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Gefährliche Formel-1-Blockade: Vettel und Hamilton äußern Verständnis, aber auch Kritik

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Von: Antonio José Riether

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Beim Formel-1-Rennen in Silverstone kam es zu einer kurzen Sitzblockade durch Klimaaktivisten. Sebastian Vettel und Lewis Hamilton drückten im Nachgang ihr Verständnis für die Protestaktion aus.

Silverstone - Das Formel-1-Rennen in Silverstone wurde von einem heftigen Kopfüber-Unfall überschattet, ein Alfa-Romeo-Fahrer flog dabei über einen Reifenstapel und wurde erst vom Fangzaun aufgehalten. Am Sonntag hätte es sogar noch zu einem zweiten Fiasko kommen können. Einige Aktivisten nahmen bei der längeren Unterbrechung nach dem Crash die Rennstrecke ein und starteten eine Sitzblockade, die schnell aufgelöst wurde. Sebastian Vettel und Lewis Hamilton äußerten nach der Aktion ihr Verständnis.

Sebastian Vettel
Geboren: 3. Juli 1987 in Heppenheim
Rennstall: Aston Martin
Vertrag bis: Ende 2022
Größte Erfolge: 4 x Formel-1-Weltmeister (2010, 2011, 2012, 2013)

Aktivisten setzen sich aus Protest gegen Erdöl-Nutzung auf die Rennstrecke in Silverstone

Die Aktion der Aktivisten, die der Gruppe „Just Stop Oil“, die sich für das Ende der Erdöl-Nutzung einsetzt, zugeordnet werden konnte, zeichnete sich bereits im Vorfeld ab. So gab es bereits eindringliche Warnungen der Polizei, wovon sich die Protestler allerdings nicht beeinflussen ließen. So kam es dazu, dass sich die Personen auf den Asphalt setzten, während die Boliden an ihnen vorbeifuhren. Die Streckenposten entfernten die Aktivisten von der Strecke, später wurden nach Polizeiangaben sieben Personen festgenommen.

Somit ging die Aktion noch glimpflich aus, Formel-1-Chef Stefano Domenicali reagierte dessen ungeachtet mit einer Ansage. Jeder habe „das Recht, Probleme anzuprangern, aber niemand hat das Recht, Leben in Gefahr zu bringen“, meinte der Italiener, der das Unterfangen der Aktivisten als „komplett unverantwortlich und gefährlich“ bezeichnete. Ähnlich sahen es auch die beiden prominenten Piloten Sebastian Vettel und Lewis Hamilton, dennoch äußerten die beiden ihr Verständnis für das Anliegen der Unruhestifter.

Vettel mit Verständnis für Aktivisten: „Kann wohl jeder verstehen, der das Ausmaß des Problems versteht“

Sebastian Vettel, der die Bewegung gegen den Klimawandel unterstützt, versuchte sich in die Personen hineinzuversetzen. „Jeder kann seine eigene Meinung dazu haben. Ich denke, dass diese Menschen nicht aus Frustration handeln, sondern verzweifelt sind, und ich kann ihre Ängste und Befürchtungen sehr gut nachvollziehen“, wurde der empathische Pilot zitiert. „Das kann wohl jeder verstehen, der das Ausmaß des Problems versteht, das auf uns zurollt“, fügte er hinzu.

Sebastian Vettel kann die Aktivisten ein Stückweit verstehen.
Sebastian Vettel kann die Aktivisten ein Stückweit verstehen. © IMAGO/Phil Duncan

Dennoch kritisierte er die wenig durchdachte Durchführung der Aktion. „Es gibt Streckenposten, die versuchen, die Leute davon abzuhalten, solche Dinge zu tun. Man gefährdet die Leute, die am Rennwochenende beteiligt sind, wie Fahrer und Streckenposten“, so der Hesse.

Lewis Hamilton irritiert Fans mit Aussagen bei der Presskonferenz: „Wir brauchen mehr Leute wie sie“

Auch der siebenfache Weltmeister Lewis Hamilton bewies Einfühlungsvermögen, auch wenn er mit seinem ersten Statement für Verwirrung bei den Fans sorgte. „Ich liebe es, dass Menschen für den Planeten kämpfen. Wir brauchen mehr Leute wie sie“, meinte der Brite bei der Pressekonferenz am Sonntag. Bei seinem anschließenden Erklärung auf Instagram ruderte er jedoch etwas zurück.

So schrieb Hamilton: „Obwohl ich immer Leute unterstütze, die für die Dinge einstehen, an die sie glauben, so muss das in sicherer Art und Weise geschehen. Bitte springt nicht auf die Rennstrecke, um zu protestieren, wir wollen euch nicht in Gefahr bringen!“. Sein Rennstall Mercedes stellte in der Folge klar, dass Hamilton das „Recht zu Protestieren“ befürworte, „aber nicht die Methode, die sie gewählt haben, was ihre Sicherheit und die anderer gefährdet“. (ajr)

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