Nico vor Showdown gegen Lewis

Verrückte WM-Finals: Das macht Rosberg Mut

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In Sao Paulo siegte Nico Rosberg.

München - Ist es nur der Mut der Verzweiflung, oder hat Nico Rosberg wirklich noch eine Chance im WM-Finale am Sonntag in Abu Dhabi?

„Ich glaube immer noch zu 100 Prozent daran, dass ich es schaffen kann“, sagt der Deutsche. 17 Punkte Rückstand hat er auf Lewis Hamilton, aber es werden doppelte Punkte vergeben. Das macht ihm Hoffnung – und auch die jüngste Formel-1-Geschichte ist ein Mutmacher für Nico.

Ausgerechnet Hamilton hat ja schon mal eine WM vergeigt. 2007 lag er zwei Rennen vor Schluss 17 Punkte vor Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen. In China parkte er seinen McLaren mit abgewetzten Reifen unfreiwillig im Kiesbett, in Brasilien schaffte er nach einem Fahrfehler und einem Getriebedefekt nur Rang sieben – Räikkönen holte den Titel. Hamilton: „Das war ziemlich hart zu schlucken – ungefähr so, als wolle man ein Haus hinunterschlucken: unmöglich.“

Ein Jahr später wurde der Brite dann doch noch Weltmeister. Den dafür nötigen fünften Platz in Brasilien ergatterte er nach einem Überholmanöver an Toyota-Pilot Timo Glock in der letzten (!) Kurve. Er weiß also, was alles schiefgehen kann. Auch Rekordweltmeister Michael Schumacher taugt als Mutmacher. 2003 reichte dem Ferrari-Star ein Pünktchen zum Titel. In Suzuka zitterte er sich als Achter zum Titel – ein Platz der Hamilton unter Umständen nicht reichen würde.

2010 hatte Sebastian Vettel vor dem entscheidenden Rennen in Abu Dhabi 15 Punkte Rückstand auf Ferrari-Pilot Fernando Alonso. Gleichzeitig fehlten ihm sieben Zähler auf Red-Bull-Kollege Mark Webber. Trotzdem gewann er den Titel. „Das war eine ähnliche Situation wie heute für Nico“, sagt Vettel. „Ich habe mich versucht, voll zu konzentrieren, wollte während des Rennens keine Zwischenstände.“ Er siegte – „und glücklicherweise haben die anderen es versäumt, die nötigen Punkte einzufahren“, erinnert er sich. „Ich war damals ziemlich überrascht, weil die Chancen eigentlich kaum vorhanden waren, dass Mark es nicht auf den dritten und Fernando es nicht auf den fünften Platz schaffen würden.“ Beispiele, die Nico Rosberg sicher gefallen.

Ralf Bach

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