Vettel als Beatles-Groupie erfolglos

+
Sebastian Vettel hört gerne die Beatles

Abu Dhabi - In Abu Dhabi war Sebastian Vettel wieder auf Rekordjagd. Dennoch kassierte er ganz ungewohnt auch eine Niederlage: Auf ein Foto mit Paul McCartney hoffte der Beatles-Fan vergeblich.

Für kurze Zeit war Sebastian Vettel wieder in die Rolle des Fans geschlüpft - und prompt hatte der sieggewohnte Formel-1-Weltmeister das Nachsehen. Dem Besuch seines Idols Paul McCartney beim Rennen in Abu Dhabi hatte der große Beatles-Fan lange entgegengefiebert, die Suche nach dem früheren Bassisten und Sänger der legendären „Pilzköpfe“ blieb jedoch erfolglos. „Wir haben uns leider verpasst“, sagte Vettel mit enttäuschter Miene: „Dabei hatte ich extra den Fotoapparat dabei und wollte ein Foto mit ihm machen.“

Vettel von A bis Z: Seine Lieblingsband, sein Markenzeichen und mehr

Vettel von A bis Z: Seine Lieblingsband, sein Markenzeichen und mehr

A wie Adrian Newey, Red-Bull-Technikguru und Konstrukteur der Weltmeisterautos © Getty
B wie Beatles, Sebastians Lieblingsgruppe © Getty
C wie Christian Horner, als Teamchef bei Red Bull Vettels Vorgesetzter © Getty
D wie Deutschland, Vettels Heimat, in der er aber bislang noch kein Formel-1-Rennen gewonnen hat © Getty
E wie Ehrgeiz, eine von Vettels herausragenden Eigenschaften: Er kann nicht verlieren, egal, wobei © Getty
F wie Fußball, womit Vettel schon als Kind aufgehört hat, weil er nicht gut genug war © Getty
G wie Geld, nicht so wichtig für Vettel, weshalb er lieber seine Ruhe genießt als noch mehr Werbeverträge abzuschließen © Getty
H wie Haare, blond und bares Geld wert - durch einen Werbevertrag mit einem Shampoo-Hersteller © Getty
I wie Indianapolis, der Ort von Vettels erstem Formel-1-Rennen, in dem er 2007 gleich als Achter einen WM-Punkt holte © Getty
J wie Jubelschreie, Vettels Ausbrüche am Boxenfunk nach gewonnenen Rennen sind fast schon legendär © Getty
K wie Kinky Kylie, Kosename für Vettels Rennauto © Getty
L wie Lächeln, mit dem der Weltmeister viele - vor allem weibliche - Fans fasziniert © Getty
M wie Monza, Ort von Vettels Durchbruch. Dort fuhr er 2008 im Toro Rosso als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte auf die Pole Position und gewann ein Rennen © Getty
N wie Norbert, Vettels Vater, der die Karriere seines Sohnes von Beginn an unterstützt hat © Getty
O wie Otto Waalkes, der in der Bild-Zeitung ein Gedicht widmete © Getty
P wie Perfektion, ein Status, den Vettel immer anstrebt © Getty
Q wie Qualifikation, Vettels Domäne, in 12. von 15 Rennen fuhr Vettel in diesem Jahr auf die Pole Position © Getty
R wie Red Bull, Vettels Förderer schon seit Kartzeiten © Getty
S wie Suzuka, die Strecke, auf der er in drei Jahren zwei Rennen und einen WM-Titel gewann © Getty
T wie Tommi Parmakoski, Vettels finnischer Fitnesstrainer und Physiotherapeut, mit dem er übers Jahr gesehen die meiste Zeit verbringt © Getty
U wie unermüdlich, Vettel ist abends meist der Letzte im Fahrerlager, diskutiert lange mit seinen Ingenieuren © Getty
V wie Vettel-Finger, sein Markenzeichen, und als blaue Schaumstoffversion Standardausrüstung eines echten Vettel-Fans © Getty
W wie Wille, mit dem Vettel im vorigen Jahr in letzter Minute doch noch seinen ersten Titel geholt hatte © Getty
X wie x-beliebig, genau das, was Vettel nicht ist © Getty
Y wie youngest, englisch, steht für Vettels Rekorde, die er als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte holte © Getty
Z wie Ziel, für Vettel immer gleich: beim nächsten Rennen das Optimum herausholen © Getty

Darauf angesprochen, dass McCartney ihn bei einem RTL-Interview gebeten hatte, „den britischen Jungs im Rennen den Vortritt zu lassen“, meinte der 24-Jährige spontan: „Irgendwie ist er auf meiner Sympathieskala gerade ziemlich gesunken.“ Schmunzelnd ergänzte er: „Aber es ist normal, dass er seine Landsleute anfeuert. Ich hoffe, ich kann ihm dabei einen Strich durch die Rechnung machen - und kriege dennoch irgendwie mein Foto.“ Der erste Teil dieser Zielsetzung hatte sich nach Vettels Ausfall in Kurve 1 schon erledigt, bei Teil zwei könnte helfen, dass Hamilton das Rennen gewann.

Am späten Sonntagabend nach dem Rennen in Abu Dhabi plante „Groupie“ Vettel einen weiteren Versuch beim Konzert des früheren Beatles in Abu Dhabi. „Ich bin zwar hier zum Rennfahren und nicht, um aufs Paul-McCartney-Konzert zu gehen, aber vielleicht ergibt sich ja eine Möglichkeit“, hatte er angekündigt.

Nach seinem erneuten Titelgewinn vor wenigen Wochen hatte Vettel in einer japanischen Karaoke-Bar selbst den Beatle gegeben. „Ich habe Yellow Submarine und Hey Jude gesungen“, sagte er. Im Musikmagazin Rolling Stone hatte er im Januar in einem Gastkommentar noch erzählt: „Ich kann fast alle Beatles-Songs mitsingen - auch wenn ich das keinem zumuten möchte.“

Einem fachfremden Wettbewerb mit McCartney würde der Hesse, der von RTL vor dem Start symbolische eine E-Gitarre geschenkt bekam, auch nicht zustimmen. „Ich weiß nicht, wie gut er Auto fährt, schließlich ist er ja nicht mehr der Jüngste“, meinte er schmunzelnd: „Mein Gitarrenspiel ist in jedem Fall nicht so gut.“

Im Vorjahr hatte Vettel schon vor seinem WM-Gewinn in Abu Dhabi eine wichtige Trophäe erobert. Von Ann Bradshaw, die er als Pressebeauftragte zu seinen Zeiten als Testfahrer von BMW-Sauber 2006 kennengelernt hatte, soll er für 4000 Dollar ein signiertes Original der LP „With the Beatles“ aus dem Gründungsjahr 1963 erstanden haben. Als Vettel gehört hatte, dass Bradshaw das Album bei Auktionen anbieten wollte, hatte er umgehend eine SMS und eine Mail geschrieben mit der Bitte, es nur an ihn zu verkaufen.

Vettel sammelt seit Jahren Alben der Beatles - und zwar alte Vinylplatten, nach denen er regelmäßig die Second-Hand-Läden und Flohmärkte dieser Welt durchforstet. „Wenn die Nadel aufsetzt, wenn es knackt und knistert, das gehört einfach dazu“, sagte er. Der seiner Meinung nach „spannendste Beatle“ war allerdings nicht McCartney, sondern John Lennon: „Er hatte eine Botschaft. Er hat Millionen von Menschen beeinflusst. Auch heute noch.“

Im Rolling-Stone-Kommentar hatte Vettel ausführlich von seiner Leidenschaft berichtet. Seinen Mechanikern könne er aber mit den Beatles „sicher nicht kommen. Die lege ich eher zu Hause auf.“ Zur Leidenschaft gebracht habe ihn sein Vater Norbert. „Er hat mir von vielen früheren Bands erzählt, aber bei den Beatles bin ich hängen geblieben“, schrieb Vettel junior: „Da habe ich mich richtig vorgearbeitet, Album für Album.“ Als „coolste Scheiben“ nannte er Abbey Road und Magical Mystery Tour.

Bei seinem ersten Konzertbesuch hatte sich Vettel übrigens noch auf ganz anderem Territorium bewegt. „Eigentlich wollte ich es nie verraten, weil es so peinlich ist“, hatte er geschrieben: „Es war Britney Spears in Köln. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich erst 13 war - und auch nur hingegangen bin, weil ich sie optisch gut fand ...“

Spears war am Freitag übrigens auch in Abu Dhabi - Vettels Interesse soll sich in Grenzen gehalten haben.

sid

Auch interessant

Kommentare