Wieder fahren will er nicht

Nur zu Besuch: Weltmeister Rosberg von neuen Formel-1-Boliden angetan

Nico Rosberg besuchte am Mittwoch die Testfahrten von Mercedes in Barcelona.
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Nico Rosberg besuchte am Mittwoch die Testfahrten von Mercedes in Barcelona.

Barcelona - Nico Rosberg hat seinem Ex-Arbeitgeber Mercedes bei den Testfahrten in Barcelona einen Kurz-Besuch abgestattet. Der Weltmeister ist von der neuen Formel 1 begeistert.

Dunkle Sonnenbrille, lässige Sneaker und Jeans - wie ein Tourist schlenderte Nico Rosberg in Barcelona durch das Fahrerlager. Als der Weltmeister dann jedoch in die Box seines Ex-Arbeitgebers Mercedes spazierte, begann er zu strahlen. Der Faszination der neuen Formel-1-Boliden kann sich auch der 31-Jährige nicht entziehen. Doch ein Rücktritt vom Rücktritt kommt nicht in Frage.

"Ich verspüre nicht den Wunsch, in diese Autos zu steigen. Ich genieße meine Freiheit, mir das Ganze entspannt anzuschauen", sagte Rosberg. Am Mittwochmorgen war er an der Rennstrecke nördlich von Barcelona aufgetaucht, dann sah er den neuen Wagen erstmals aus der Nähe. "Das Auto sieht nach den Regeländerungen absolut monströs aus, und die Fahrer sind schon ganz aufgeregt. Es ist cool, hier zu sein und einfach ein bisschen rumzulaufen", sagte Rosberg.

Rosberg begrüßt Regeländerungen in der Formel 1

Mit seinem Handy drehte er Videos, schoss Fotos und genoss die Rückkehr sichtlich. Immerhin wartete ja keine Arbeit mehr auf ihn. Auch zu einem kurzen Plausch mit seinem Nachfolger Valtteri Bottas ("Er braucht keine Tipps von mir") in der Garage reichte es. Rosberg hielt auch auf Video fest, wie der Finne im silbernen W08 auf die Strecke ging. Anschließend gab er geduldig Fernseh-Interviews, während im Hintergrund die Motoren seiner ehemaligen Rivalen aufheulten.

Rosberg, der seinen eigentlich noch bis 2018 laufenden Vertrag aufgelöst hatte, sieht in den umfassenden Reglement-Änderungen indes eine große Chance für die Formel 1. "Dieser Hype, der hier gerade entsteht, ist richtig cool", sagte der Wahl-Monegasse, der im Dezember überraschend seine Karriere beendet hatte: "Da ist sehr viel Hoffnung, sehr viel Positives. Die Fahrer sind in diesem Jahr richtige Gladiatoren. Sie werden körperlich an ihre Grenzen geraten."

Die körperliche Beanspruchung in den neuen, größeren Autos bei höheren Kurvengeschwindigkeiten könne ein Faktor im Titelkampf werden, so Rosberg: "Vielleicht sehen wir, dass ein Pilot den sicheren Sieg verliert, weil er einfach platt ist." Auch seine ehemaligen Fahrerkollegen seien von den Boliden "begeistert. Nach den ganzen negativen Tönen der Vergangenheit ist es toll, das zu sehen".

Rosberg sieht Ferrari als Titel-Aspiranten

Nach den Eindrücken der ersten Testtage in Barcelona erwartet Rosberg vor allem Ferrari um den viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel als Mercedes-Herausforderer. "Wir wussten, dass Mercedes wieder ein starkes Auto bauen würde", sagte er: "Momentan sieht es so aus, als wäre Ferrari der erste Verfolger oder vielleicht sogar etwas schneller. Aber es gibt sicher Schlimmeres für die Formel 1 als ein Duell zwischen Mercedes und Ferrari."

Der 23-malige Grand-Prix-Sieger kann ganz entspannt aus der Ferne verfolgen, wer in seine Fußstapfen tritt. Vor dem Saisonstart am 26. März in Melbourne gilt sein Ex-Stallrivale Lewis Hamilton (Großbritannien) als Favorit auf den WM-Titel. Rosberg kümmert das wenig, er plant lieber in Ruhe die eigene Zukunft: "Ich werde mir die Zeit nehmen, meine neue Richtung zu finden."

Die Autos und Fahrer der Formel 1 in der Saison 2017 im Überblick

SID

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