Stuck: Vettellissimo! Ein grandioser Sieg!

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Striezel Stuck

München - "Was soll man nach dem grandiosen Sieg von Sebastian Vettel in Spa noch für Worte für ihn finden?", fragt Striezel Stuck in seiner tz-Experten-Kolumne - und findet dann doch welche.

Vettellissimo! Bei allem Aberglauben und Pessimismus, machen wir uns nichts vor: Selbst wenn McLaren und Co. tausend Vettel- Voodoo-Puppen anpicksten, es würde bei seinem gigantischen Vorsprung nichts mehr bringen. Vielleicht sollte man ihn entführen und ihn so den Rest der Saison von den Rennen fernhalten. Dann müsste Webber aus eigener Kraft trotzdem noch 93 Punkte holen. Die anderen sogar noch mehr.

Benzin im Blut: Die Stucks

Benzin im Blut: Die Stucks
Striezel Stuck hat für die tz sein Familienalbum geöffnet: Wir zeigen Ihnen die schönsten Fotos, die auch im neuen Buch „Stuck – Die Rennfahrerdynastie“ zu sehen sind © fkn
Benzin im Blut: Die Stucks
Ich war 19 oder 20, als dieses Foto gemacht wurde. Ich vorne und mein Vater hinten auf einer BMW 750. Mein Vater lächelte zwar, aber wer ­genau hinschaut, sieht, dass es etwas gequält war. Das hatte seinen Grund: Im Auto war mein Papa schon der schlechteste Beifahrer der Welt, auf dem Motorrad war es noch ­schlimmer… Er vertraute mir ­dennoch, obwohl er die Arschbacken heftig zusammenkneifen musste… ­Interessant ist übrigens unsere ­Kopfbedeckung. Unglaublich, aber wahr: Damals gab es noch keine Helmpflicht für Motorradfahrer. © fkn
Benzin im Blut: Die Stucks
Die gute alte Zeit: Heute gibt es maßgefertigte Rennfahrerschuhe, ­ultraleicht, ultrastabil. ­Damals musste man noch flexibler sein, um sich in seinem Schuhwerk wohl zu fühlen. Weil die spitzen mir zu breit waren, schnitt ich sie einfach ab. Das war wichtig, denn die drei ­Pedale lagen eng beieinander, man musste zudem beim ­Zurückschalten jedes Mal Zwischengas geben. Ein richtiger Stepptanz zwischen Gas, Bremse und Kupplung. Ein kleines Abrutschen konnte schmerzhaft, ja sogar tödlich sein. © fkn
Benzin im Blut: Die Stucks
Klimatisierte Hospitalities, ­geräumige Boxen mit eigenen Entspannungsräumen. Physios, die Helm und Mineraldrink-Flasche, Regen- oder Sonnenschirm hinter dem Fahrer hertragen? ­Davon konnte mein Papi nur ­träumen. Hier sieht man seine Art der Entspannung vor einem ­Rennen. Der rechte Vorderreifen seines Silberpfeils genügte ihm völlig, um kurz zu relaxen. Interessant sind die damaligen Rennschuhe und deren Besohlung. ­Damit könnte man heute zu jeder Feier gehen, ohne aufzufallen. © fkn
Benzin im Blut: Die Stucks
1979 fuhr ich mit dem ATS des ­deutschen Felgenherstellers Günter Schmid. Das Auto war, milde ­ausgedrückt, nicht gerade das beste im Feld. Ich fuhr mir zwar den Hintern ab, aber viel war nicht zu holen. Leider. Auf dem Foto sehen Sie eine Szene aus ­Monaco. Dort klappte es viel besser, ich lag plötzlich auf Platz drei oder vier. Ganz genau weiß ich es nicht mehr – ist aber auch egal. Denn ich fuhr das Rennen nicht zu Ende. Und das hatte einen ganz bestimmten Grund… © fkn
Benzin im Blut: Die Stucks
­Vorgeschichte: In der Formel 1 fuhr das gesamte Feld mit Einheitsfelgen. In ­Monaco wollte aber Herr S. seine eigenen Felgen promoten und veranlasste, dass wir mit seinen ATS-Felgen fuhren. Es kam, wie es kommen musste: Genau vor seiner Yacht brach mir einer seiner Dinger, das Rad platschte direkt vor seinem Luxusschiff ins Hafenbecken, ich landete in den Leitplanken. Die ­Flüche, die ich ihm hinterherschickte, waren nicht jugendfrei… © fkn
Benzin im Blut: Die Stucks
Diese Werbung war legendär und einzigartig. Vater und Sohn zusammen bei einer Anzeigenkampagne für Jägermeister, mit einem richtig coolen Spruch dabei. Jägermeister war bekannt für visionäre Ideen. Sie waren ja auch die Ers­ten, die bei Eintracht Braunschweig Trikotwerbung in der Fußball-Bundesliga betrieben. Ich stand 1974 bei Jägermeister unter Vertrag. © fkn
Benzin im Blut: Die Stucks
Mein Formel-1-March war ganz in Jägermeister-Orange, mit dem berühmten Geweih drauf. Ich bekam von ihnen 100 000 Mark fürs ganze Jahr, das war 1974 richtig viel Geld. Sie finanzierten mir so meine erste Formel-1-Saison. Für die geniale Kampagne packte mein Vater seine Staubkappe und alte Rennbrille wieder aus. Er hatte genau so viel Spaß wie ich bei den Aufnahmen. Aber so ganz umsonst machte er es auch nicht. Er bekam 10 000 Mark dafür… © fkn
Benzin im Blut: Die Stucks
Motorsport war ja schon immer ein fruchtbares Feld, auf dem schillernde Persönlichkeiten sprießen konnten. Anfang der 70er-Jahre gab es in Deutschland einen Karl Freiherr von Wendt. Der hatte einen Lebenstraum: Er wollte in ­seiner Heimat im Sauerland eine ­eigene Rennstrecke bauen. Deshalb hat er Jochen Mass und mich ­eingeladen, sein Gelände zu inspizieren. Das taten wir denn auch. Aber warum laufen, wenn es besser geht? Also schwangen wir uns auf das Pferd und ritten ­alles ab. Das Projekt kam übrigens nicht ­zustande. © fkn
Benzin im Blut: Die Stucks
Ich liege mit meiner ­Liege im Pool der ­Kyalami-Ranch in Südafrika. Dieses Hotel ist legendär. Alle Formel-1-­Piloten wohnten dort, ­alle hatten furchtbar Spaß. Es musste Außenstehenden vorkommen wie ein Heim für Schwererziehbare. Ein Gag jagte den anderen, immer war ein Anderer Opfer unserer Späße. Die größten Rowdies waren aus meiner ­Erinnerung heraus Ronnie Peterson, Gunnar Nilsson und Striezel Stuck. Es gab übrigens eine Lieblingsbeschäftigung, der wir ohne Ausnahme alle nachgingen. Dieses Spiel hieß: „Jagt die Stewardessen…“ © fkn
Benzin im Blut: Die Stucks
Ich stehe voll und ganz dazu, ein ­strammer Bayer zu sein. Dazu gehört auch, dass ich mich gern mit Lederhose und Gamshut fotografieren lasse. Ich finde, die Tracht steht mir auch gut, oder? So was nennt man wohl einen feschen Burschen. Wann das Foto gemacht wurde, weiß ich nicht mehr genau. Ist auch egal. Wichtig ist: Auf dem Arm habe ich Caspar, meinen damaligen Münsterländer. Ich bin nun mal eine Hundenarr. © fkn
Benzin im Blut: Die Stucks
Was für eine Zeit! Dieses Bild entstand Anfang der 70er beim Großen Preis von Deutschland am Nürburgring. Ich laufe ­richtig gut drauf durch das alte Fahrerlager der Nordschleife. Ja, genau… Wir fuhren damals mit den Formel-1-Monstern durch die „grüne Hölle“. Das ließ uns die gute Laune aber nicht verderben. Die aparte ­Lady an meiner Seite, die ­gerade aus Woodstock ­gekommen sein könnte, ist ­übrigens Helen Stewart – die Frau des dreimaligen ­Weltmeisters Jackie Stewart. © fkn
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Benzin im Blut: Die Stucks © fkn
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Benzin im Blut: Die Stucks © fkn
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Benzin im Blut: Die Stucks
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Benzin im Blut: Die Stucks
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Benzin im Blut: Die Stucks
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Benzin im Blut: Die Stucks
Hier schließt sich der Kreis. Damals fuhr mein Vater unter extremen Bedingungen mit einfacher Staubkappe und Brille und relativ einfachen Handschuhen. Für mich waren er und seine Kollegen wie Bernd ­Rosemeyer oder Rudolf Caracciola wirkliche Helden. Sie riskierten mit ihren PS-Monstern ihr Leben bei jedem Rennen, in jeder Kurve, auf ­jeder Geraden. Einfach immer. Vaters Staubkappe, seine Brille und ­seine Handschuhe bewahre ich auf wie einen Schatz. Ab und zu packe ich sie aus und benutze sie selbst. Wie zuletzt am Wochenende: Dort habe ich mit dem alten Auto Union am Oldtimer-GP in Monaco ­teilgenommen. Wenn der Sohn zum Vater wird… © fkn
Benzin im Blut: Die Stucks
Wenn Sie jetzt Lust auf mehr haben: Das Buch „Stuck – Die Rennfahrerdynastie“ ist erschienen bei Delius Klasing und kostet 29,90 ­Euro. ISBN: 978-3-7688-3164-2. © fkn

Seb muss in jedem Rennen nur noch Vierter werden, um sicher den Titel zu gewinnen. Das sagt ja wohl alles. Richtig gefreut habe ich mich über den Husarenritt von Michael Schumacher. Es zeigt von irrem Kampfgeist und auch Können nach seinem unverschuldeten Radverlust im Qualifying vom letzten Startplatz aus noch auf Platz fünf vorzufahren.

Es zeigt außerdem, dass Michael noch voll mithalten kann mit den „Großen“, wenn das Auto einigermaßen passt. Wer mir Rätsel aufgibt, ist im Moment Lewis Hamilton. Wenn es kracht, ist er mit ziemlicher Sicherheit einer der Beteiligten. Darum geht es nicht nur um die Schuldfrage bei einer Kollision, sondern darum, dass es kein Zufall ist, wenn einer so gut wie immer bei einem Crash beteiligt ist, In Spa crashte er wieder zweimal – bei aller Aggressivität, die wir bei Fahrern sehen wollen. Hamilton geht im Moment zu viele Risiken ein. Und so wird man nie mehr Weltmeister.

Striezel Stuck

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