Neue Saison mit zwei deutschen Piloten

Wegen Michael Schumacher: Sebastian Vettel macht Schumi-Sohn Mick ein Versprechen

Sebastian Vettel (r.) steht neben Mick Schumacher und grinst
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Waren auch schonmal Teamkollegen - auf dem Fußballplatz: Sebastian Vettel (r.) und Mick Schumacher starten 2021 in der Formel 1.

In der vergangenen Saison war Sebastian Vettel der einzige deutsche Stamm-Pilot der Formel 1. Nun rückt Mick Schumacher auf. Der Neuling könnte auf besondere Weise vom viermaligen Weltmeister profitieren.

München - In der Formel 1 wie im Motorsport allgemein gilt das ungeschriebene Gesetz: Der Teamkollege ist der erste Kontrahent. Denn da der mit dem identischen Material um die Kurse kreiselt, lassen sich die Leistungen simpel miteinander vergleichen. Heißt: Wer seinem Stallgefährten das Heck zeigt, steigert seinen Wert.

Nach zwei Jahren im Schatten von Charles Leclerc bei Ferrari muss sich Sebastian Vettel bei Aston Martin nun mit Lance Stroll messen. Dem Kanadier wird bei weitem nicht so viel Talent und vor allem Kompromisslosigkeit attestiert wie dem schnellen Monegassen. Doch mit drei Podiumsplätzen und einer Pole Position hat der Sohn von Teambesitzer Lawrence Stroll in vier Jahren in der Formel 1 durchaus schon für Aufsehen gesorgt.

Vettel will Mick unterstützen: „Kennen uns schon lange und verstehen uns sehr gut“

Bei Vettel kann der eigene Anspruch zu Beginn des Neuanfangs trotz allem nur lauten, den 22-Jährigen in die Schranken zu weisen. Und den Fokus schnell wegzulenken von Stroll. Dann wird auch ein anderer Pilot, der mutmaßlich weit hinter dem viermaligen Weltmeister seine Runden drehen wird, vermehrt seine Aufmerksamkeit bekommen: Mick Schumacher.

Der F1-Rookie ist der zweite deutsche Fahrer im 20-köpfigen Starterfeld der Saison 2021. Für Vettel stellt der Haas-Pilot aber weit mehr dar als einen weiteren Landsmann. Im Interview mit der Sport Bild gestand der Heppenheimer: „Auf der Strecke machen wir unser Ding, aber natürlich ist Mick ein besonderer Gegner. Wir kennen uns schon lange und verstehen uns sehr gut.“

Video: Fragen und Antworten zur neuen Formel-1-Saison

Vettel will Mick unterstützen: Viermaliger Champion lernte auch von Rekordweltmeister Schumacher

In jungen Jahren eiferte Vettel Micks Vater Michael Schumacher nach, himmelte den Superstar des Rennzirkus wahrscheinlich wie viele Gleichaltrige mit Benzin im Blut an. Immer wieder kreuzten sich die Wege der beiden, just in den Jahren von Schumis F1-Comeback für Mercedes feierte Vettel seine ersten drei Titel. Zwischen 2007 und 2012 bildete das Duo beim Race of Champions ein unschlagbares Gespann.

Als Freund der Ferrari-Legende lernte Vettel natürlich auch Sohn Mick kennen. So wie dessen Dad für den Hessen ein wichtiger Ratgeber gerade auf dem Weg in die Königsklasse und letztlich auch in den Rennfahrer-Olymp war, will nun auch Vettel die nächste Schumacher-Generation unterstützen. Das weitergeben, was er vom Rekordweltmeister gelernt hat.

Vettel will Mick unterstützen: „Werde ihm helfen soweit ich kann“

„Es wird viel auf ihn einprasseln in diesem Jahr“, erklärt Vettel in der Sport Bild: „Ich werde ihm helfen, soweit ich kann.“ Das klingt wie ein Versprechen an Mick Schumacher. Aber auch an Vater Michael Schumacher, dem er eben eine Menge zu verdanken hat.

Selbstverständlich wird das nicht so weit führen, den mittlerweile 22-Jährigen auf der Strecke im Fall der Fälle leichter passieren zu lassen. Aber ein paar nützliche Tipps hinsichtlich der für Mick noch fremden Strecken oder des Umgangs mit dem zusätzlichen Rummel, den allein der berühmte Nachname mit sich bringt, werden sicher drin sein.

Waren auch als Konkurrenten in der Formel 1 auf einer Wellenlänge: Sebastian Vettel (l.) gewann seine ersten drei WM-Titel während Michael Schumachers Comeback.

Vettel will Mick unterstützen: Teamkollege bei Haas ist ein Bekannter aus der Formel 2

Einen viermaligen Champion mit der Erfahrung von mehr als 250 F1-Rennen als Ratgeber an der Seite zu wissen, könnte dem amtierenden Formel-2-Champion einen zusätzlichen Schub verschaffen. Und auch Mick hat einen Teamkollegen, dem er durchaus die Grenzen aufzeigen kann.

Nikita Mazepin landete im vergangenen Jahr im Gesamtranking vier Plätze hinter Schumi jr., ist für sein aufbrausendes Temperament bekannt. Sein Vater Dimitri ist der Chef des wichtigsten Teamsponsors - auch das dürfte ihm zum Aufstieg verholfen haben. Stellt Mick den nur wenige Wochen älteren Russen im teaminternen Duell kalt, hätte er das wichtigste Ziel schon einmal erreicht. Ob mit oder ohne Vettel-Tipps. (mg)

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