Red-Bull-Pilot über die Saison, Vettel und Ziele

Verstappen im Interview: „Weiß, was ich zu tun habe, um Weltmeister zu werden“

Max Verstappen gilt als Attraktion in der Formel 1.
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Max Verstappen gilt als Attraktion in der Formel 1.

Max Verstappen gilt als die Attraktion in der Formel 1. In einem launigen Interview spricht er die anstehende Saison, Sebastian Vettel und seinen Red Bull.

Melbourne - Max Verstappen (20) sitzt vor mir, als könne kein Sturm ihn vom Tisch ­fegen und kein Schneefall aufs Glatteis ­führen. Er lächelt die Kälte und die weißen Flocken, die überraschenderweise in Barcelona vom Himmel fallen, einfach weg. Wir sitzen zum Interview ­zusammen, aber: Das ist keine Charme-­Offensive, die der ­Niederländer startet. Nein, er ist, wie er ist! Und eben gerade freut er sich einfach, uns zu sehen. Dass man ihn als Mozart der Formel 1 bezeichnet, geht ihm ebenso am A… vorbei wie sein Beiname „Mad Max“ – weil er trotz seiner ­Jugend weiß, dass Kollegen wie Nico Rosberg ihm den Namen ­gaben, weil er die Furcht­losigkeit bei Überholmanövern in den Genen hat und sie sich nicht in vielen Sitzungen mit Mentaltrainern erst hart erarbeiten ­musste. Besser kann die Voraussetzung nicht sein, ein Interview mit ihm zu führen. Einfach und ehrlich. Weil: Es ist, wie es ist. 

Herr Verstappen, ein Bild hatte bei den Testfahrten in Barcelona Symbolcharakter: Eine einzige Flagge hing im Schneegestöber auf der Tribüne. Das war ihre. Wie stolz sind Sie auf Ihre Fans?

Max Verstappen: Das ist natürlich cool! Aber die Holländer sind sowieso verrückt (lacht). Und auch totale Sportfans. Das war auch beim Eisschnelllaufen bei den Olympischen Spielen wieder so: Da sind die Ränge voller Orange. Wir haben ja sogar eine eigene Farbe! Vielleicht stehen die Holländer auch deshalb so hinter ihren Sportlern. Weil es eben dieses verbindende und ganz offensichtliche Element gibt.

Setzt Sie das unter Druck oder treibt es Sie eher an?

Verstappen: Ich nenne das positiven Druck. Für deine Fans willst du noch mal diese eine Schippe drauflegen. Ich bin ja ohnehin schon motiviert. Aber wenn ich meine Fans sehe, dann bekomme ich dieses breite Grinsen und damit einen Extra-Schub. Dass ich so viele Fans habe, zeigt mir, dass ich etwas richtig gemacht habe und das lässt mich besser werden.

In Hockenheim haben Sie sogar eine Tribüne...

Verstappen: …und ich bin sicher, da werden jede Menge holländische Fans kommen. Das ist doch auch gut für euch in Deutschland! Ich hoffe, dass wir den Fans dann ein schönes Duell gegen Sebastian und Mercedes liefern können.

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Wie gut sind Sie 2018?

Verstappen: Das hängt davon ab, was ich unter und hinter mir habe.

Viele Experten glauben, Sie hätten diese Saison das beste Chassis.

Verstappen: Soweit ich das bisher beurteilen kann, fühlt sich alles sehr positiv an – im Gegensatz zum letzten Jahr. Da musste ich gute Miene zum bösen Spiel machen. Diesmal ganz anders: Ich habe mich auf Anhieb wohlgefühlt im Auto und die Rundenzeit kam recht einfach zustande. Ich musste das Auto noch nicht mal treten.

Wie ändern Sie Ihre Herangehensweise, wenn Sie tatsächlich um den Titel kämpfen können?

Verstappen: Ich werde sicher noch fokussierter sein, wenn ich das beste Auto habe. Ich werde dann noch härter arbeiten. Vielleicht klingt das jetzt nicht so gut: Aber wenn das Auto nicht läuft, lässt man sich eher mal hängen. Man gibt immer noch sein Bestes, aber nicht dieses kleine bisschen Extra, das du aus dir herausholst, wenn du den Sieg riechst.

Müssen Sie trotzdem Ihren sehr aggressiven Fahrstil anpassen? Im WM-Kampf kann zu hohes Risiko gefährlich werden. Behauptet zumindest Nico Rosberg.

Verstappen: Natürlich. Ist doch auch logisch. Im Titelkampf gehe ich natürlich weniger Risiken ein, weil ein zweiter Platz dich näher an dein Endziel bringen kann als ein Ausfall. Es ist einfach eine andere mentale Herangehensweise. Letztes Jahr wollte ich um jeden Preis gewinnen, wenn ich die Chance dazu hatte. Weil ich ja eh nichts zu verlieren hatte. Da geht man dann natürlich auch mehr Risiko. Aber ich kenne das schon aus dem Gokart. Ich fahre ja nun schon fast mein ganzes Leben lang Rennen. Und sobald du um die Meisterschaft kämpfst, fährst du mehr mit Köpfchen. Du kalkulierst das Risiko.

Das sind die Autos und Fahrer der Formel 1 in der Saison 2018

Mercedes ist als aktueller Konstrukteursweltmeister mit seinem F1 W09 EQ Power+ wieder klarer Favorit auf den Titel. Der neue Motor soll knapp 1000 PS liefern, ein wahres Monster. Bereits 2014 bis 2016 holten die Stuttgarter jeweils den Fahrer- und Konstrukteurstitel.
Mercedes ist als aktueller Konstrukteursweltmeister mit seinem F1 W09 EQ Power+ wieder klarer Favorit auf den Titel. Der neue Motor soll knapp 1000 PS liefern, ein wahres Monster. Bereits 2014 bis 2016 holten die Stuttgarter jeweils den Fahrer- und Konstrukteurstitel. © dpa / Manu Fernandez
2018 ist er wieder der Gejagte. Lewis Hamilton musste für seinen vierten WM-Titel ein hartes Stück arbeiten. Anders als 2014 und 2015 lieferte Sebastian Vettel dem Briten einen echten Fight. Bereits 2008 wurde der 33-Jährige Weltmeister mit McLaren.
2018 ist er wieder der Gejagte. Lewis Hamilton musste für seinen vierten WM-Titel ein hartes Stück arbeiten. Anders als 2014 und 2015 lieferte Sebastian Vettel dem Briten einen echten Fight. Bereits 2008 wurde der 33-Jährige Weltmeister mit McLaren. © AFP / JUSTIN TALLIS
Letztes Jahr wurde Valtteri Bottas bei Mercedes ins kalte Wasser geschmissen, diese Saison will er seinen Teamkollegen ärgern. Genau wie es sein Vorgänger Nico Rosberg 2016 tat. 2017 konnte er drei Saisonsiege erringen und Platz drei in der Fahrermeisterschaft sichern.
Letztes Jahr wurde Valtteri Bottas bei Mercedes ins kalte Wasser geschmissen, diese Saison will er seinen Teamkollegen ärgern. Genau wie es sein Vorgänger Nico Rosberg 2016 tat. 2017 konnte er drei Saisonsiege erringen und Platz drei in der Fahrermeisterschaft sichern. © AFP / JUSTIN TALLIS
Die „rote Göttin“ hört in diesem Jahr auf den Namen SF71H. Traditionell gibt Sebastian Vettel seinem Dienstwagen später noch einen Frauennamen. Mit diesem Gefährt soll die Herrschaft von Mercedes endlich beendet werden, nachdem es letztes Jahr knapp nicht gereicht hatte.
Die „rote Göttin“ hört in diesem Jahr auf den Namen SF71H. Traditionell gibt Sebastian Vettel seinem Dienstwagen später noch einen Frauennamen. Mit diesem Gefährt soll die Herrschaft von Mercedes endlich beendet werden, nachdem es letztes Jahr knapp nicht gereicht hatte. © AFP / JOSEP LAGO
Sebastian Vettel schien bei den Testfahrten von Barcelona in guter Laune. Sein Ferrari lieferte die besten Tageszeiten und spulte die meisten Runden aller Teams ab. Allerdings scheint Mercedes bei den Longruns klar schneller und wohl auch wieder schwer zu schlagen. Klappt es 2018 trotzdem mit WM-Titel Nummer fünf?
Sebastian Vettel schien bei den Testfahrten von Barcelona in guter Laune. Sein Ferrari lieferte die besten Tageszeiten und spulte die meisten Runden aller Teams ab. Allerdings scheint Mercedes bei den Longruns klar schneller und wohl auch wieder schwer zu schlagen. Klappt es 2018 trotzdem mit WM-Titel Nummer fünf? © AFP / LLUIS GENE
2007 wurde Kimi Räikkönen mit der Scuderia Weltmeister, 2014 kehrte er nach einem Intermezzo bei der Rally-WM und bei Lotus zurück zu Ferrari, wo er mit seinem Kumpel Sebastian Vettel auch 2018 die Fahrerpaarung bildet.
2007 wurde Kimi Räikkönen mit der Scuderia Weltmeister, 2014 kehrte der „Iceman“ nach einem Intermezzo bei der Rally-WM und bei Lotus zurück zu Ferrari, wo er mit seinem Kumpel Sebastian Vettel auch 2018 die Fahrerpaarung bildet. © dpa / Aleksi Tuomola
So sah der Red Bull RB 14 ursprünglich aus. Das Team mit österreichischer Lizenz präsentierte den neuen Boliden in Tarnfarbe, allerdings wohl nur aus Marketinggründen. Verschwunden sind die große Heckflosse und der sogenannte T-Flügel. Die wurden nämlich verboten.
So sah der Red Bull RB 14 ursprünglich aus. Das Team mit österreichischer Lizenz präsentierte den neuen Boliden in Tarnfarbe, allerdings wohl nur aus Marketinggründen. Verschwunden sind die große Heckflosse und der sogenannte T-Flügel. Die wurden nämlich verboten. Dafür ist der britische Autobauer Aston Martin nun als Namenssponsor mit an Bord. © dpa / David Clerihew
Bei den Testfahrten in Barcelona präsentierte sich der neue „rote Bulle“ dann wieder in den gewohnten Farben. Mit dem RB 14 soll der Angriff auf Mercedes, Ferrari und der erste Titel seit 2013 eingefahren werden. Auch 2018 geht Red Bull mit Renault-Motoren an den Start.
Bei den Testfahrten in Barcelona präsentierte sich der neue „rote Bulle“ dann wieder in den gewohnten Farben. Mit dem RB 14 soll der Angriff auf Mercedes, Ferrari und der erste Titel seit 2013 eingefahren werden. Auch 2018 geht Red Bull mit Renault-Motoren an den Start. © dpa / Manu Fernandez
Einer der beiden Fahrer ist erneut Daniel Ricciardo. Der Australier fährt seit 2014 für Red Bull und besticht seitdem mit konstant guten Leistungen. In der vergangenen Saison sicherte er sich beim Chaos-Rennen von Aserbaidschan seinen einzigen Sieg 2017. Zudem fuhr er acht weitere Male aufs Podest.
Einer der beiden Fahrer ist erneut Daniel Ricciardo. Der Australier fährt seit 2014 für Red Bull und besticht seitdem mit konstant guten Leistungen. In der vergangenen Saison sicherte er sich beim Chaos-Rennen von Aserbaidschan seinen einzigen Sieg 2017. Zudem fuhr er acht weitere Male aufs Podest. © dpa / Tim Goode
Jubelt Max Verstappen 2018 noch häufiger als 2017? Dem Shooting-Star und Sohn des früheren niederländischen Rennfahrers Jos Verstappen gehört die Zukunft, da sind sich viele Experten sicher. Im letzten Jahr holte er zwei Siege in Malaysia und Mexiko, war mit sieben Ausfällen, meist technisch bedingt, aber auch der Pechvogel des Teams.
Jubelt Max Verstappen 2018 noch häufiger als 2017? Dem Shooting-Star und Sohn des früheren niederländischen Rennfahrers Jos Verstappen gehört die Zukunft, da sind sich viele Experten sicher. Im letzten Jahr holte er zwei Siege in Malaysia und Mexiko, war mit sieben Ausfällen, meist technisch bedingt, aber auch der Pechvogel des Teams. © dpa / Vincent Thian
Erneut ganz in rosa tritt Sahara Force India an. Die mit Mercedes-Power befeuerten Inder werden die letzte Saison kaum toppen können, als man hinter den „großen Drei“ souverän viertstärkste Kraft war. Noch bessere Ergebnisse machte man sich meist durch Scharmützel im eigenen Team kaputt.
Erneut ganz in rosa tritt Sahara Force India an. Die mit Mercedes-Power befeuerten Inder werden die letzte Saison kaum toppen können, als man hinter den „großen Drei“ souverän viertstärkste Kraft war. Noch bessere Ergebnisse machte man sich meist durch Scharmützel im eigenen Team kaputt. © dpa / Tim Goode
Die Fahrerpaarung besteht auch 2018 aus Esteban Ocon (l.) und Sergio Perez. Durch meist fehlende Konkurrenz um den vierten Konstrukteursplatz begegneten sich der Franzose und der Mexikaner oft auf der Strecke, bei denen sich auch der ein oder andere Zwischenfall ereignete. Nun sollen die Differenzen zwischen den beiden bei Seite gelegt sein.
Die Fahrerpaarung besteht auch 2018 aus Esteban Ocon (l.) und Sergio Perez. Durch meist fehlende Konkurrenz um den vierten Konstrukteursplatz begegneten sich der Franzose und der Mexikaner oft auf der Strecke, bei denen sich auch der ein oder andere Zwischenfall ereignete. Nun sollen die Differenzen zwischen den beiden bei Seite gelegt sein. © AFP / JOSE JORDAN
Das britische Traditions-Team Williams geht 2018 mit dem FW41 an den Start. Hauptsächlich lebt die ehemalige Weltmeister-Crew von den starken Mercedes-Motoren, ansonsten ist das Auto eher unterer Durchschnitt. Die Briten werden um jeden Punkt froh sein.
Das britische Traditions-Team Williams geht 2018 mit dem FW41 an den Start. Hauptsächlich lebt die ehemalige Weltmeister-Crew von den starken Mercedes-Motoren, ansonsten ist das Auto eher unterer Durchschnitt. Die Briten werden um jeden Punkt froh sein. © AFP / JOSE JORDAN
In sein zweites Formel-1-Jahr geht der junge Kanadier Lance Stroll, dessen Cockpit erneut von Papa Lawrence gekauft wurde. Strolls Vater ist ein bekannter Mode-Tycoon und Milliardär. Der 19-Jährige hat entgegen der Erwartungen eine passable Debütsaison absolviert und mit einem dritten Platz in Aserbaidschan einen Podestplatz eingefahren.
In sein zweites Formel-1-Jahr geht der junge Kanadier Lance Stroll, dessen Cockpit erneut von Papa Lawrence gekauft wurde. Strolls Vater ist ein bekannter Mode-Tycoon und Milliardär. Der 19-Jährige hat entgegen der Erwartungen eine passable Debütsaison absolviert und mit einem dritten Platz in Aserbaidschan einen Podestplatz eingefahren. © dpa / Tim Goode
Einer von zwei Neulingen in der Formel 1 ist der Russe Sergei Sirotkin, wie Stroll ebenfalls ein sogenannter Bezahlfahrer. Dank russischer Öl-Millionen bekommt der 22-Jährige das zweite Williams-Cockpit neben Stroll. In der vergangenen Formel-2-Saison belegte er gerade einmal den 20. Platz.
Einer von zwei Neulingen in der Formel 1 ist der Russe Sergei Sirotkin, wie Stroll ebenfalls ein sogenannter Bezahlfahrer. Dank russischer Öl-Millionen bekommt der 22-Jährige das zweite Williams-Cockpit neben Stroll. In der vergangenen Formel-2-Saison belegte er gerade einmal den 20. Platz. © AFP / JUSTIN TALLIS
Den großen Angriff wagen will dieses Jahr das Werksteam Renault. Der R.S.18 soll dafür der Schlüssel zum Erfolg werden. Die Franzosen waren seit ihrer Rückkehr 2016 nur wenig erfolgreich, dieses Jahr soll es regelmäßig Podestplätze geben. 2005 und 2006 wurde man mit Fernando Alonso jeweils Weltmeister, an diese Zeit will Renault wieder anknüpfen.
Den großen Angriff wagen will dieses Jahr das Werksteam Renault. Der R.S.18 soll dafür der Schlüssel zum Erfolg werden. Die Franzosen waren seit ihrer Rückkehr 2016 nur wenig erfolgreich, dieses Jahr soll es regelmäßig Podestplätze geben. 2005 und 2006 wurde man mit Fernando Alonso jeweils Weltmeister, an diese Zeit will Renault wieder anknüpfen. © AFP / JOSE JORDAN
Die beiden Fahrer 2018 sind der Emmericher Nico Hülkenberg (l.) und der Spanier Carlos Sainz jr., Sohn der Rally-Legende Carlos Sainz, der bereits am Ende der letzten Saison von Toro Rosso losgeeist werden konnte und bei den Franzosen Jolyon Palmer ersetzte. „Hulk“ Hülkenberg gilt als einer der besten Fahrer des Feldes und als Anwärter auf das Podium in dem ein oder anderen Rennen.
Die beiden Fahrer 2018 sind der Emmericher Nico Hülkenberg (l.) und der Spanier Carlos Sainz jr., Sohn der Rally-Legende Carlos Sainz, der bereits am Ende der letzten Saison von Toro Rosso losgeeist werden konnte und bei den Franzosen Jolyon Palmer ersetzte. „Hulk“ Hülkenberg gilt als einer der besten Fahrer des Feldes und als Anwärter auf das Podium in dem ein oder anderen Rennen. © AFP / CHRISTOPHE ARCHAMBAUL T
Toro Rosso ist diese Saison ein einziges Fragezeichen. Die Scuderia, Schwesterteam von Red Bull, hat für 2018 die Honda-Motoren von McLaren übernommen. Diese waren die vergangenen Jahre extrem leistungsschwach und anfällig für Defekte. Bei den Tests spulte Toro Rosso aber Runde für Runde stabil ab. Haben die Japaner endlich einen vernünftigen Motor gebaut?
Toro Rosso ist diese Saison ein einziges Fragezeichen. Die Scuderia, Schwesterteam von Red Bull, hat für 2018 die Honda-Motoren von McLaren übernommen. Diese waren die vergangenen Jahre extrem leistungsschwach und anfällig für Defekte. Bei den Tests spulte Toro Rosso aber Runde für Runde stabil ab. Haben die Japaner endlich einen vernünftigen Motor gebaut? © dpa / Tim Goode
Pilotieren werden den Toro Rosso 2018 der Franzose Pierre Gasly und der Neuseeländer Brandon Hartley. Gasly gewann 2016 die Gesamtwertung der GP2-Serie und gilt als großes Talent am Lenkrad. Hartley wurde 2017 WEC-Langstrecken-Weltmeister und sprang anschließend für die letzten vier F1-Rennen für den zu Renault abgewanderten Carlos Sainz jr. ein.
Pilotieren werden den Toro Rosso 2018 der Franzose Pierre Gasly und der Neuseeländer Brendon Hartley. Gasly gewann 2016 die Gesamtwertung der GP2-Serie und gilt als großes Talent am Lenkrad. Hartley wurde 2017 WEC-Langstrecken-Weltmeister und sprang anschließend für die letzten vier F1-Rennen für den zu Renault abgewanderten Carlos Sainz jr. ein. © AFP / JOSE JORDAN
Haas wird 2018 wieder mit einem Ferrari-Aggregat an den Start gehen. Die Amerikaner konnten bei den Testfahrten in Barcelona bereits überzeugen und waren bei den Longruns nur knapp hinter dem Werksteam der Scuderia. Haas könnte 2018 die Überraschung in der Formel 1 werden.
Haas wird 2018 wieder mit einem Ferrari-Aggregat an den Start gehen. Die Amerikaner konnten bei den Testfahrten in Barcelona bereits überzeugen und waren bei den Longruns nur knapp hinter dem Werksteam der Scuderia. Haas könnte 2018 die Überraschung in der Formel 1 werden. © AFP / JOSEP LAGO
Romain Grosjean geht in seine dritte Saison mit Haas F1 und in seine achte insgesamt. Der Franzose gehört damit zu den erfahrensten Piloten im Feld. In diesem Jahr bekommt er auch wieder einen Heim-Grand-Prix. In Le Castellet wird auf dem Circuit Paul Ricard zum ersten Mal seit 1990 wieder ein Formel-1-Rennen ausgetragen.
Romain Grosjean geht in seine dritte Saison mit Haas F1 und in seine achte insgesamt. Der Franzose gehört damit zu den erfahrensten Piloten im Feld. In diesem Jahr bekommt er auch wieder einen Heim-Grand-Prix. In Le Castellet wird auf dem Circuit Paul Ricard zum ersten Mal seit 1990 wieder ein Formel-1-Rennen ausgetragen. © AFP / JOSE JORDAN
Der Däne Kevin Magnussen ist auch 2018 wieder Teamkollege von Grosjean. Seit 2014 ist der 25-Jährige in der Formel 1. Zwei Jahre fuhr er für McLaren, ein Jahr für Renault und nun geht er in seine zweite Saison mit Haas. Im Fahrerfeld gilt Magnussen als recht unfairer und unbeliebter Fahrer. So geriet er zum Beispiel letzte Saison mit Nico Hülkenberg aneinander.
Der Däne Kevin Magnussen ist auch 2018 wieder Teamkollege von Grosjean. Seit 2014 ist der 25-Jährige in der Formel 1. Zwei Jahre fuhr er für McLaren, ein Jahr für Renault und nun geht er in seine zweite Saison mit Haas. Im Fahrerfeld gilt Magnussen als recht unfairer und unbeliebter Fahrer. So geriet er zum Beispiel letzte Saison mit Nico Hülkenberg aneinander. © AFP / JOSE JORDAN
Zurück zu „Papaya“ gilt der Neuanfang 2018 bei McLaren. In Papaya-orange und blau präsentiert sich der MCL33, der dieses Jahr mit Renault-Power angetrieben wird. Ohne die desaströsen Honda-Motoren soll endlich vieles besser werden beim Traditionsteam. Zwar präsentierte sich die Crew aus Woking bei den Tests schnell, aber wieder recht anfällig.
Zurück zu „Papaya“ gilt der Neuanfang 2018 bei McLaren. In Papaya-orange und blau präsentiert sich der MCL33, der dieses Jahr mit Renault-Power angetrieben wird. Ohne die desaströsen Honda-Motoren soll endlich vieles besser werden beim Traditionsteam. Zwar präsentierte sich die Crew aus Woking bei den Tests schnell, aber wieder recht anfällig. © dpa / Matthias Oesterle
Am Steuer wird auch dieses Jahr Fernando Alonso sitzen. Der Weltmeister von 2005 und 2006 gilt immer noch als einer der besten Fahrer im Feld und will mit den Briten endlich wieder um das Podium mitfahren. Mittlerweile ist der Spanier stolze 36 Jahre alt und wird diese Saison auch wieder zu Einsätzen in der Indy-Car-Serie kommen.
Am Steuer wird auch dieses Jahr Fernando Alonso sitzen. Der Weltmeister von 2005 und 2006 gilt immer noch als einer der besten Fahrer im Feld und will mit den Briten endlich wieder um das Podium mitfahren. Mittlerweile ist der Spanier stolze 36 Jahre alt und wird diese Saison auch wieder zu Einsätzen in der Indy-Car-Serie kommen. © AFP / LLUIS GENE
Stoffel Vandoorne war bereits 2017 Alonsos Teamkollege bei McLaren. Der Belgier konnte seinen Stallpartner sogar das ein oder andere mal auf der Strecke schlagen. Talent ist beim 25-Jährigen auf jeden Fall vorhanden. Da muss er sich auch nicht hinter einem zweimaligen Weltmeister verstecken.
Stoffel Vandoorne war bereits 2017 Alonsos Teamkollege bei McLaren. Der Belgier konnte seinen Stallpartner sogar das ein oder andere Mal auf der Strecke schlagen. Talent ist beim 25-Jährigen auf jeden Fall vorhanden. Da muss er sich auch nicht hinter einem zweimaligen Weltmeister verstecken. © dpa / Claude Paris
In neuem Gewand und neuem Titelsponsor präsentiert sich das schwächste Team des letzten Jahres. Sauber bekommt diese Saison Unterstützung aus Italien von Alfa Romeo. Der Motor wird aber weiterhin von Ferrari geliefert. Trotzdem werden die Schweizer wohl weiter nur hinterherfahren.
In neuem Gewand und neuem Titelsponsor präsentiert sich das schwächste Team des letzten Jahres. Sauber bekommt diese Saison Unterstützung aus Italien von Alfa Romeo. Der Motor wird aber weiterhin von Ferrari geliefert. Trotzdem werden die Schweizer wohl weiter nur hinterherfahren. © dpa / Tim Goode
Pascal Wehrlein ist bei Sauber Geschichte, er wird ersetzt durch den Monegassen Charles Leclerc (l.), der 2017 Formel-2-Meister wurde. Er sitzt auch im Cockpit, weil er als Ferrari-Akademie-Fahrer auf kurz oder lang Kimi Räikkönen bei den Roten beerben soll. Neben ihm fährt auch 2018 der Schwede Marcus Ericsson, der in seine insgesamt fünfte Formel-1-Saison geht.
Pascal Wehrlein ist bei Sauber Geschichte, er wird ersetzt durch den Monegassen Charles Leclerc (l.), der 2017 Formel-2-Meister wurde. Er sitzt auch im Cockpit, weil er als Ferrari-Akademie-Fahrer auf kurz oder lang Kimi Räikkönen bei den Roten beerben soll. Neben ihm fährt auch 2018 der Schwede Marcus Ericsson, der in seine insgesamt fünfte Formel-1-Saison geht. © AFP / MARCO BERTORELLO

Sind Sie auch deshalb bereit für den Titelkampf?

Verstappen: Ja. Ich glaube und hoffe, dass ich aufgrund meiner Zeit im Kart und den unteren Klassen genau weiß, was ich zu tun habe, um Weltmeister zu werden. Dazu kommt: Wenn du in so einer Position bist, hast du sowieso eines der besten Autos. Dann ist alles leichter.

Wenn Sie in den nächsten beiden Jahren Weltmeister werden, sind Sie der jüngste Champion aller Zeiten. Wie wichtig ist Ihnen das?

Verstappen grinst noch mehr als zuvor, auch wenn das kaum möglich ist. Er weiß, dass Vettel zu seinem Mentor Helmut Marko gesagt hat, als Red Bull Verstappen als seinen Nachfolger engagierte: „Jetzt nimmst du schon Wohnwagenfahrer!“ Vettel sagte das aus Respekt gegenüber dem Talent Verstappens, nicht aus Häme – denn eines ist im Ego-Sport Formel 1 Gesetz: Ungefragt sprechen die Großen nur über die zukünftigen Großen. Lauda redete ungefragt über Prost, Prost über Senna, Senna über Schumacher, Schumacher über Vettel – und Vettel über Verstappen.

Verstappen: Ich weiß, dass Sebastian sehr auf seine Rekorde schaut. Für mich wäre es nett, aber Rekorde sind nichts, was ich unbedingt in meinem Leben brauche. Solange ich überhaupt irgendwann Weltmeister werde. Das ist für mich das Wichtigste.

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Es ist aber der Wunsch von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz…

Verstappen: Ich weiß (lacht laut)! Und ich sage ja auch nicht, dass mich dieses schöne Ziel nicht auch motiviert. Aber ich beiße mich eben nicht daran fest.

Neben Mateschitz ist bei Red Bull Helmut Marko Ihr Mentor, sie haben ihn sogar als Ersatzvater bezeichnet. Warum?

Verstappen: Ja – ich sehe das so und Helmut sieht das auch so. (Verstappen zögert kurz. Er ist zwar erst 20 Jahre alt, aber in der Realität hat sein Geist das Alter schon längst überholt, ja sogar überrundet.) Er hat mich aus der Formel 3 heraus verpflichtet und jetzt bin ich sein neues Projekt, mit dem er die Vettel-Story wiederholen und Weltmeisterschaften gewinnen will. Ich bin sehr stolz darauf und hoffe, dass wir das schaffen und ich dann für immer sein letzter großer Meilenstein bleibe.

Max Verstappen in der Box in seinem Wagen.

Sie haben auch Ihre deutsche Freundin bei Helmut Marko zu Hause auf einer Familienfeier kennengelernt.

Verstappen: Ja, das stimmt. Sie ist aber eigentlich aus Bayern, nicht aus Deutschland. Jedenfalls sagt sie mir immer, das sei ein Unterschied…

Man sagt Helmut Marko nach, dass er sehr hart sein kann. Haben Sie ihn auch mal so erlebt?

Verstappen: Ich weiß, dass Helmut sehr hart sein kann. Für einige Fahrer war das zu viel. Sie konnten damit nicht umgehen. Mich kann aber nichts schocken. Ich hatte den härtesten Lehrer, den es gibt: meinen Vater. Selbst, wenn jemand wütend auf mich ist oder mich kritisiert, schmeißt mich das nicht um. Und natürlich hat auch Helmut mir schon mal auf den Kopf zu gesagt, dass ich einen schlechten Job gemacht habe. Aber so was macht mir keine Angst. Mit meinem Vater zu arbeiten, war die härteste Schule, die ich haben konnte. Alles, was danach kommt, ist nur Folklore.

War Ihr Vater zu hart?

Verstappen: Damals dachte ich, es sei zu hart gewesen. Aber heute weiß ich: Es war gut für mich. Ich brauchte das.

Geben Sie mal ein Beispiel.

Verstappen: Es war nicht so, dass er ständig wollte, dass ich gewinne. Auch ein zweiter Platz war okay für ihn, wenn ich das Maximale rausgeholt habe. Aber sobald er gesehen hat, dass ich keine 100 Prozent gegeben habe, wurde er wirklich sauer. Ich meine: richtig sauer. Er würde sein Geld investieren, um mich in die F1 zu bringen, hämmerte er mir ein, und deswegen erwarte er verdammt noch mal auch, dass ich mich voll reinhänge. Ein Beispiel: Wir hatten ein Testwochenende vor einem großen Kartrennen und das Kart war einfach nicht gut. Aber wir haben dann einiges modifiziert und sind so zum Rennen gefahren. Trotzdem hatte ich keinen Bock. Mein Vater merkte mir das beim Fahren an, holte mich in die Boxengasse und schlug mir mit voller Wucht auf den Helm. Jeder fragte sich, was da los war. Mein Vater sagte nur: „Wenn du weiter so fährst, packen wir zusammen und fahren nach Hause!“ Das war ein WM-Rennen. Also wachte ich auf, fuhr auf Pole, gewann alle sechs Vorläufe, Halbfinale und Finale. Manchmal fragt er mich aus Spaß heute noch, ob er mir wieder auf den Helm hauen soll, damit ich schneller werde.

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Vater Jos, der in der Nähe sitzt, sagt später: „Gut, dass er sich daran erinnert. Denn es stimmt: Du kannst nur was erreichen, wenn du erst mal dein Maximum gibst. Das sollte man nie vergessen!“

Vater Nummer Zwei bestätigt das – Helmut Marko schaltet sich ins Gespräch ein und sagt: „Du darfst an allem zweifeln, aber nie an dir selbst. Talent alleine bringt dir keine Titel. Es gehört extrem harte Arbeit dazu. Das wissen sowohl Sebastian als auch Max. Extrem deutlich wurden die Parallelen beispielsweise in Mexiko. Max fuhr souverän, locker, war überlegen. Es war ihm fast langweilig, deshalb wollte er auch noch die schnellste Runde haben. Die Ingenieure hatten Bedenken und forderten ihn auf, langsamer zu fahren. Ein Déjà-vu – bei Vettel war’s genauso. Der wollte auch immer das Maximum.“

Max Verstappen beim Training zum Australien-GP.

Stichwort Maximum – die Einstellung kann also einen Riesen-Unterschied machen?

Verstappen: Genau. Es lag an mir, nicht am Kart. Deshalb versuche ich mich seitdem immer so zu motivieren, dass ich 100 Prozent gebe.

Ihre Beziehung zu Daniel Ricciardo war im letzten Jahr sehr gut. Wird das so bleiben, wenn Sie um die WM fahren?

Verstappen: Es könnte natürlich etwas angespannter werden. Aber ich sehe das so: Man muss sich immer respektieren. Das tun wir und wir können uns auch gegenseitig gratulieren. Das hilft, wenn man nach einem Rennen zugeben kann, dass der andere vielleicht einen besseren Job gemacht hat. Wenn dem nicht mehr so ist, wird es schwierig.

Stimmen Sie mit Helmut Marko überein, dass Red Bull die beste Fahrerpaarung hat?

Verstappen: Ja. Da ich Daniel sehr schätze, heißt das ja auch, dass ich ebenfalls einen guten Job mache.

Die Zeit ist vorbei. Die Presse­lady drängt auf die letzte Frage. Die nimmt uns Verstappen ab und gibt gleich die Antwort, die schlicht sein Dasein in der Formel 1 beschreibt: „Natürlich will ich Weltmeister werden. Dafür bin ich bei Red Bull. Deshalb bin ich in der Formel 1.“

Es ist, wie es ist!

Interview: Ralf Bach

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