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Warum Hamilton & Co. für Alonso unerreichbar sind

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Fernando Alonso
Fernando Alonso. © AFP

München - Dass Fernando Alonso keine Chance hat, liegt nicht nur an der Stärke von Hamiltons Mercedes-Team. Sondern auch an den Schwächen von Ferrari – und da vor allem an dem missratenen Knick in der Fahrzeugnase.

Spaß hat Ferrari-Superstar Fernando Alonso (32) im Moment nur abseits der Rennstrecke. Sein Lieblingsverein Real Madrid steht mit Kumpel Iker Casillas im Finale der Champions League. Alonso genoss das 4:0 in München sichtlich. „Geht doch, dass Spanier gewinnen“ sagte er im Freundeskreis. Kein Wunder, dass sich der Spanier an den Fußballerfolgen seiner Landsleute hochziehen muss: In der Formel 1 fährt er seit 2006 seinem dritten WM-Titel hinterher. Auch die Aussichten auf einen Sieg bei seinem Heimrennen in Barcelona am Sonntag sind nicht rosig. Es gilt, was ihm sein Ex-Teamkollege Lewis Hamilton zuzuflüstern scheint: „Die WM? Könnt ihr knicken.“

Und das liegt nicht nur an der Stärke von Hamiltons Mercedes-Team. Sondern auch an den Schwächen von Ferrari – und da vor allem an dem missratenen Knick in der Fahrzeugnase. Ex-Teamchef Stefano Domenicali (48) hat sie intern schon als zu konservativ bezeichnet. F1-Technikexperte Gary Anderson, ehemaliger Chefdesigner von Jordan, erklärt das Problem in der tz: „Die Nase (mit dem Knick) blockiert den Luftfluss und war deshalb aerodynamisch keine besonders kluge Lösung.“ Doch eine neue Nase, die in Spanien debütieren sollte, kommt vorerst nicht. Entsprechende Gerüchte hat Ferrari bereits dementiert.

Rote Highlights setzt nur Alonso als Pilot. Der plötzliche Höhenflug der Scuderia beim letzten Rennen in China mit dem dritten Platz hinter den beiden Mercedes ist allein Fernando Alonsos Fahrkünsten zu verdanken – das erfuhr die tz. Die Daten der Konkurrenz belegen, dass das wahre Potenzial des roten Renners eher durch Kimi Räikkönens achten Rang widergespiegelt wird. Fernando Alonso warnte deshalb bereits: „Die Konkurrenz schläft nicht und wenn wir aufholen wollen, müssen wir mehr Verbesserungen bringen als unsere Gegner.“

Doch das Nasendilemma zeigt, dass es wohl wieder nichts wird, weshalb Ex-Teamchef und BBC-Experte Eddie Jordan mit der Scuderia hart ins Gericht geht. „Fernando ist es egal, dass er Kimi entzaubert. Es geht darum, dass Ferrari schon wieder nicht fähig ist, einem der besten Fahrer der Gegenwart ein Auto hinzustellen, mit dem er siegen, geschweige denn Weltmeister werden kann.“

Jordan kritisiert auch die Ernennung von Marco Mattiaci (43), einem Manager ohne F1-Erfahrung, zum neuen Teamchef: „Es ist beschämend, was die in Maranello machen und für mich eine der größten Krisen in Ferraris Geschichte.“ Scheinbar haben sie das auch selbst erkannt bei Ferrari. Italienische Medien berichten, dass Ferraris früheres Superhirn Ross Brawn erneut in Maranello gesichtet wurde. Mit ihm holte die Scuderia den letzten Titel. Wenn einer helfen kann, dann er – aber ob seine Medizin schon in diesem Jahr wirkt? Eher nicht…

Ralf Bach

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