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Überraschung bei Formel-1-Test: Vettel lässt es in Abu Dhabi weihnachten - Idee entstand auf Party mit Team

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Von: Marcus Giebel

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Sebastian Vettel lacht
Gute Laune trotz enttäuschender Saison: Sebastian Vettel ist in der Vorweihnachtszeit für Späße zu haben. © imago images/Laci Perenyi

Max Verstappen und Red Bull haben der Konkurrenz die Hörner aufgesetzt. Bei Testfahrten nach Saisonende greift Sebastian Vettel derweil zum Rentier-Geweih.

München - Für Sebastian Vettel endete am vergangenen Sonntag in Abu Dhabi mit dem spektakulären WM-Finish an der Spitze eine durchweg enttäuschende Debüt-Saison bei Aston Martin. Letztlich sammelte der viermalige Formel-1-Weltmeister 43 WM-Punkte und lief im Fahrer-Ranking auf Platz zwölf ein. Schlechter schnitt er eigentlich nur im Vorjahr bei Ferrari ab.

Anders als in früheren Zeiten ließ sich Vettel von diesen Enttäuschungen aber nicht die Laue verderben. Dass er seinen Humor trotz all der Rückschläge inklusive des wegen zu wenig übriggebliebenen Sprits aberkannten zweiten Platzes beim Grand Prix von Ungarn nicht verloren hat, bewies er bei der Saisonverlängerung auf dem Yas Marina Circuit. Dort standen unter der Woche noch abschließende Testfahrten auf dem Programm, die auch Talente nutzen können, um sich mit den Boliden vertraut zu machen.

Sebastian Vettel sitzt in seinem Aston Martin, auf seinem Helm ist ein Rentier-Geweih befestigt
Ist es ein Mensch? Ist es ein Tier? Sebastian Vettel ging als Rudolph the red noised reindeer in den finalen Testtag. © James Gasperotti/dpa

Vettel in Abu Dhabi: Am Testtag mit Rentier-Geweih ins Auto gestiegen

Vettel griff am zweiten Tag für seinen Rennstall ins Steuer und sorgte schon für Aufsehen, ehe sein rechter Fuß das Gaspedal durchtrat. Denn seinen sonst immer so windschnittigen Helm hatte der dreifache Familienvater mit einem Rentier-Geweih aus Plüsch geschmückt. Wer ganz genau hinschaute, entdeckte auch die passenden Ohren. Zudem prangte knapp unter seinem Visier eine rote Bommel als Nase. Da sollte jedem klar sein: Vettel war diesmal als Rudolph the red noised reindeer unterwegs.

„Merry Christmas“, schickte der 34-Jährige als Botschaft in die Runde, ehe er seinen Schlitten bestieg und etliche Runden drehte. 134 waren es am Ende - ein stattliches Programm. Mit einer Bestzeit von 1:26,379 Minuten musste Vettel sich nur dem Formel-2-Fahrer Robert Shwartzman, der für Haas testete, und McLaren-Pilot Lando Norris beugen.

Die Idee, in besonderer Aufmachung dem letzten öffentlichen Arbeitsauftrag des Jahres nachzugehen, soll einer Bierlaune bei einer Wette mit seinen Mechanikern auf der WM-Abschlussparty entsprungen sein. Also alles andere als ein schlechter Scherz.

Vettel in der Formel 1: Verwarnung wegen Regenbogen-Shirts in Ungarn

In der beendeten Saison ließ Vettel bereits mehrmals mit seinen Outfits aufhorchen. Zumeist hatte die Kleiderwahl aber deutlich ernstere Hintergründe. So zeigte er sich in Ungarn in einem regenbogenfarbenen Shirt mit der Aufschrift „same love“, um die im Land unterdrückte LGBTQ-Community zu unterstützen. Weil er dieses auch noch nach dem Abspielen der Nationalhymne zur Schau trug, wurde Vettel sogar offiziell verwarnt. Da kennen die Regelhüter kein Pardon.

An mehreren Wochenenden lief der Heppenheimer zudem in Schuhen auf, die einen geschwungenen Regenbogen zeigten - ebenfalls ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz. Dass er die neuen Stationen Katar und Saudi-Arabien nicht wirklich gerne angesteuert hat, weil auch dort die Menschenrechte zuweilen mit Füßen getreten werden, ließ Vettel zumindest durch die Blume erkennen.

Video: Ex-Formel-1-Boss Ecclestone rät Vettel zu Rückkehr zu Red Bull

Vettel im Jahr 2021: Mehrere Aktionen für den Klimaschutz

Außerdem unterstützt er immer lautstärker den Kampf gegen den Klimawandel. Im Vorfeld der Bundestagswahl betonte der noch immer jüngste Weltmeister, seine Stimmen den Grünen geben zu wollen. Nach dem Grand Prix von Großbritannien, der für ihn mit einem Ausfall endete, half Vettel bei der Beseitigung des auf den Tribünen von Zuschauern zurückgelassenen Mülls. Eine Aktion, die ihm viel Lob einbrachte.

Es gibt wohl nicht wenige Formel-1-Fans, die ihm nach den Enttäuschungen der drei jüngsten Saisons einen zweiten Frühling in der Königsklasse wünschen würden. Wegen seines unermüdlichen Einsatzes für eine bessere Welt. Und sicher auch aufgrund seines weihnachtlichen Auftritts beim Test. Zu verschenken gibt es aber mit Sicherheit nichts. (mg)

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