tz-Experten-Kolumne von Nico Rosberg

"Effizient fahren und Sprit sparen"

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Nico Rosberg.

Melbourne - In seiner tz-Experten-Kolumne schreibt Formel-1-Vizeweltmeister Nico Rosberg über den Saisonstart in Melbourne.

2014 habe ich in Melbourne gewonnen, und da wusste ich schon, welch großartige Saison mir bevorstehen würde. Ich reise jedes Jahr rund eine Woche vor dem Grand Prix an, um den Jetlag in den Griff zu bekommen. Die Strecke im Albert Park ist keine permanente Rennstrecke – wenn die Formel 1 nicht fährt, sind dort Straßenautos unterwegs. Deshalb ist die Piste am ersten Trainingstag meistens sehr rutschig, und es dauert, bis sie Grip aufgebaut hat. Eine Besonderheit ist die Startzeit am späten Nachmittag. Bis zur Rennmitte steht die Sonne so tief, dass man auf einigen Geraden hineinsieht. Dadurch sieht man seine Bremspunkte fast nicht. Das macht die Fahrt noch schwieriger. Ein weiterer Faktor ist der Benzinverbrauch, der in Melbourne recht hoch ist. Spritsparen hängt nicht nur von den Motoreinstellungen ab. Vieles ist auf den Fahrstil des Piloten zurückzuführen. Wir müssen effizient fahren – das bedeutet zum Beispiel, am Ende der Geraden vom Gas zu gehen, bevor man die Bremszone erreicht hat.

Und das sind die Schlüsselstellen:

Kurve 1: Es wird hier ganz eng beim Start. Die Autos werden brutal heruntergebremst, was nicht einfach ist. Grund: In der Bremsphase ist die Strecke nicht ganz eben. Die Vorderräder neigen zum Blockieren.

Kurve 3: Die beste Stelle um zu überholen. Allerdings muss der Angriff optimal vorbereitet sein. Ab Kurve 1 muss man dem Vordermann Druck machen und ihn dazu verleiten, beim Anbremsen zu Kurve 3 die Ideallinie freizugeben.

Kurve 12: Die schnellste Kurve der Strecke, es ist äußerst spannend, dort das Rennen zu verfolgen. Es ist eine sehr schnelle Links-Rechts-Kombination, die im fünften Gang gefahren wird. Platz für Fehler lässt diese Kurve nicht zu.

Kurve 15 und 16: Besonders im Qualifying kann hier Zeit verlorengehen. Wer die Vorderreifen in den Kurven vorher zu sehr belastet hat, bekommt Untersteuern. Man muss vom Gas. Dieses Lupfen kann bis zu vier Zehntelsekunden kosten.

Von Nico ­Rosberg, Vizeweltmeister

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