Vorsicht Spritfresser: Nachtanken verboten

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Den Tankstutzen können sich die Teams während des Rennens sparen

Sachir - Wem der Sprit ausgeht, der steht auf'm Schlauch. Nachtanken ist 2010 in der Formel 1 verboten. Jedes Rennen wird zur Blitzdiät.

Am Ende sind die Rennwagen bis zu 160 Kilogramm leichter als am Anfang. “Es gibt teilweise einen Unterschied von vier bis sechs Sekunden pro Runde“, sagte Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel über die verschiedenen Leistungen mit viel und wenig Sprit. “Es ist mehr ein Ausdauerevent als ein Sprintevent wie in der Vergangenheit“, so der Vizeweltmeister aus Heppenheim vor dem Großen Preis von Bahrain.

“Es lässt mehr Spielraum für die Strategie“, befand Rückkehrer und Rekordchampion Michael Schumacher, der es neben Rubens Barrichello als einziger kennt, ein Rennen ohne nachtanken zu bestreiten. Natürlich mache es einen großen Unterschied, mit einem vollen oder halbvollen Tank zu fahren, meinte der 41 Jahre alte Mercedes- Neuzugang aus Kerpen.

Die neue Formel 1: Alle Fahrer und ihre Autos

Die Formel 1 2013: Alle Fahrer und ihre Autos

RED BULL RACING © Mark Thompson/Red Bull Racing
Dreifach-Weltmeister Sebastian Vettel (Heppenheim) fährt 2013 weiter im Red Bull, der Vertrag läuft bis 2014. © dpa
Teamkollege Mark Webber (Australien) hat noch einmal um ein Jahr verlängert. © Getty
MCLAREN © dpa
Für Lewis Hamilton fährt der 22 Jahre alte Mexikaner Sergio Perez. © ap
Routinier und Ex-Weltmeister Jenson Button (England) wird gefragt sein, er ist langfristig bis 2014 an den Rennstall gebunden. © Getty
FERRARI © dpa
Fernando Alonso (Spanien) wird den nächsten Angriff auf Vettel unternehmen. Er hat einen Vertrag bis 2016. © Getty
Felipe Massa (Brasilien) darf 2013 auch noch mal ran. © Getty
MERCEDES © dpa
Lewis Hamilton (England) statt Michael Schumacher. Der Brite ist vorerst drei Jahre an die Silberpfeile gebunden. © Getty
Nico Rosberg (Wiesbaden) bleibt, er hat einen Vertrag bis 2013. © Getty
LOTUS © dpa
Kimi Räikkönen (Finnland) wird als WM-Dritter 2012 noch mehr wollen. © dpa
Romain Grosjean (Frankreich) darf trotz seiner wiederholten Auftritte als Crashpilot wohl bleiben, ist aber noch nicht bestätigt. © dpa
WILLIAMS © Getty
Pastor Maldonado (Venezuela), Sieger in Barcelona, bleibt. Er bringt auch noch Geld aus Venezuela mit. © Getty
Bruno Senna ist raus, Testpilot Valtteri Bottas (Finnland) steigt zum Stammfahrer auf. © getty
FORCE INDIA © Sahara Force India
Paul Di Resta (Großbritannien) bleibt © getty
Adrian Sutil kriegt das zweite Cockpit © dpa
SAUBER © dpa
Die Schweizer treten mit einer neuen Paarung an. Nico Hülkenberg (Emmerich) wechselt von Force India zu Sauber. © dpa
Neben Nico Hülkenberg darf der 21-jährige Deübtant Esteban Gutierrez (Mexiko) ran. © dpa
TORRO ROSSO © dpa
Daniel Ricciardo (Australien) © getty
Jean-Eric Vergne (Frankreich) © getty
MARUSSIA © dpa
Hier ist alles neu! Timo Glock ist weg, für ihn ist Jules Bianchi da © Getty
Sein Kollege: Max Chilton © Getty
CATERHAM © dpa
Charles Pic (Frankreich), bisher Marussia, heuert bei dem anglo-malaysischen Team an. © getty
Giedo van der Garde ist sein Kollege © Getty

Von 1994 an durften die Piloten einen Stopp einlegen und tanken. Nicht selten kam es dabei zu spektakulären Szenen, etwa wenn der Tankrüssel stecken blieb, aber der Fahrer schon wieder aus der Box raste. Damit ist Schluss, von dieser Saison an dürfen beim Halt nur noch Reifen gewechselt werden. “Das hat signifikante Auswirkungen auf die Rennen“, sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner, sprich: Die Abnutzung der Reifen bei hohem Gewicht zu Beginn werde ein Schlüsselfaktor sein, mit dem die Fahrer und Teams klarkommen müssten. “Und die Pitstops mit bis zu unter drei Sekunden werden beeindruckend anzuschauen sein“, meinte Horner in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den Teamchefs.

“Das Rennen zwischen den Pit-Crews wird auch ausschlaggebend sein, denn die Dauer hängt nun nicht mehr davon ab, wie lange man zum Nachtanken braucht“, sagte Eric Boullier von Renault. Die Autos müssen mit viel Treibstoff ebenso wie mit wenig gut ausbalanciert sein. In der ersten Rennhälfte kommt die extreme Beanspruchung der Reifen hinzu. “Wir werden sehen, welche Art von Einfluss es auf die Rennen haben wird“, meinte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh zum Tankverbot. “Sehen wir nun mehr Überholmanöver oder nicht? Vielleicht werden die Rennen spektakulärer, vielleicht werden sie langweiliger“, sagte der zweimalige Champion und Ferrari-Neuzugang Fernando Alonso.

Vor dem Rennen kommt aber erst noch die Qualifikation. Und auch hier haben sich die Spritregeln geändert. Es muss nicht mehr wie bislang mit der Menge wie beim Rennstart gefahren werden, die Teams können frei entscheiden. “Wir werden die ganze Zeit mit fast leeren Tanks fahren. Das ist großartig“, befand Weltmeister Jenson Button. Der Unterschied vom Qualifying zum Rennen werde größer als man es bisher erlebt habe, urteilte der McLaren-Pilot. “Es ist eine Herausforderung für alle in diesem Sport“, meinte sein Teamkollege und Ex-Champion Lewis Hamilton. Denn für keinen soll der sonntägliche Rennausflug mit leerem Tank auf der Strecke enden.

dpa

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