Thomas Tuchel ist nicht mehr Trainer von Borussia Dortmund

Thomas Tuchel ist nicht mehr Trainer von Borussia Dortmund

Lachen als Therapie?

Vettel hat seine gute Laune wieder - aber das reicht nicht …

+
Kein Zoff mehr: Sebastian Vettel und Daniiel Kwjat.

Shanghai - Sebastian Vettels Wut auf Red-Bull-Pilot Daniiel Kwjat war nicht von langer Dauer. Später entschuldigte er sich Vettel bei ihm für die harschen Worte. Doch für den WM-Kampf reicht die gute Laune nicht.

Sebastian Vettels Wut auf Red-Bull-Pilot Daniiel Kwjat war nicht von langer Dauer. Direkt nach dem Rennen hatte er ihn angeschnauzt, weil der Russe angeblich Auslöser für die Kollision Vettels mit seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen in der ersten Kurve war. Als Kwjat später noch mal in der Ferrari-Hospitality vorbeikam, um über die Kontroverse zu reden, entschuldigte sich Vettel bei ihm für die harschen Worte davor. Er konnte wieder lachen, denn auch er hatte eingesehen: Eigentlich war Kimi Auslöser der Kettenreaktion.

Wie auch immer: Vettel muss mit seinem zweiten Platz beim GP von China noch zufrieden sein. Sieger Nico Rosberg war nie in Reichweite und wenn bei Rosbergs Teamkollegen Lewis Hamilton alles nach Plan läuft, ist ein dritter Platz das höchste der Gefühle. Die Erkenntnis, dass Mercedes auch 2016 nicht zu schlagen ist, hat sich bei Ferrari langsam eingenistet. „Mercedes ist das stärkste Team, das ich in den vergangenen zehn Jahren gesehen habe“, sagt Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene.

Auf der anderen Seite ist in der Formel 1 und vor allem bei Ferrari eines Gesetz: Aufgeben geht nicht! Und deswegen geht Ferrari auf der Jagd nach Mercedes erhebliche Risiken ein. Nicht nur die Fahrer müssen öfters übers Limit gehen, auch die Technik ist am Anschlag – und manchmal auch drüber.

Ein Beispiel ist ein von Mercedes entwickeltes spritsparendes Brennverfahren, das Ferrari kopiert: eine Doppel­einspritz-Strategie in Verbindung mit einer Vorkammerzündung. Dabei wird so mageres Benzin in den Brennraum gespritzt, dass das Gemisch mit einem normalen Zündfunken nicht brennen würde. Deshalb wird die Vorkammer mit einer geringen Menge Benzin angereichert, das durch eine extra Zündkerze entzündet wird. Folge: Die heißen Gassträhnen entflammen das magere Gemisch im Rest des Zylinders. Insbesondere im Teillastbereich kann Mercedes so Benzin sparen, das in Vollgaspassagen für mehr Leistung genutzt wird – mehr Leistung bei gleichbleibendem Verbrauch. Die Effizienz steigt laut Mercedes-Motorchef Andy Cowell auf derzeit 45 Prozent. Zum Vergleich: Die Saugmotoren lagen unter 30 Prozent.

Das Problem: Druck und Temperatur im Zylinder sind viel höher als normal, und der Prozess der Vorkammerzündung verlangt eine präzise Steuerung der Ventile. Bei Vettel war diese Software in Bahrain offenbar fehlerhaft – Vettels Motor ging in Rauch auf. Auch Räikkönens Motorschaden aus Australien könnte eine Folge der hohen Kräfte im Brennraum des Ferrari-1,6-Liter-V6 gewesen sein.

Intern macht man sich jetzt Mut. „Je mehr Probleme wir haben, desto mehr wollen wir kämpfen. Das ist der Geist unseres Teams“, sagt Arrivabene. Der Antriebsschaden von Hamilton im Qualifying könnte Ferrari ja Mut machen. Allein: Das war nur ein kleineres Problem am Wärmegenerator. Und deswegen fragt man sich: Wann wird aus Vettels Lachen Galgenhumor?

Ralf Bach

Auch interessant

Meistgelesen

Formel 1: So endete der Große Preis von Monaco
Formel 1: So endete der Große Preis von Monaco
Formel 1: So sehen Sie das Qualifying für den Großen Preis von Monaco heute live im TV und Live-Stream
Formel 1: So sehen Sie das Qualifying für den Großen Preis von Monaco heute live im TV und Live-Stream
Vettel holt ersten Ferrari-Sieg in Monaco seit 2001
Vettel holt ersten Ferrari-Sieg in Monaco seit 2001
Das müssen Sie über den widersprüchlichen Zoff der Red-Bull-Bosse wissen
Das müssen Sie über den widersprüchlichen Zoff der Red-Bull-Bosse wissen

Kommentare