Dicke Luft "beim Daimler"

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Dicke Luft bei Norbert Haug und Lewis Hamilton

Der Schock kam am Mittwoch. Einen Tag vor Abflug von Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug nach Bahrain, forderte Daimler-Betriebsratsvorsitzender Helmut Lense, dass das Formel-1-Engagement des Stuttgarter Konzerns überdacht werden müsse.

Lense sagte in der Stuttgarter Zeitung: „Die Formel 1 hat keine Akzeptanz in der Belegschaft. Das muss man zur Kenntnis nehmen.“ Die Reaktion der Beschäftigten auf den Betriebsversammlungen in allen Daimler-Werken im April hätte dies gezeigt.

Angesichts der aktuellen Herausforderungen in der Automobilindustrie hält Lense einen Ausstieg von Mercedes für plausibel. Lense fordert vielmehr: „Daimler hat das Ziel, führend in green Technology, also in umweltfreundlichen Antriebstechnologien, zu werden. Passt dazu die Formel 1? Wäre es nicht jetzt das richtige Signal, aus der Formel 1 auszusteigen und sich stattdessen konsequent auf umweltfreundliche Antriebstechnologien zu konzentrieren?“

Wer die Hintergründe im Konzern kennt, weiß: Die Frage Lenses ist rein rhetorischer Natur, sie kann durchaus als Befehl für Vorstandschef Dieter Zetsche verstanden werden. Lense ist nicht nur der oberste Belegschaftssprecher – er sitzt zudem im Aufsichtsrat des Konzerns. Ohne ihn, so sagen es Daimler-Insider, kann Zetsche nicht aus der Krise kommen. Wie sonst als mit dem Segen des Betriebsrats kann Zetsche unpopuläre Maßnahmen wie Kurzarbeit oder sogar Entlassungen durchsetzen, um den Konzern zu retten?

Das Interview Lenses wurde nicht rein zufällig der Stuttgarter Zeitung gegeben – dem Haus- und Hofblatt des Konzerns, das bei den Vorständen und Direktoren mit am Frühstückstisch liegt und besonders von den Ehefrauen gelesen wird. Das Interview hat System, ist vielleicht sogar nach Absprache mit Zetsche entstanden. Es gibt nicht wenige, die das vermuten. Zetsche, so argumentieren Insider, wäre eine Steilvorlage des Betriebsrats hochwillkommen, um sich endlich elegant und unter dem moralischen Druck der Formel 1 entledigen zu können. 

Denn die Soll-Seite hat längst die Haben-Seite überholt, die kurzfristig durch den WM-Titel von Lewis Hamilton Oberhand gewann. Der aber hat seinem glänzenden Image und dem seines silbernen Arbeitgebers durch die Lügenaffäre schwere Kratzer zugefügt. Das Image vom Mercedes-Partner McLaren ist nach dem erneuten Skandal zwei Jahre nach der Spionageaffäre im Keller.

Da fällt es auch Teamplayer Norbert Haug immer schwerer, Treueschwüre zu leisten. Ich vermute aber, dass es der Belegschaft und ihrem Sprecher im Daimler-Konzern nicht nur darum geht, in schweren Zeiten Geld sinnvoller auszugeben. Es gibt nicht wenige, denen es nicht gefällt, dass man trotz einer 40-Prozent-Beteiligung an McLaren nichts zu melden hat beim Team, dessen Geist immer noch von Ron Dennis gelenkt wird – sein fast pathetischer und mediengefälliger Rücktritt vor gut einer Woche wird nicht von jedem ernst genommen. Gewinnt ein McLaren, wird die englische Hymne gespielt, gewinnt Hamilton ebenfalls, es gibt keine deutschen Töne in der deutsch-englischen Allianz.

Miss Tuning: So heiß sind die 20 Finalistinnen

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Ein traumhafter Hochglanzkalender entstand. © Tuning World Bodensee

Die meisten in der Stuttgarter Belegschaft sehen es so: Warum also weiterhin Geld an die Engländer verschwenden, wenn wir zu Hause Kurzarbeit leisten müssen oder sogar ganz um den Job bangen? Man kann diese kollektive Unzufriedenheit gerade in Zeiten der Krise nachvollziehen. Andererseits: Mit der Lieferung von Motoren an Brawn und Force India verdient Mercedes Geld. Auch die Formel 1 hat schon zur Jobsicherung beigetragen. Zahlen belegen das. So wurden beispielsweise 60 Prozent der 1999 verkauften C-Klasse-Modelle auf Wunsch mit silberner Lackierung ausgeliefert.

Ex-Mercedes-Chef Jürgen Hubbert deutet das ganz klar als Hinweis, dass sich Motorsport lohnt: „Das war ein klarer Hinweis, dass die Marke Mercedes im Motorsport mit der Farbe Silber verknüpft wird.“ Jetzt ist die Situation aber brandgefährlich. Mit den klaren Aussagen des Betriebsratchefs wurde „beim Daimler“, wie der Schwabe sagt, ein Denkprozess eingeleitet, der am Ende zum Ausstieg aus der Formel 1 führen kann, vielleicht sogar muss. BMW und Toyota werden dann das Engagement ebenfalls auf den Prüfstand stellen – die ganze Formel 1 gerät durch Mercedes ins Wanken. Fest steht deshalb: Die Formel 1 braucht Mercedes mehr als Mercedes die Formel 1.

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