tz-Experten-Kolumne von Nico Rosberg

"Mit 350 km/hüber die Insel …"

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Nico Rosberg.

Montreal - In seiner tz-Experten-Kolumne schreibt Formel-1-Star Nico Rosberg über das Rennen in Montreal, für in "einer der Höhepunkte des Jahres".

Das Rennen in Montreal ist für mich einer der Höhepunkte des Jahres. Es ist eine schöne, aber auch verrückte Stadt, in der immer etwas los ist. Nirgendwo ist das Fahrerlager so früh leer gefegt, weil alle die Vorzüge der kanadischen Metropole ­genießen wollen. Das gilt natürlich nicht für Fahrer und Ingenieure, denn die haben bis spät abends an der Rennstrecke zu tun.

Besonders für die Ingenieure ist der Kurs auf einer Insel im St.-Lorenz-Strom eine ­große Herausforderung. Vor allem der extrem hohe Bremsen-Verschleiß bereitet ihnen Kopfzerbrechen. Davon kann ich ein Lied singen. 2014 waren meine Bremsen so gut wie weg, ich musste alles Mögliche verstellen, um das Auto überhaupt ins Ziel zu bringen und sogar noch Zweiter zu werden. Das Rennen war eines meiner besten überhaupt.

Der Circuit Gilles Villeneuve ist die erste ­Strecke in dieser Saison, auf der wir mit einem speziellen Paket für wenig Abtrieb ­fahren. Mit den Hybrid-Turbo-Autos bedeutet dies: absolute Höchstgeschwindigkeiten! Wir erreichen bis 350 km/h auf der Geraden.

Das Besondere an dem Kurs auf der Île de Notre Dame sind die vielen Schikanen, in denen man im Auto förmlich über die Kerbs springt. Das macht die Strecke schwierig, aber auch zu einer Herausforderung. Mir ­gefällt das.

Die Senna-Kurve ist eine der Schlüssel­stellen. Sie stellt besonders beim Start ein großes Unfallrisiko dar. In der sehr engen Rechts-links-Passage müssen sich alle am Riemen reißen und so gut wie möglich einsortieren. Sonst gibt es Chaos. Sie ist auch im Rennen selbst gefährlich, denn beim Anbremsen muss der Hintermann genau beobachten, wann der Vordermann zum Einlenken die Linie wechselt. 2014 verschätzte sich hier Felipe Massa und kollidierte deshalb brutal mit Sergio Perez.

Von Nico ­Rosberg, Vize-Weltmeister, aktuell WM-Zweiter

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