Daimler-Betriebsrat will Formel-1-Ausstieg

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Formel 1-Weltmeister Lewis Hamilton in seinem McLaren-Mercedes - doch wie lange unterstützt die Daimler AG noch den Motorsport?

Daimler-Betriebsratschef Helmut Lense hat das Formel-1-Engagement des Autobauers infrage gestellt.

"Die Formel 1 hat keine Akzeptanz in der Belegschaft. Das muss man zur Kenntnis nehmen", sagte Lense der "Stuttgarter Zeitung" (Donnerstagausgabe). Beleg für diese Position seien die Reaktionen der Beschäftigten bei den Betriebsversammlungen in allen Daimler-Werken im April.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug konterte, die Spitze des Auto-Herstellers zweifle nicht an der Bedeutung der Formel 1 für die Marke. "Wäre unser Haus nicht davon überzeugt, dass wir damit Wettbewerbsfähigkeit beweisen und letztlich mehr Autos verkaufen können, wären wir nicht dabei", sagte Haug am Mittwoch der dpa.

Dennoch hält der Betriebsratsvorsitzende Lense einen Rückzug aus der Motorsport-Königsklasse für den richtigen Schritt. "Wäre es nicht jetzt das richtige Signal, aus der Formel 1 auszusteigen und sich stattdessen konsequent auf umweltfreundliche Antriebstechnologien zu konzentrieren?", meinte Lense, der Mitglied des Daimler-Aufsichtsrates ist.

Der Rennstall McLaren-Mercedes stellt im Briten Lewis Hamilton den aktuellen Weltmeister. Mercedes-Benz hält 40 Prozent der Anteile an der britischen McLaren-Firmengruppe. Zudem beliefert der schwäbische Autobauer auch die Formel-1-Teams BrawnGP und Force India mit Motoren. Haug zufolge ist der Werbeeffekt des Formel-1-Engagements um ein Vielfaches höher einzuschätzen als das dafür aufgewendete Budget. Dennoch habe "natürlich jeder das Recht, seine Meinung zu äußern", sagte Haug mit Blick auf den Vorstoß des Betriebsrats.

dpa

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