrari in Silverstone verunglückt und hatte sich einen Schien- und Wadenbeinbruch zugezogen. Über die Erfahrungen damals hatte er mal berichtet: „Ich liege da und merke, wie ich mich wieder so ein bisschen fange und beruhige und fühle meinen Herzschlag. Und fühle plötzlich, wie mein Herzschlag immer weniger wird und plötzlich komplett aufhört. Lichter gehen aus.“

Die Formel-1-Weltmeister seit 1969

Niki Lauda (Foto), Ayrton Senna und Michael Schumacher: Diese Motorsport-Legenden dominierten die Formel 1 über Jahre hinweg. Ein Überblick über die Weltmeister der vergangenen 41 Jahre.  © Getty Images
1969: Jackie Stewart (Schottland), Matra-Ford © mm
1970: Jochen Rindt (Österreich), Lotus-Ford © Getty Images
1971: Jackie Stewart (Schottland), Tyrrell-Ford © Getty Images
1972:  Emerson Fittipaldi (rechts, Brasilien), Lotus-Ford © Getty Images
1973 Jackie Stewart (Schottland), Tyrrell-Ford © Getty Images
1974 Emerson Fittipaldi (Brasilien), McLaren-Ford © Getty Images
1975: Niki Lauda (Österreich), Ferrari © Getty Images
1976: James Hunt (England), McLaren-Ford © Getty Images
1977: Niki Lauda (Österreich), Ferrari © Getty Images
1978: Mario Andretti (USA), Lotus-Ford © Getty Images
1979: Jody Scheckter (Südafrika), Ferrari © Getty Images
1980: Alan Jones (Australien), Williams-Ford © Getty Images
1981: Nelson Piquet (Brasilien), Brabham-Ford © Getty Images
1982: Keke Rosberg (Finnland), Williams-Ford © Getty Images
1983: Nelson Piquet (Brasilien), Brabham-BMW © Getty Images
1984: Niki Lauda (Österreich), McLaren-Porsche Turbo © Getty Images
1985 Alain Prost (Frankreich) McLaren-Porsche Turbo © Getty Images
1986: Alain Prost (Frankreich), McLaren-Porsche © Getty Images
1987: Nelson Piquet (Brasilien), Williams-Honda Turbo © Getty Images
1988: Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda Turbo © Getty Images
1989: Alain Prost (Frankreich), McLaren-Honda © Getty Images
1990 Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda © Getty Images
1991 Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda © Getty Images
1992: Nigel Mansell (England), Williams-Renault © Getty Images
1993: Alain Prost (Frankreich), Williams-Renault © Getty Images
1994: Michael Schumacher (Kerpen), Benetton-Ford © Getty Images
1995: Michael Schumacher (Kerpen, auf dem Foto mit Benetton-Boss Flavio Briatore), Benetton-Renault © Getty Images
1996: Damon Hill (England), Williams-Renault © Getty Images
1997: Jacques Villeneuve (Kanada), Williams-Renault © Getty Images
1998: Mika Häkkinen (Finnland), McLaren-Mercedes © Getty Images
1999: Mika Häkkinen (Finnland), McLaren-Mercedes © Getty Images
2000: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2001: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2002: Michael Schumacher (Kerpen) Ferrari © Getty Images
2003: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2004: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2005: Fernando Alonso (Spanien), Renault © Getty Images
2006 Fernando Alonso (Spanien), Renault © Getty Images
2007: Kimi Räikkönen (Finnland), Ferrari © Getty Images
2008: Lewis Hamilton (Großbritannien), McLaren-Mercedes © Getty Images
2009: Jenson Button (Großbritannien), Brawn GP © Getty Images
2010: Sebastian Vettel (Deutschland), Red Bull © dapd

dpa/sid/afp

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