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Wie Vettel den Triumph verarbeitete

"Die Leute werden sich kaputt lachen, aber ..."

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Sebastian Vettel

Abu Dhabi - Kein Luxus-Dinner, keine Massagen im Spa, kein abgehobener Firlefanz: Sebastian Vettel hat verraten, wie er die Tage nach seinem Titelgewinn verbracht hat.

Sebastian Vettel (26) hat die Tage nach dem Gewinn seines vierten WM-Titels in Serie mit Gartenarbeit auf seinem umgebauten Bauernhof in der Schweiz verbracht. „Ich habe es genossen, dass es ein bisschen ruhiger war. Die Leute werden sich kaputt lachen, aber ich habe erst einmal Rasen gemäht“, sagte Vettel vor dem Grand Prix von Abu Dhabi (Sonntag, 14 Uhr/RTL und Sky): „Ich habe nicht viel nachgedacht und mit einem Dauergrinsen im Gesicht die Zeit und das schöne Wetter genossen.“

Am Montag musste sich der Red-Bull-Pilot nach einer kurzen, aber offenbar umso härteren WM-Party erst einmal erholen. „Mir war relativ übel nach dem Sonntag. Das waren zu viele Drinks in einer zu kurzen Zeitspanne“, sagte Vettel, „da musste ich erst einmal wieder fit werden.“

Vettel will mit ungebremstem Erfolgseifer seine Siegesserie auch in Abu Dhabi fortsetzen. Motivationsprobleme sind dem frischgebackenen viermaligen Weltmeister nach wie vor fremd. „Es stellt sich nicht mal die Frage, warum wir hier sind und was wir zu tun haben. Wir sind hier, um Rennen zu fahren und wenn wir die Chance haben zu gewinnen“, sagte Vettel am Donnerstag bei der offiziellen Pressekonferenz zum Großen Preis von Abu Dhabi.

Gelingt dem 26 Jahre alten Red-Bull-Piloten der siebte Saisonsieg in Serie, zieht er in der ewigen Rangliste in dieser Kategorie mit Rekordweltmeister Michael Schumacher gleich. Und es winkt auch die Egalisierung der Bestmarke des Kerpeners von 13 Siegen in einem Jahr am Ende der Saison.

Seinen zehnten Erfolg, mit dem Vettel am Sonntag in Indien erneut Weltmeister geworden war, hatte der Heppenheimer mit seinem Team kurz, aber heftig gefeiert. „Es waren zu viele Drinks in einer zu kurzen Zeitspanne“, erinnerte sich Vettel an die feuchtfröhliche Nacht von Greater Noida: „Montags musste ich erstmal wieder fit werden.“

In Abu Dhabi erwartete Vettel der Rummel um den derzeit erfolgreichsten aktiven Formel-1-Piloten der Welt. Sponsorentermin am Vormittag, Pressekonferenz mit Dauergeratter der Fotokameras bei jeder noch so kleinen Geste oder Miene am Nachmittag. Nach einem kleinen Plausch mit seinem erneut geschlagenen Verfolger Fernando Alonso auf dem Weg zum Podium, ließ sich Vettel vom aktuellen WM-Dritten Lewis Hamilton erstmal dessen Smartphone zeigen.

Den Blick für das Wesentliche verliert Vettel aber nicht. „Es gibt keine Garantie, dass es so weitergeht wie in den vergangenen Rennen“, sagte er. Acht der vergangenen zehn WM-Läufe entschied Vettel für sich, davon zuletzt sechs nacheinander.

In Abu Dhabi selbst war Vettel 2009 bei der Premiere als Erster ins Ziel gekommen, 2010 wiederholte der Hesse den Sieg und krönte sich erstmals zum Champion. „Das war ein Ereignis, das ich niemals vergessen werde“, bekräftigte Vettel. Damals begann ein fast nicht enden wollender Feiermarathon. Diesmal muss sich Vettel zumindest in dieser Hinsicht bremsen. „Wir hatten spontan ein bisschen Spaß an der Hotelbar“, sagte er mit Blick auf die Auftaktsause für Titel Nummer vier. „Wir konnten aber nicht total auf den Tisch hauen.“

Denn bevor es am kommenden Montag in Salzburg und zwei Tage später in der Red-Bull-Schmiede in Milton Keynes die Partyfortsetzung gibt, steht an diesem Sonntag der Großen Preis von Abu Dhabi auf dem Programm. Drei Rennen stehen insgesamt in dieser Saison noch aus.

Für die Verfolger heißt das: Rennen um die Ehre und Geld fürs Team. „Wir kämpfen nun um andere Ziele: Den zweiten Platz in der Konstrukteurswertung und den zweiten Rang in der Fahrerwertung“, bekannte Ferrari-Pilot Fernando Alonso, der 24 Punkte vor seinem künftigen Teamkollegen Kimi Räikkönen liegt. „Das sind ganz offensichtlich nicht die Prioritäten, mit denen wir in die Saison gestartet sind.“

sid/dpa

"Renn-Monster!" Pressestimmen zu Vettels viertem WM-Titel

SPANIEN:Marca: „Mit Tränen in den Augen und bei den bisherigen Siegen nicht zu erkennenden Emotionen kreuzte Sebastian Vettel die Strecke, um seine Handschuhe dem Publikum zu schenken, als er in Indien seinen 36. Sieg in der Formel 1 und zugleich seinen vierten WM-Titel feierte. © dpa
AS: "Vettel hat sich zu einem Renn-Monster hochgearbeitet.“ © dpa
El Mundo Deportivo: „Weltmeister 2013 - Der deutsche Sebastian Vettel zieht mit den Legenden der Formel 1 gleich.“ © dpa
El Pais: „Vettel: Der Kleinste unter den Großen. Mit 26 Jahren und nur sechseinhalb davon in der Formel 1 hat der Deutsche schon vier Weltmeistertitel geholt.“ © dpa
ITALIEN:Gazzetta dello Sport: „Viermal Vettel. Sebastian hat seinen vierten Titel in Serie gewonnen. In seinem Alter hatte Schumacher nicht einmal seine Ferrari-Epoche begonnen. Fangio hatte nicht einmal in der Formel 1 debütiert. Vettel bricht alle Rekorde. Er ist im Olymp der Formel 1. Er hat die Geschwindigkeit, die Boshaftigkeit, die Energie, die Durchhaltefähigkeit und ein wenig Glück, das niemals schadet. Vettel hat seinen Titel voll verdient. Er hat alle Eigenschaften, um sich an den Tisch der Großen zu setzen. Auf seiner Seite hat er die Jugend. Wenn er in Zukunft keine Fehler macht, wird er Schumachers Rekord angreifen können“. © dpa
Corriere dello Sport: „Vettel ist schon eine Legende. Er ist zum Teil Engel und zum Teil Teufel. Sein Name genügt nicht mehr, um die Größe seiner Persönlichkeit zu schildern. Man muss es zugeben: Kaiser Vettel zählt zu den Mythen der Formel 1. Alonso hat noch enorme Schwierigkeiten, das zu akzeptieren. Er und Ferrari haben jetzt die nicht einfache Aufgabe, Vettel wieder in Schranken zu weisen, doch es wird schwierig sein. Die Frage ist, wie wäre es ausgegangen, wenn Vettel Ferrari und Alonso Red Bull gefahren hätten?“ © dpa
Tuttosport: „Vettel feiert seinen Weltpoker. Zu seinen Pluspunkten zählt nicht nur ein überirdisches Auto, sondern auch seine Fähigkeit, Fehler und Pech zu überwinden. Dasselbe geschah auch mit dem Piloten, der Vettel entdeckt und in die Formel 1 geführt hat: Michael Schumacher. Zu seinen goldenen Zeiten bei Ferrari hatte Schumacher bei allen Gelegenheiten Glück. Vettels Fähigkeit ist, den Rivalen keinerlei Raum zu lassen, wie es typisch für die Menschenfresser des Sports ist“. © dpa
Repubblica: „Kaiser Seb feiert sein viertes Meisterwerk. Er beugt sich vor seinem Auto, die Welt beugt sich vor ihm. Nach Michael Schumacher hat die F1 seine neue Legende gefunden: Er heißt Vettel, hat das Gesicht eines normalen Jugendlichen aber ein einmaliges Talent“. © dpa
Corriere della Sera: „Früher oder später wird Vettel zu Ferrari wechseln. Der Junge kann jetzt zufrieden sein, doch in der Formel 1 spürt man das wahre Glück, das zur Ekstase wird, nur, wenn man mit einem Ferrari siegt. Es ist unvermeidbar, dass Vettel eines Tages in Maranello landen wird. Fernando Alonso muss resignieren. Er muss aber begreifen, dass man die WM-Titel nicht alleine gewinnt, sondern dass man sich in den Dienst des Teams stellen muss“. © dpa
ENGLAND:Daily Mail: „Vettel ist ein Beispiel für Exzellenz. Der blonde "Killer“ fährt immer tiefer in die Geschichtsbücher. Mit seinem vierten Titel in Serie tritt er den Großen bei.„ © dpa
The Guardian: `Ein demütiger Vettel nimmt seinen Platz unter den Formel-1-Legenden ein. 2009 holte er zuletzt nicht den Titel - dem Jahr als Barack Obama zum Präsidenten der USA gewählt wurde und Michael Jackson starb.“ © dpa
Daily Mirror: „Sebastian Vettel hat schon Rekorde gebrochen, als er zum ersten Mal seinen Fuß auf das Gaspedal eines Formel-1-Wagens legte. Viele haben früher über den mageren Jüngling mit den blonden Haaren und dem breiten Grinsen gelacht. Jetzt lachen sie nicht mehr über den Red-Bull-Star.“ © dpa
The Telegraph: „Majestätischer Vettel tritt mit seinem vierten Titel den Großen bei. Mit einer fehlerfreien Fahrt aus Präzision und Sicherheit hat er seine Rivalen zu träumenden Schatten degradiert. Der Sohn eines Zimmermanns hat bereits im schier unglaublichen Alter von erst 26 Jahren und 116 Tagen seinen Namen unauslöschlich neben Göttern wie Juan Manuel Fangio, Michael Schumacher und Alain Prost verewigt.“ © dpa
FRANKREICH:L'Equipe: „Vettel ist logischerweise mit grade mal 26 Jahren der jüngste Vierfach-Weltmeister der Geschichte. Der Weg für den Deutschen war königlich, und er hat die Gelegenheit nicht verstreichen lassen. Drei Rennen vor Schluss reiht sich Sebastian Vettel in die Reihe der Vierfach-Weltmeister ein und zieht mit Alain Prost gleich.“ © dpa
ÖSTERREICH:Die Presse: „Sebastian Vettel - ein Weltmeister wie eine Maschine. Der Deutsche dominiert wie einst Michael Schumacher, der 26-Jährige und Red Bull liefern aber eine bessere Show.“ © dpa
Kronen Zeitung: „Sebastian Vettel ist endgültig einer der größten Piloten der Formel-1-Geschichte. Der 26- jährige Deutsche fixierte am Sonntag in Indien seinen vierten WM- Titel in Serie.“ © dpa
SCHWEIZ:Neue Zürcher Zeitung: „Unermüdliche Siegmaschine. Obwohl der Deutsche erst 26 Jahre alt, gilt er bereits als Legende. Denn die besten Jahre hat Vettel wohl erst noch vor sich.“ © dpa
Blick: „Wie gut ist jetzt dieser Vettel? Es genügt nicht, wenn man die Leistungen des Deutschen einfach nur auf das beste Auto reduziert. Das ist mehr als ungerecht. Kein Fahrer wird viermal in Serie Weltmeister, wenn er nicht ein außergewöhnliches Talent besitzt. Wenn er nicht Tag und Nacht dafür arbeitet.“ © dpa
USA: New York Times: „Er mag sprachlos gewesen sein, aber sein Teamchef Christian Horner hatte Augenblicke bevor über Funk die richtigen Worte gefunden: "Das hast es mit Stil erledigt, Sebastian. Du bist viermaliger Weltmeister. Du zählst zu den Großen."“ © dpa
RUSSLAND: Kommersant: „Sebastian Vettel ist in den Eliteclub eingetreten. Solch eine umwerfende Stabilität haben bisher nur zwei Menschen hingelegt - Juan Manuel Fangio und Michael Schumacher. Aber beide waren schon im reifen Alter, als sie die Spitze der Formel 1 erklommen. Vettel ist erst 26. Unheimlich, sich vorzustellen, was aus dieser Karriere noch alles werden kann.“ © dpa

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