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tz-Experten-Kolumne von Ralf Bach

Warum Ecclestone weg muss

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Bernie Ecclestone.

München - In der tz-Formel-1-Kolumne erklärt Ralf Bach, warum die Rücktrittsforderungen an Motorsport-Funktionär Bernie Ecclestone mehr als gerechtfertigt sind.

Es ist nicht etwa so, dass Russland für seine Märchenerzähler berühmt ist. Von den Autoren der Prawda zu Zeiten der Sowjetunion mal abgesehen. Im Fahrerlager von Sotschi indes liefen die Brüder Grimm von heute zur Hochform auf. Jede der Münchhausen-Geschichten drehte sich um Red Bull. Viele der Gerüchte wurden von F1-Chefpromoter Bernie Ecclestone gestreut. Tarnen, tricksen, täuschen. Immer wenn Ecclestone unter Druck steht, wirft der Brite mit der Kassenbrille Nebelkerzen. So war es auch vergangene Woche: Die Formel 1 werde bis Ende 2015 verkauft werden, sagte er. Es gäbe drei Interessenten, 35,5 % der CVC-Anteile zu erwerben.

Allein: Ob nach der EU-Beschwerde wegen Wettbewerbsverzerrung, die von Force India und Sauber vorgestellt wurde, noch Interesse besteht, ist zu bezweifeln. Sollte die EU-Kommission zur Ansicht gelangen, dass in der F1 in großem Stil gemauschelt wurde, stürzt das System Ecclestone zusammen. Verträge zwischen CVC und den Teams könnten für ungültig erklärt werden, Zahlungen eingefroren. Der Wert der Formel 1 ginge in den Keller.

Ex-Teamchef Eddie Jordan ist deshalb nicht der Einzige, der Ecclestones Rücktritt fordert. „Er muss einsehen, dass es Zeit ist zu gehen“, sagt der Ire. Besonders bei Mercedes und Red Bull würde man gerne ein neues F1-Management sehen. Grund der Kritik: Die Formel 1 hat die Entwicklung bei den neuen Medien verschlafen. Daimler-Boss Dieter Zetsche fordert: „Das Fernsehen kann nicht die einzige oder primäre Plattform sein.“ Und in der Red-Bull-Zentrale in Fuschl hat man das Vertrauen in Ecclestone verloren. Tenor: „Ecclestone weiß nicht mehr, was er tut.“ So ist es kein Wunder, dass selbst alte Weggefährten Ecclestone in den Rücken fallen. So soll sich Niki Lauda beim Rechtehalter CVC als Ecclestone-Ersatz angeboten haben.

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