Erstes Rennen am 26. März

Testen und täuschen: Formel 1 erwartet Krimi zum Saisonstart

Sebastian Vettel in seinem Ferrari im Anflug.
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Sebastian Vettel in seinem Ferrari im Anflug.

Barcelona - Nach dem Testfinale von Barcelona sucht die Formel 1 nach den Lehren für den Saisonstart in Australien. An der Spitze deutet sich ein Dreikampf an. Mercedes sieht sich nicht in der Favoritenrolle.

Lewis Hamilton fühlt sich getäuscht. Selbst auf den letzten Testkilometern der Formel 1 zwei Wochen vor dem Saisonstart rätselte der Titelfavorit noch immer, wie nah die Konkurrenz dem Branchenführer Mercedes im Winter gekommen ist. „Ich glaube, Ferrari blufft, die sind viel schneller, als sie zeigen“, sagte Hamilton zu den Eindrücken der Probetage von Barcelona, die am Freitag endeten. Nach tausenden Übungsrunden mit den neuen Autos stellt sich die Formel 1 auf einen Krimi beim ersten Grand Prix in Melbourne am 26. März ein.

„Ich denke, Ferrari, Mercedes und Red Bull sind eng beieinander, vielleicht innerhalb von zwei oder drei Zehnteln. Es ist doch toll, dass das Feld enger zusammen ist“, sagte Mercedes-Teamaufseher Niki Lauda. Vor allem die von Sebastian Vettel angeführte Scuderia lieferte sich mit den Silberpfeilen auf dem Circuit de Catalunya ein Duell um die Bestzeiten, obwohl gerade die Topteams bei den Probefahrten wie gewöhnlich ihre wahre Stärke zu verschleiern suchten.

Vettel: „Für Testfahrten bekommt man keine WM-Punkte“

So wurde Vettel dabei erwischt, wie er bei schnellen Runden gleich mehrfach am Ende kurz vom Gas ging, um das ganze Potenzial seines neuen SF70H nicht zu enthüllen. „Es geht doch gar nicht darum, wo man hier steht. Für Testfahrten bekommt man keine WM-Punkte“, sagte Vettel, dessen Teamkollege Kimi Räikkönen am letzten Probetag mit 1:18,634 Minuten klar die beste Zeit fuhr. In der Tat wusste Ferrari auch in den vergangenen Jahren häufig bei den Tests zu gefallen, ehe dann in den Rennen die Enttäuschungen folgten. Das hat Vettel und sein Team vorsichtig gemacht.

Und doch weckten die Tage von Barcelona durchaus Zweifel daran, ob Mercedes seine Dominanz der vergangenen drei Jahre auch in den Neustart mit den schnelleren und schwerer beherrschbaren Autos retten kann. „Wir sind definitiv nicht sicher, dass wir vorn sind. Wir dürfen die anderen nicht unterschätzen und werden zu diesem Zeitpunkt ganz sicher nicht sagen: Wir sind die Nummer eins“, sagte der Finne Valtteri Bottas, der bei Mercedes den zurückgetretenen Weltmeister Nico Rosberg ersetzt. Satte 1096 Runden konnten Hamilton und sein neuer Teamkollege an den insgesamt acht Tagen drehen.

Die Autos und Fahrer der Formel 1 in der Saison 2017 im Überblick

Der neue Silberpfeil hört auf den wenig klanghaften Namen „Mercedes F1 W08 EQ Power+“.
Der neue Silberpfeil hört auf den wenig klanghaften Namen „Mercedes F1 W08 EQ Power+“. © AFP
Der erste Fahrer und auch große Favorit auf den WM-Titel ist Lewis Hamilton.
Der erste Fahrer und auch große Favorit auf den WM-Titel ist Lewis Hamilton. © AFP
Ihm zur seite steht mit Valtteri Bottas ein großes Talent. Er wird sich Hamilton aber wohl eher unterordnen als sein Vorgänger.
Ihm zur seite steht mit Valtteri Bottas ein großes Talent. Er wird sich Hamilton aber wohl eher unterordnen als sein Vorgänger. © AFP
Deutlich weniger kompliziert ist der Name des neuen Bolidens von Red Bull: „Red Bull RB13“
Deutlich weniger kompliziert ist der Name des neuen Bolidens von Red Bull: „Red Bull RB13“ © AFP
Wir bereits in der vergangenen Saison sitzt Daniel Ricciardo im Cockpit für die roten Bullen.
Wir bereits in der vergangenen Saison sitzt Daniel Ricciardo im Cockpit für die roten Bullen. © AFP
Sein Teamkollege ist Max Verstappen.
Sein Teamkollege ist Max Verstappen. © AFP
Mit der neuen „roten Göttin“ will Ferrari wieder einen ernsthaften Angriff auf den WM-Thron wagen. Der „Ferrari SF70-H“ wird gesteuert von...
Mit der neuen „roten Göttin“ will Ferrari wieder einen ernsthaften Angriff auf den WM-Thron wagen. Der „Ferrari SF70-H“ wird gesteuert von... © AFP
... Sebastian Vettel, der in seinem dritten Jahr bei der Scuderia nun auch ganz oben stehen wird.
... Sebastian Vettel, der in seinem dritten Jahr bei der Scuderia nun auch ganz oben stehen wird. © AFP
Weltmeisterlich ist auch sein Teamkollege: Kimi Räikkönen.
Weltmeisterlich ist auch sein Teamkollege: Kimi Räikkönen. © AFP
Seit inzwischen neun Jahren mischt Force India in der Formel 1 mit. Der „Force India VJM10“ soll dabei helfen, sich noch weiter oben zu etablieren.
Seit inzwischen neun Jahren mischt Force India in der Formel 1 mit. Der „Force India VJM10“ soll dabei helfen, sich noch weiter oben zu etablieren. © dpa
Gesteuert wird der Renner von Esteban Ocon und Sergio Pérez.
Gesteuert wird der Renner von Esteban Ocon und Sergio Pérez. © dpa
Deutlich länger dabei ist dagegen der Williams-Rennstall. Das Traditionsteam schickt in der Saison 2017 den „Williams FW40“ ins Rennen.
Deutlich länger dabei ist dagegen der Williams-Rennstall. Das Traditionsteam schickt in der Saison 2017 den „Williams FW40“ ins Rennen. © AFP
Felipe Massa will mit dem Renner in seiner diesmal endgültig letzten F1-Saison noch einmal den Jungspunden die Auspuffrohre zeigen.
Felipe Massa will mit dem Renner in seiner diesmal endgültig letzten F1-Saison noch einmal den Jungspunden die Auspuffrohre zeigen. © AFP
Einer dieser jungen Talente ist der Kanadier Lance Stroll, der sich von seinem erfahrenen Teamkollegen einiges abschauen kann.
Einer dieser jungen Talente ist der Kanadier Lance Stroll, der sich von seinem erfahrenen Teamkollegen einiges abschauen kann. © AFP
Ein Hingucker ist der „McLaren MCL32“ des Rennstalls McLaren Honda.
Ein Hingucker ist der „McLaren MCL32“ des Rennstalls McLaren Honda. © AFP
Die Piloten könnten unterschiedlicher kaum sein: Fernando Alonso hat in der höchsten Rennklasse schon so ziemlich alles erlebt, davon will auch der junge Belgier Stoffel Vandoorne profitieren.
Die Piloten könnten unterschiedlicher kaum sein: Fernando Alonso hat in der höchsten Rennklasse schon so ziemlich alles erlebt, davon will auch der junge Belgier Stoffel Vandoorne profitieren. © AFP
Das zweite Team mit dem roten Bullen im Logo ist Toro Rosso (italienisch für Red Bull). Der „Toro Rosso STR12“ ist eine Eigenentwicklung und wird von einem Renault-Motor angetrieben.
Das zweite Team mit dem roten Bullen im Logo ist Toro Rosso (italienisch für Red Bull). Der „Toro Rosso STR12“ ist eine Eigenentwicklung und wird von einem Renault-Motor angetrieben. © AFP
Daniil Kwjat und Carlos Sainz jr sind beide keine Neulinge mehr im Rennzirkus.
Daniil Kwjat und Carlos Sainz jr sind beide keine Neulinge mehr im Rennzirkus. © dpa
Das US-amerikanische Haas-Team startet mit dem „Haas VF-17“ in seine zweite Formel-1-Saison.
Das US-amerikanische Haas-Team startet mit dem „Haas VF-17“ in seine zweite Formel-1-Saison. © AFP
Die Fahrer: Romain Grosjean und Kevin Magnussen.
Die Fahrer: Romain Grosjean und Kevin Magnussen. © AFP
Das Renault-Team gibt es in der F1 schon länger. Mit dem „Renault R.S.17“ soll an alte Erfolge angeknüpft werden.
Das Renault-Team gibt es in der F1 schon länger. Mit dem „Renault R.S.17“ soll an alte Erfolge angeknüpft werden. © AFP
Entscheidend dafür ist natürlich ein gutes Abschneiden der beiden Fahrer Nico Hülkenberg und Jolyon Palmer.
Entscheidend dafür ist natürlich ein gutes Abschneiden der beiden Fahrer Nico Hülkenberg und Jolyon Palmer. © dpa
Last but not least: Das Schweizerische Sauber-Team schickt mit dem „Sauber C36“ einen von einem Ferrari-Motor angetriebenen Wagen ins Rennen.
Last but not least: Das Schweizerische Sauber-Team schickt mit dem „Sauber C36“ einen von einem Ferrari-Motor angetriebenen Wagen ins Rennen. © AFP
Die Fahrer bei Sauber: Der Deutsche Pascal Wehrlein...
Die Fahrer bei Sauber: Der Deutsche Pascal Wehrlein ... © dpa
... und Marcus Ericsson aus Schweden.
... und Marcus Ericsson aus Schweden. © AFP

Top drei - restliche Teams 1,5 Sekunden dahinter

Auch wenn Red Bull in Barcelona zumeist nicht ganz an die Topzeiten von Mercedes und Ferrari herankam, wird im Fahrerlager damit gerechnet, dass diese drei Teams auch in der neuen Saison mit klarem Abstand vor dem Rest des Feldes liegen. Von bis zu 1,5 Sekunden Vorsprung pro Runde auf das enge Mittelfeld, das wohl von Williams angeführt wird, ist die Rede.

Lewis Hamilton in der Boxengasse vor der Mercedes-Box.

Die größte Enttäuschung bislang ist erneut das Traditionsteam McLaren. Der völlig neue Honda-Motor erwies sich bei den Tests als zu schwach und zu empfindlich. Altmeister Fernando Alonso droht schon jetzt ein weiteres Frustjahr.

Dagegen zählt Vize-Weltmeister Hamilton schon die Tage bis zum Abflug nach Australien. „Wie auch immer es jetzt genau steht, ich kann es nicht erwarten, da raus zu gehen und mich mit ihnen zu messen“, sagte der Brite. Seinen nächsten Auftritt im Silberpfeil hat Hamilton dann beim ersten offiziellen Training der Saison im Albert Park von Melbourne.

dpa

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