Spa-Francorchamps: Ardennen Racing

Spa-Francorchamps: Die Strecke des Formel-1-Klassikers in Belgien

Zwei Legenden auf einem Bild: Michael Schuhmacher durchfährt die Eau Rouge in Spa
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Zwei Legenden auf einem Bild: Michael Schuhmacher durchfährt die Eau Rouge in Spa

Spa-Francorchamps ist die längste Rennstrecke der Formel 1, die mit spektakulären Kurven Fahrer und Rennwagen an die Belastungsgrenzen bringt.

  • Der Große Preis von Belgien: seit 1925 auf dem Circuit de Spa-Francorchamps zuhause
  • Im Circuit de Spa-Francorchamps ist die Eau Rouge eine außergewöhnliche Herausforderung
  • Der Kurs ist die längste Rennstrecke der Formel 1

Spa, Belgien - Mit wenigen Jahren ohne Rennstart ist der Ardennenkurs Spa-Francorchamps seit dem Gründungsjahr der Formel 1 1950 permanenter Austragungsort für den Großen Preis von Belgien. Doch bereits zuvor wurde dieses Rennen hier als Einzelwettbewerb ausgetragen, und zwar seit der Eröffnung des Rundkurses 1925. Seinerzeit differierten die Rennlänge, die Streckenlänge und es gab Rekordsieger, die in der Formel 1 Geschichte nicht berücksichtigt werden. Der Kurs war mit seinerzeit mehr als 14 Kilometern gut doppelt so lang wie gegenwärtig in seiner modernen Version. 

Und die Strecke ist seit jeher berüchtigt, was dieser den Spitznamen Ardennen-Achterbahn einbrachte. Der Mexikaner Pedro Rodríguez stellte auf der damals noch 14,099 Kilometer langen Rennstrecke mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 240 km/h einen Rekord auf, der von keinem Sieger gebrochen wurde.

Streckenlänge und Kurven wurden zu gefährlich

Für eine Rennstrecke ungewöhnlich, sind Höhenunterschiede von gut 100 Metern zu überwinden. Obendrein sind neben zahlreichen engen Kurven auch solche wie die Eau Rouge vorhanden, die mit hoher Geschwindigkeit durchfahren werden können, je nach Mut und Können der Fahrer. Dabei treten Fliehkräfte auf, die Mensch und Material an die Belastungsgrenze führen. In einigen Streckenabschnitten wurden derart hohe Kurvengeschwindigkeiten erreicht, dass Spa-Francorchamps aus dem Rennkalender gestrichen wurde. 

Dazu trugen auch die Rennlänge und das unberechenbare Wetter bei. Beinahe regelmäßig regnete es irgendwo auf dem Kurs, während andere Streckenabschnitte absolut trocken waren. Obendrein waren in die Fahrbahn Gullydeckel eingelassen, etliche Kurven waren nicht abgesichert und Gebäude standen direkt neben der Piste. Der Kurs galt 1979 einfach als zu gefährlich. Erst nach drastischen Umbaumaßnahmen und einer Verkürzung auf rund sieben Kilometer startete ab 1983 die Formel 1 wieder auf der beliebten Strecke.

Eine ganz besondere Achterbahn – die Eau Rouge

Eine einzigartige Herausforderung in der Geschichte des Rennsports ist die sogenannte Eau Rouge, auch für die besten Rennfahrer und Rekordsieger. Diese beginnt in einer Senke, führt einen Hang hinauf und endet dort derart abrupt, sodass die Piloten den nachfolgenden Streckenverlauf mit dem Beginn einer Rechtskurve nicht einsehen können. 

Bis die Eau Rouge in den 1990er Jahren immer weiter entschärft wurde, galt diese Kurve in Belgien auf dem Circuit de Spa-Francorchamps als Meisterprüfung für die Spitzenfahrer und Sieger der Formel 1. Inzwischen kann die Kurvenkombination leicht mit Vollgas durchfahren werden. Zuvor galt das Zitat des US-amerikanischen Formel 1 Piloten Dan Gurney, der behauptete, die Eau Rouge trenne „die echten Männer von den kleinen Jungs“. Obwohl die Streckenlänge mehrfach verändert wurde, genau wie die Rennlänge, war die Eau Rouge immer Bestandteil des Kurses.

Sieger und Rekorde auf dem Circuit de Spa-Francorchamps

In der Geschichte des Circuit de Spa-Francorchamps wurden etliche Rekorde aufgestellt, einige für die Ewigkeit. Die schnellsten Rennrunden der Neuzeit legten zwei deutsche Piloten auf den Asphalt. Michael Schumacher erreichte mit seinem Ferrari 2002 eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 241,84 km/h auf der damals 6,968 Kilometer langen Strecke. Es sollte bis 2018 dauern, bis Sebastian Vettel ebenfalls auf Ferrari diesen Rekord brechen konnte. Dies gelang ihm allerdings bei veränderter Streckenlänge von 7,004 Kilometern. Vettels Geschwindigkeitsdurchschnitt betrug 248,42 km/h. Über 50 Mal wurde der Große Preis von Belgien auf dem Circuit de Spa-Francorchamps ausgetragen. 

Die beidenRekordsieger hier sind zugleich zwei der größten Rennfahrer aller Zeiten. Michael Schumacher überquerte nach absolvierter Rennlänge sechs Mal als erster die Ziellinie, Ayrton Senna stand nach fünf gewonnen Rennen ganz oben auf dem Podest der Sieger. Mehr als ein Viertel aller Siege gehen auf das Konto von Ferrari, angefangen mit Alberto Ascari, dem das Kunststück 1952 und 1953 gelang. Überhaupt liest sich die Liste der Sieger von Spa-Francorchamps wie die Hall of Fame der Formel 1. Dies bestätigt, dass dieser Kurs mit seiner Eau Rouge nur von Spitzenfahrern gewonnen werden kann. Neben Senna, Schumacher, Vettel und Ascari finden sich Namen wie Juan Manuel Fangio, Guiseppe Farina, Alan Pros t oder Nigel Mansell. Erstaunlich daran ist, dass der sehr deutlich überwiegende Teil aller Sieger auf dem Circuit de Spa-Francorchamps mindestens ein Mal in der Karriere Weltmeister in der Formel 1 wurde.

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