Formel 1

Wirbel um Sebastian Vettel und Ferrari - Ralf Schumacher kippt Öl ins Feuer

Motorsport: ADAC Formel 4 am 17.04.2016 in der etropolis-Arena in Oschersleben (Sachsen-Anhalt). Ralf Schumacher vom Team „US Racing“ an der Rennstrecke.
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Ralf Schumacher sprach über die Gerüchte um Ferrari und die absichtliche Benachteiligung von Sebastian Vettel.

Benachteiligt Ferrari seinen scheidenden Fahrer Sebastian Vettel? Ex-Formel-1-Pilot Ralf Schumacher hat seine eigene Meinung zu den heftigen Anschuldigungen.

  • Die saisonübergreifenen Leistungen der beiden Ferrari-Piloten Charles Leclerc und Sebastian Vettel sind sehr abweichend.
  • Es gab kürzlich Gerüchte, wonach Sebastian Vettel angeblich von der Scuderia benachteiligt werden soll.
  • Experte Ralf Schumacher unterfütterte die Anschuldigungen gegen den Rennstall.
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München - Bei Ferrari kehrte auch nach dem feststehenden Vettel-Wechsel zu Aston Martin keine Ruhe ein, zu schwach ist die Gesamtleistung der beiden Fahrer. Besonders Sebastian Vettel fährt seinem Teamkollegen Charles Leclerc hinterher, weshalb Zweifel an einer Gleichbehandlung der beiden Piloten aufkamen.

„Die Autos von Seb und Charles sind zweifellos identisch“, stellte Ferrari-Teamchef Mattia Binotto klar. Doch inzwischen stellte sich mit Ralf Schumacher ein Experte hinter den deutschen Fahrer.

Bei der Ausstrahlung des „AvD Motorsport Magazin“ beim Sportsender Sport 1 äußerte der ehemalige Formel-1-Pilot vor dem Großen Preis der Türkei (hier im Live-Ticker) zu einer möglichen Benachteiligung des Heppenheimers. „Das Team hat sich wirklich auf einen Fahrer konzentriert und Vettel etwas außen vor gelassen“, meint der jüngere Bruder von Michael Schumacher.

Formel 1: Schumacher will Ungleichbehandlung erkannt haben - Vettel letztes Jahr „eine ganz andere Klasse“

Die Ungleichbehandlung sei seiner Meinung nach sichtbar, bereits beim blamablen Rennen in Monza sollen Vettel mit dem Scuderia-Team gebrochen haben. Seitdem soll sich der Rennstall auf den 23-jährigen Charles Leclerc konzentrieren.

„Was man Charles schon lassen muss: Vielleicht wegen seines Managements oder weil er jünger ist - er stellt sich gut auf die Situation ein“, stellt Ralf zudem fest. Der Monegasse stehe zu Fehlern und sei Schumacher zufolge auch „in der Lage, das Ferrari-Team hinter sich zu bringen.“ Aktuell steht Leclerc in der Fahrerwertung mit 85 Punkten auf Platz fünf, Vettel krebst auf dem 14. Rang herum.

Seit Vettels feststehendem Abschied ist für den Schumi-Bruder nachvollziehbar, dass er nicht mehr in alle technischen Vorgänge eingebunden ist. „Dem Sebastian wird nur noch gesagt, was er unbedingt wissen muss“, erklärt er. Somit könne Leclerc meist besser mit dem Boliden umgehen, wie Schumacher unter Berufung auf die Ergebnisse dieser Saison behauptet. „Letztes Jahr gab es Rennen, wo Vettel eine ganz andere Klasse war. Ich möchte nur an Kanada erinnern oder den Red Bull Ring. Jenen Red Bull Ring, wo er dieses Jahr gar keine Chance hatte“, so der Experte.

Formel 1: Beabsichtigte Benachteiligung von Vettel? Aston-Martin-Neuzugang hat großen Wert fürs Team

Doch eine wirklich beabsichtigte Benachteiligung möchte der sechsmalige Grand-Prix-Sieger den Italienern nicht unterstellen, da Ferrari mit beiden Autos um Punkte für die Konstrukteurswertung kämpft. Den vierfachen Weltmeister zu benachteiligen, sei darum nicht sehr sinnvoll.

Zudem soll Vettel mit seiner Erfahrung auch den Ingenieuren wichtigen Input geben und hat noch einen Wert für das Team. Diese Qualität könne Vettel nun auch bei seinem neuen Team Aston Martin, das Schumacher als „kleine, kompakte Truppe“ bezeichnet, einbringen. (ajr)

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