Dritter Sieg von Button - Red Bull wieder bärenstark

"Wir waren besser als Platz zwei!"

Hat man da etwa schon ein bisserl Unzufriedenheit bemerken können, Herr Vettel?

„Wir waren besser als Platz zwei“, grantelte der Shootingstar nach dem dritten Sieg von Jenson Button im vierten Rennen. Und ganz so ausgelassen wurde nach dem erneuten Stockerlplatz auch nicht gefeiert im Red-Bull-Team, oder? „Nein, nein“, wehrte Super-Vettel aber ab, „wir sind super zufrieden nach dieser heißen Woche.“ Und sein Chef, Christian Horner, meinte: „Acht Punkte, zweiter Podiumsplatz in einer Woche, da kann man eigentlich nicht unzufrieden sein!“

Eigentlich – dieses Wort macht den Unterschied aus zum Rennen vor einer Woche. Denn so schnell sind die Ansprüche gestiegen im Red-Bull-Team: Sie sind ein WM-Kandidat, sie waren diesmal „eigentlich“ schneller als die BrawnGPs und sie wollten deshalb wieder siegen. Aber jubeln durfte in der sengenden Sonne von Sachir nur Jenson Button. „Jawoll, Jungs. Großartig gemacht“, schrie er erleichtert ins Mikro, als er die Ziellinie überquerte. Er weiß, dass ihm Vettel im Nacken sitzt. Mit 31 Punkten liegt Button nun aber immer noch 12 Zähler vor Teamkollege Rubens Barrichello und 13 vor Vettel.

Dritter in der arabischen Geröllwüste wurde der von der Pole Position gestartete Toyota-Fahrer Jarno Trulli aus Italien. Trullis Teamkollege Timo Glock, der das Rennen zu Beginn angeführt hatte, musste sich bei 36 Grad im Schatten mit Rang sieben begnügen. Williams-Pilot Nico Rosberg wurde Neunter, der Gräfelfinger Adrian Sutil belegte im Force India Rang 16.

Eine weitere große Enttäuschung erlebte der Mönchengladbacher Nick Heidfeld, der seinen BMW-Sauber nach einem Unfall mit Teamgefährte Robert Kubica in der ersten Runde auf Platz 19 ins Ziel steuerte. Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen verhinderte mit seinem sechsten Platz den schlechtesten Saisonstart der Scuderia seit 40 Jahren. Zum ersten Mal in diesem Jahr brachte der Finne einen roten Renner in die Punkte.

Zufrieden durfte auch Weltmeister Lewis Hamilton sein. Drei Tage vor der Weltrats-Sitzung des Automobil-Weltverbands in der Lügen-Affäre sorgte der Brite mit Rang vier inmitten der Ausstiegsgerüchte um McLaren-Teampartner Mercedes für eine gute Nachricht. „Ein weiterer Schritt nach vorn. Lewis war das gesamte Wochenende Klasse und mehr als Vierter ging halt nicht“, sagte Motorsportchef Norbert Haug. Sprach’s und packte seine Sachen – denn jetzt wartet viel Arbeit: Das große Wettrüsten beginnt: In Barcelona werden alle Teams bis auf Red Bull und Toro Rosso mit einem Doppeldiffusor à la Brawn antreten, BrawnGP denkt wiederum auch schon einen Schritt weiter. Button: „Wir werden auch nachlegen, wir planen etwas. Ich hoffe, es wird funktionieren.“ Und was macht Vettel, so ganz ohne Wunder-Diffusor? Der vertraut auf sein ohnehin fast perfektes Auto.

tz

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