Warum er dominiert und Rosberg kriselt

Villeneuve: Hamilton ist Single - das ist sein Vorteil

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Inzwischen getrennt: Lewis Hamilton und Nicole Scherzinger.

Shanghai - Warum hat Lewis Hamilton 2015 seinen Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg so fest im Griff? Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve glaubt eine Antwort zu kennen.

Es gibt zwei Gewinner beim GP von China. Lewis ­Hamilton und Sebastian Vettel, auch wenn der diesmal „nur“ Dritter wurde. Hamilton, immer frisch gestylt von einer eigens nach China mitgereisten Stylistin, fährt in der Form seines Lebens. Er gewann das vierte Mal in China, belegte in den vergangenen zehn Rennen achtmal Platz eins und wurde zweimal Zweiter. Die Frage ist: Wer soll ihn stoppen? Vor allen Dingen, warum hat er 2015 Teamkollege Rosberg so fest im Griff? 2014 hatte Hamilton den Vergleich mit Nico Rosberg im Trainingsduell noch klar verloren. Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve glaubt eine Antwort zu kennen: „Lewis hat sich von seiner Lebensgefährtin getrennt. Das macht den Kopf freier. Das Gegenteil ist bei Nico der Fall. Der wird im Sommer Vater und muss sich jetzt um seine schwangere Frau kümmern. Er wird zum falschen Zeitpunkt Vater. Das lenkt ihn vom Wesentlichen ab.“

Ex-Formel-1-Pilot Marc Surer hat noch eine andere Theorie. „Ich glaube, der neue Mercedes liegt Lewis mehr als Nico. Im letzten Jahr war es umgekehrt. So was kann immer passieren, wenn ein neues Auto kommt. Ein Auto hat eine Grund-DNA, die dann dem einem oder anderen einfach mehr liegt. Dazu kommt, dass Lewis durch den Titel anscheinend befreiter fahren kann. Er fliegt in dieser Saison förmlich und bringt alles auf den Punkt!“, sagt der Sky-Experte.

Nico ­Rosberg und seine Frau Vivian erwarten im Sommer ein Kind, verheiratet sind die ­beiden seit letztem Jahr.

Kommen wir zur Frage: Wer kann Hamilton noch stoppen? Da fällt mir nur einer ein. Sebastian Vettel. Schanghai war kein richtig gutes Pflaster für den Ferrari. Dafür war der dritte Platz in China sogar ganz gut. In Bahrain in einer Woche wird Ferrari wieder näher dran sein und mit einem Vettel in dieser Form und vor allen Dingen dieser Lebenslust ist alles möglich! Gerhard Berger hat beobachtet: „Vettel ist wieder der alte. Wie er Witze macht und Selbstvertrauen ausstrahlt, ohne an Lockerheit zu verlieren, zeigt mir: Da hat einer wieder richtig Lust auf seinen Job und weiß immer ganz genau, was er tut.“ Das Gegenteil sieht Berger bei Rosberg: „Der sieht so verzweifelt aus wie Sebastian im letzten Jahr. Sehr verbissen, unzufrieden mit sich und der Welt. Er sucht nach Antworten, findet aber keine. Das ist kontraproduktiv und lässt ihn in ein noch größeres Loch fallen, wenn er nichts dagegen tut.“

Ganz anders bei Vettel, der immer noch wie ein Novize begeistert von der Atmosphäre in Maranello erzählt. „Du weißt zwar, wie viele Fachkräfte für dich arbeiten. Aber es ist schon eine andere Hausnummer, wenn diese Menschen dann mit großen Augen vor dir in einem Raum stehen und dir schlagartig klar wird, wie viele Menschen sich wirklich für dich ins Zeug legen.“

Immer wieder entdeckt er Details, die ihn an die siegreichen Zeiten der Scuderia Anfang des Jahrtausends erinnern. Vettel: „Ich wusste zum Beispiel gar nicht, dass nach jedem Sieg eine Ferrari-Flagge am Eingangstor zur Fabrik aufgehängt wird. In letzter Zeit hingen da relativ wenige. So viele wie vor zehn Jahren werden es wohl auch jetzt nicht. Aber wenigstens hängt jetzt schon mal eine da.“ Er ist wieder angekommen in der neuen, wieder heiteren Welt. Und die Probleme von ganz am Anfang seiner Karriere hat er auch nicht mehr: 2007, damals noch Zahnspangenträger, schenkten ihm chinesische Fans einen riesigen Plüsch-Panda. „Ich musste ihn aber in China lassen“, gibt Vettel heute kleinlaut zu. „Damals konnte ich es mir noch nicht leisten, einen zweiten Platz im Flugzeug für das Kuscheltier zu reservieren.“ Auch das ist jetzt anders geworden.

Ralf Bach

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