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Wenn Schumi nicht in der Formel 1 gelandet wäre ...

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Michael Schumacher. © pda

München - Michael Schumacher befindet sich auf Abschiedstour. tz-Reporter Ralf Bach hat einige Thesen aufgestellt: Was wäre, wenn Schumacher nicht in der Formel 1 gelandet wäre?

Beim gemeinsamen Abend­essen am Mittwoch im Hotel an der Rennstrecke von Korea fehlte Michael Schumacher. Als einziger. Er ließ sich bei Fahrer-Sprecher Pedro de la Rosa entschuldigen. „Wichtige Termine.“ Schumacher konnte das Dinner mit seinen Sponsoren aus China nicht verschieben. Ansonsten war Schumacher bei seiner Abschiedstournee auch in Korea in aller Munde, trotz des bestenfalls durchwachsenen 13. Ranges. Grund genug, einige Thesen aufzustellen. Was wäre, wenn Rekordweltmeister Schumacher es nicht in die Formel 1 geschafft hätte.

Michael hätte eine KfZ-Werkstatt in Kerpen.

Das ist wahrscheinlich. Schumacher machte eine Lehre beim Langenfelder Meister Willi Bergmeister, 52 Kilometer von seinem Heimatort Kerpen entfernt und schloss diese auch ab. Schrauben war sein Leben. Er wäre bei seinem Job geblieben.

Sebastian Vettel wäre heute Maschinenbaustudent

Auch sehr wahrscheinlich. Denn ohne den Boom, den Schumacher ausgelöst hat, wäre es für Vettel nahezu unmöglich gewesen, das Geld für die Fortsetzung seiner Kart-Karriere aufzubringen. Seine Familie hätte nie die Mittel gehabt, ihm eine Formel-BMW-Saison zu bezahlen.

Vettel von A bis Z: Seine Lieblingsband, sein Markenzeichen

Vermutlich hätte der damals achtjährige Sebastian auch ohne das Vorbild Schumacher gar nicht den Ehrgeiz entwickelt, es im Kartsport weit zu bringen. Er war ja eigentlich Fußball-Fan. Auf jeden Fall hätte Vettel nach seinem Abitur Maschinenbau studiert.

Ferrari wäre in den letzten 20 Jahren kein einziges Mal Weltmeister geworden.

Fast sicher! Ferrari lag auf dem Sterbebett, als Michael, Jean Todt und Ross Brawn 1996 die Wiederbelebung einleiteten. Fünf-WM-Titel in Folge (2000 bis 2004) waren das Ergebnis, das die Ferrari-Fans heute hauptsächlich der „deutschen Gründlichkeit und Sucht nach Perfektionismus“ eines Michael Schumachers zuordnen. Selbst der Titelgewinn mit Kimi Räikkönen 2007 ist darauf zurückzuführen.

Mercedes hätte die Formel 1 verlassen

Sehr wahrscheinlich. Grund: Mercedes wäre ohne Schumacher bei Ferrari zum Serienweltmeister geworden. Gegen Ferrari und Schumacher gewannen sie schon zwei Titel, 1998 und 1999 mit Mika Häkkinen und Partner McLaren. Der Titel wäre auch in den Jahren 2000 bis 2004 nach Stuttgart gegangen. Ende 2009 hätte sich Mercedes dann wohl aus der Formel 1 zurückgezogen, weil image-mäßig nichts mehr zu holen gewesen wäre und die Ausgaben von doch circa 300 Millionen Euro pro Saison intern nicht mehr vertretbar gewesen wären. Gut möglich, dass man dann nach Vorbild VW (Wolfsburg) den VfB Stuttgart gekauft hätte. Norbert Haug als VfB-Sportchef? Nein, soweit wollen wir nicht gehen.

Mika Häkkinen wäre Rekordweltmeister

Vieles spricht dafür! Häkkinen hätte seine Karriere nicht schon Ende 2001 beendet. Häkkinen war damals nach eigenen Aussagen ausgebrannt. „Ich mochte mich nicht mehr motivieren, denn der Druck, besonders im Duell mit Schumacher, war so stark“, formulierte der Finne den Grund seines Rücktritts.

Die Formel-1-Weltmeister seit 1969

Ohne Schumacher hätte er keine Gegner gehabt und wäre wohl auch in den Jahren 2000 bis 2004 mit Mercedes Weltmeister geworden. Häkkinen: „Vielleicht hätte ich unter anderen Umständen weitergemacht.“

Für Bernie Ecclestone hätte sich nichts geändert

Diese These ist eigentlich eine Tatsache. Er hatte die Formel 1 schon vor Schumachers Erscheinen zu dem gemacht, was sie ist: Einem Milliardengeschäft.

Ralf Bach

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