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Formel 1: Chef Stefano Domenicali – Karriere, Stationen und Erfolge

Stefano Domenicali
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Leitet die Geschicke in der Formel 1: Stefano Domenicali

Stefano Domenicali backt keine kleinen Brötchen: Ferrari, Lamborghini, Formel-1-CEO. Infos zum neuen Geschäftsführer der Königsklasse.

Sotschi – Am 25. September 2020 wurde der Ex-Ferrari-Chef und Sport-Manager Stefano Domenicali von Liberty Media offiziell zum 01. Januar 2021 in die oberste Führungsposition der Formel 1, der Formula One Group berufen. Damit betrat ein in der Szene gut vernetzter alter Hase die Bühne der Königsklasse des Motorsports. Er sollte zum Mit-Initiator der anstehenden Veränderungen im Rennsport werden.

Stefano Domenicali: Lebenslauf des Formel-1-CEO

Der neue Geschäftsführer der Formel 1 wurde in einer absoluten Motorsport-Stadt geboren. Am 11. Mai 1965 erblickte er im italienischen Imola als Sohn eines Bankers das Licht der Welt. Der Motorenlärm der nahen Rennstrecke Autodromo Enzo e Dino Ferrari war Teil seiner Kindheit. Aktuell lebt Stefano Domenicali in Monza. Er zählt zu den wenigen Nicht-Rennfahrern in Führungspositionen im Formel-1-Zirkus.

Nach Ecclestone und Carey ist er der dritte CEO in der langen Geschichte der F1. Er gilt als umsichtig, ehrlich und integer und seine Ernennung wurde in der Rennszene durchweg positiv bewertet. Sein Privatleben weiß der Formel-1-Geschäftsführer perfekt von den Schlagzeilen abzuschirmen. Laut offiziellen Informationen ist er Single und kinderlos. So beziehen sich die Stationen seines Lebenslaufs in erster Linie auf die berufliche Karriere.

Stefano Domenicali: Stationen, Erfolge und Karriere auf dem Weg an die Spitze der Formel 1

Ein Betriebswirtschaftsstudium an der Universität von Bologna legte den Grundstein für seine weitere Karriere. Mit dem Abschluss in der Tasche begann der Italiener 1991, in der Administration von Ferrari zu arbeiten. Nach einem Wechsel zur Scuderia gehörte unter anderem der Umbau der Ferrari-eigenen Rennstrecke von Mugello Circuit zum beachtenswerten Wirken. Diese Motorsportanlage nördlich von Florenz nutzt noch heute die Scuderia zu Testzwecken. Stefano Domenicali betreute zudem Sponsoren, bevor er 1996 direkt ins Management aufstieg.

Dort war er zunächst für die Logistik verantwortlich und übernahm 2002 den Posten des Sportdirektors. 2007 gab er seinen Rücktritt bekannt und folgte Jean Todt auf den Platz des Teamchefs der Scuderia. Im Jahr 2014 wurde er Vorsitzender der Monoposto-Kommission der FIA. Kurzzeitig war er bei Audi in Ingolstadt in einem „Nicht-Renn-Sektor“ in einer Führungsposition beschäftigt. Ab 2016 folgte die Tätigkeit als CEO bei Lamborghini, bevor er 2020 als neuer Geschäftsführer der Formel 1 bestätigt wurde.

Die Karriere im kurzen Überblick:

  • 1991: Abschluss des Studiums der Betriebswirtschaft
  • 1991: Administration von Ferrari/Scuderia in Maranello
  • 1996: Management Scuderia
  • 2002: Sportdirektor Scuderia
  • 2007: Teamchef Scuderia
  • 2014: im November leitende Funktion bei Audi (Bereich Dienstleistung und Mobilität), im Dezember Vorsitz Monoposto-Kommission FIA
  • 2016: CEO Lamborghini in Sant‘Agata Bolognese
  • Seit 2021 CEO der Formel 1

Zu den größten Erfolgen seiner Laufbahn darf Domenicali den Gewinn der Konstrukteurswertung für Ferrari im Jahr 2008 während seiner Zeit als Teamchef zählen.

Stefano Domenicali: Formel-1-Chef mit ambitionierten Plänen

Wo immer er bisher eine Arbeit aufnahm, legte der neue Geschäftsführer der Königsklasse Wert auf Erneuerung. Teil der aktuellen Wunschliste wäre die Neuaufnahme Deutschlands als Veranstaltungsort für einen Grand Prix der Formel 1. Ebenso sieht er großen Handlungsbedarf grundsätzlicher Art in der Nachwuchsförderung und ist damit auf einer Wellenlänge mit dem neu ernannten FIA-Boss Bin Sulayem.

Näher scheint allerdings, dass der Geschäftsführer den VW-Konzern mit seinen starken Marken Porsche und Audi im Reigen der Formel-1-Teilnehmer begrüßen darf. Wesentliche Neuerung verkündete er bezüglich der Abläufe. Die gestenstarke Kniefall-Aktion vor dem Rennen wird ersetzt durch Taten: so zum Beispiel durch das neu ins Leben gerufene Diversity-Programm der Königsklasse. Es umfasst zehn Stipendien für Studienplätze im Ingenieurwesen in Großbritannien und Italien.

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